In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses informierte die Verwaltung über mehrere Punkte im Rahmen der Haushaltskonsolidierung. Die Umsetzung der Maßnahme zur globalen Ausgabenkürzung kommt voran. Erste interne Gespräche haben bereits stattgefunden, und auch aus der Verwaltung selbst wurden Vorschläge eingebracht. Beim Personal wird geprüft, ob Stellen nach dem Ausscheiden von Mitarbeitenden wiederbesetzt oder dauerhaft gestrichen werden können.
Auch zu möglichen Ausschüttungen städtischer Beteiligungen wurden Informationen gegeben. Für das Jahr 2025 ist eine Ausschüttung der Stadtwerke in Höhe von 960.000 € vorgesehen. Diese basiert auf dem Jahresergebnis 2024. Für das Jahr 2026 ist eine weitere Ausschüttung geplant, deren Höhe derzeit aber noch nicht feststeht. Gespräche mit der Stadtsparkasse zu möglichen Ausschüttungen laufen weiter.
Zum Projekt Mittendrin erklärte die Bürgermeisterin, dass derzeit ein Modell der öffentlich privaten Partnerschaft geprüft werde. Ziel sei es, alternative Finanzierungsmöglichkeiten auszuloten, um das Vorhaben trotz angespannter Haushaltslage weiterverfolgen zu können.
In Bezug auf die Badebucht stellte die Verwaltung einen dreistufigen Plan vor. Erstens wird ein Notfallkonzept vorbereitet für den Fall, dass die Anlage kurzfristig geschlossen werden müsste. Zweitens erfolgt eine Prüfung, mit welchen Investitionen der Betrieb für weitere drei bis fünf Jahre gesichert werden kann. Drittens soll die dadurch gewonnene Zeit genutzt werden, um unabhängig von den bisherigen Überlegungen neue Perspektiven zu entwickeln – gegebenenfalls auch an einem anderen Standort und in kleinerem Umfang.
Abschließend wurde über die zukünftige Struktur der städtischen Website wedel.de berichtet. Ab dem 1. Januar 2026 soll der Internetauftritt werbefrei betrieben werden. Eine konzeptionelle Neuausrichtung ist für den Herbst angekündigt.
Die Kommunalaufsicht in Kiel hat den städtischen Haushalt 2025 freigegeben. Doch wer jetzt aufatmet, verkennt die eigentliche Botschaft: Die Genehmigung ist kein Vertrauensbeweis, sondern ein Warnsignal. Denn mit der Zustimmung ist eine unmissverständliche Erwartung verbunden – Wedel muss sparen. Und zwar konsequent.
Die Zahlen im Überblick:
Erträge: 103,0 Mio. Euro
Aufwendungen: 116,8 Mio. Euro
Defizit: –13,8 Mio. Euro
Investitionen: 14,3 Mio. Euro
Neue Kredite: 9,5 Mio. Euro (genehmigt)
Im Vergleich zum ersten Haushaltsentwurf konnte das Defizit durch Nachsteuerungen um 4 Mio. Euro reduziert werden. Weitere Einsparungen von 9,5 Mio. Euro sind für die kommenden Jahre im Rahmen der Haushaltssicherung 2028 vorgesehen – mit dem Ziel, ab 2028 wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.
Deutliche Worte der Aufsicht
Die Kommunalaufsicht macht in ihrer Haushaltsgenehmigung deutlich, dass sich Wedel in einer strukturell angespannten Lage befindet. Nach aktueller Einschätzung reicht die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht aus, um das bestehende Leistungsniveau dauerhaft zu finanzieren. Auch notwendige Investitionen sind nur noch über Kreditaufnahmen möglich – ein klares Alarmsignal.
Insbesondere mahnt die Aufsicht an, dass die bisher vorgelegten Vorschläge im Rahmen der Haushaltssicherung noch nicht genügen. Pauschale Einsparziele, ohne konkrete Maßnahmen dahinter, reichen nicht aus. Alle Beteiligten – Politik, Verwaltung und Gremien – stehen in der Verantwortung, die angedachten Konsolidierungsschritte zügig mit belastbaren Maßnahmen zu unterlegen und die Umsetzung mit Nachdruck anzugehen.
Fazit: Es gibt nichts mehr schönzureden
Die Genehmigung des Haushalts ist nicht das Ende der Diskussion, sondern ihr Anfang. Wedel steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Die Kommunalaufsicht verlangt keinen Prüfprozess, sondern ein Sparprogramm. Ohne tiefgreifende Einschnitte und harte politische Entscheidungen wird die Stadt ihre Handlungsfähigkeit verlieren. Der Ernst der Lage ist nicht mehr zu übersehen – und jetzt muss geliefert werden.
Rat beschließt Kündigung der Zuschussverträge mit AWO und DRK – Ziel: Fortsetzung mit geringerer Förderung
Im Rahmen der Haushaltssicherung 2028 hat der Rat der Stadt Wedel am 05. Juni 2025 mehrheitlich eine konkrete Einzelmaßnahme beschlossen: Die Verwaltung wird beauftragt, die laufenden Verträge mit der AWO Wedel e.V. und dem DRK-Ortsverein Wedel e.V. zum Betrieb der beiden Seniorentagesstätten fristgerecht zum 31. Dezember 2026 zu kündigen.
Die betroffenen Einrichtungen sind:
der AWO-Treff in Wedel,
die Begegnungsstätte des DRK in Wedel.
Was ist das Ziel der Maßnahme?
Die Stadt strebt ausdrücklich keine Einstellung der Angebote an. Vielmehr sollen mit beiden Trägern neue Verträge ausgehandelt werden, die eine Fortsetzung der Angebote bei reduzierten städtischen Zuschüssen ermöglichen. Die Leistungen für Seniorinnen und Senioren sollen dabei – soweit wie möglich – erhalten bleiben.
Die Reduzierung der Zuschüsse ist Teil der Maßnahme Nr. 13 „Zuschussangelegenheiten“ aus dem Konsolidierungskatalog. Ziel ist eine jährliche Einsparung von 30.000 € im städtischen Haushalt. Künftig sollen beiden Trägern jeweils nur noch 80.000 € jährlich zur Verfügung gestellt werden (zuvor zusammen 193.000 €).
Warum war eine Kündigung notwendig?
Nach den bestehenden Verträgen ist eine Kündigung jeweils nur zum 30. Juni eines Jahres zum Ende des darauffolgenden Jahres möglich. Eine Kündigung im Jahr 2025 führt daher zum Vertragsende am 31.12.2026. Hätte die Stadt diese Frist versäumt, wäre eine Anpassung der Zuschüsse erst zum 01.01.2028 möglich gewesen – zu spät, um das Konsolidierungsziel 2028 zu erreichen.
Da ein neuer Vertrag mit reduzierten Zuschüssen bis zur Kündigungsfrist am 30. Juni 2025 nicht realistisch verhandelt werden konnte, ist die Kündigung formaler Natur. Die Stadt strebt die Fortsetzung der Kooperation ausdrücklich an. Erste Gespräche mit AWO und DRK haben bereits stattgefunden; beide Träger wurden über den Schritt informiert.
Kontext der Maßnahme
Die Reduzierung freiwilliger Leistungen – bei gleichzeitigem Erhalt der Angebote – ist ein zentrales Element der Haushaltskonsolidierung. Im Handlungsfeld 4 „Familie und Soziales“ geht es darum, soziale Infrastruktur so auszugestalten, dass Teilhabe für alle Generationen erhalten bleibt – gleichzeitig muss aber das Handlungsfeld 8 „Finanzielle Handlungsfähigkeit“ erfüllt werden: ein dauerhaft genehmigungsfreier Haushalt.
Die Kündigung der bisherigen Verträge ist somit kein Rückzug aus der Seniorenarbeit, sondern eine vorausschauende Anpassung an die finanziellen Notwendigkeiten der Stadt Wedel.
Im Rahmen der Haushaltssicherung 2028 hat die Stadtverwaltung eine Vielzahl von Projektgruppen eingerichtet. Diese Projektgruppen bestehen jeweils aus einem verantwortlichen Fachbereich, einem Kernteam sowie späteren Teilnehmenden. Teilweise ist auch eine Beteiligung von externen Akteuren wie Beiräten, Schulen, Trägern oder Nutzergruppen vorgesehen. Die Maßnahmen sind auf verschiedene Jahre verteilt haushaltswirksam und beinhalten jeweils einen konkreten Arbeitsauftrag.
Im Fachbereich 1 wurden unter anderem folgende Projekte gestartet: Für die Ordnungsangelegenheiten (Parkplätze) wird ein Konzept zur Ausweisung weiterer gebührenpflichtiger Parkflächen sowie eine mögliche Anpassung bestehender Gebühren erarbeitet. Die Schulsozialarbeit soll im Hinblick auf die Abgrenzung zu Schule, Jugendamt und anderen Bereichen überprüft werden. Die Angebote von Musikschule, Volkshochschule und Stadtbücherei sollen überarbeitet werden, jeweils mit der Frage „Was geht anders?“ als Leitgedanken. Für das Stadtteilzentrum soll ein Neubaukonzept oder eine Reduzierung der Unterhaltungsaufwendungen geprüft werden.
Auch Zuschussangelegenheiten, insbesondere die Verträge mit den Tagesstätten von AWO und DRK, stehen im Fokus, mit dem Ziel, den Zuschuss um 30.000 € zu reduzieren. Bei den Ferienfreizeiten soll ein neues Konzept entwickelt werden, das Einsparungen von 70.000 € ermöglicht. Die Rückführung einer inklusiven Kita in ein Regelangebot ohne städtische Förderung ist für 2025 vorgesehen. Weitere Projekte betreffen die „Add-ons“ in den Kitas, die Schulkinderbetreuung mit Fokus auf Raumnutzung, sowie ein weiteres Projekt zur Anpassung an den künftigen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Auch für das Kinder- und Jugendzentrum, die Villa und die Sportstätten werden Konzepte erarbeitet, die auf Einsparung oder Neuordnung abzielen.
Im Fachbereich 2 stehen insbesondere gebäudebezogene und umweltbezogene Themen im Vordergrund. Das Gebäudemanagement hat die Aufgabe, die Nutzung aller städtischen Gebäude zu erfassen und Möglichkeiten zur Mehrfachnutzung zu identifizieren. Für das Förderzentrum soll ein Konzept zur alternativen Nutzung des Gebäudes erstellt werden. Bei den Spielplätzen ist vorgesehen, deren Zustand, Anzahl und Verpflichtung aus Bebauungsplänen zu prüfen und ggf. Spielplätze in Spielflächen umzuwandeln. Im Bereich Umweltgestaltung soll bis 2028 eine Einsparung von 400.000 € erzielt werden.
Im Fachbereich 3, der vor allem für Finanzen, Beteiligungen und zentrale Steuerung zuständig ist, wurden Projektgruppen zu übergreifenden Maßnahmen eingerichtet. Dazu zählen unter anderem die globale Ausgabenkürzung, die Aufgabenkritik im Bereich der Personalaufwendungen, sowie die Überprüfung aller Aufgaben in der sogenannten „111er“-Verwaltung. Weitere Projektgruppen beschäftigen sich mit dem Kombibad, der Stadtsparkasse Wedel, den Stadtwerken Wedel sowie mit möglichen Einnahmeerhöhungen durch Sponsoring, Öffentlich-Private-Partnerschaften (ÖPP) und eine Erhöhung der Grundsteuer.
Einige Projektgruppen haben bereits politische Beteiligung ab Projektstart vorgesehen. In vielen Fällen sind Jugendbeirat, Seniorenbeirat, Elternvertretungen, Schulen, soziale Träger oder betroffene Nutzende als Gesprächspartner einbezogen. Die Projektkerngruppen arbeiten fachlich zu, die Entscheidungshoheit liegt weiterhin bei den politischen Gremien. Der Maßnahmenzeitraum erstreckt sich je nach Projekt zwischen 2025 und 2028.
Die CDU rechnet mit der politischen Vergangenheit ab. In ihrer Rede spricht sie von zwölf Jahren gescheiterter Konsolidierungspolitik und moniert eine fatale Gleichsetzung von Finanzpolitik mit anderen Handlungsfeldern. Die Partei fordert eine klare Priorisierung der Finanzen, lehnt weitere Steuererhöhungen ab und kritisiert die „Verwässerung“ des Haushaltsbegleitbeschlusses durch Änderungsanträge. Die CDU stimmt dem Haushalt nur unter der Bedingung zu, dass die Konsolidierung konsequent umgesetzt wird.
SPD
Die SPD erkennt das strukturelle Defizit an, betont jedoch, dass Wedel sowohl ein Einnahmen- als auch ein Ausgabenproblem habe. Besonders wichtig ist der SPD der Erhalt sozialer Angebote wie der Schulsozialarbeit und der Villa. Sie spricht sich für einen pragmatischen und sozial ausgewogenen Konsolidierungsweg aus und hat sich am ausgehandelten Haushaltsbegleitbeschluss konstruktiv beteiligt.
FDP
Die FDP schlägt einen harten Sparkurs ein und sieht in der Finanzkrise ein hausgemachtes Ausgabenproblem. Sie fordert die vollständige Überprüfung aller freiwilligen Leistungen, schließt aber betriebsbedingte Kündigungen aus. Steuererhöhungen lehnt sie ab, und sie warnt vor einem Kontrollverlust an die Kommunalaufsicht. Dem Haushaltsbegleitbeschluss stimmt sie zu – dem Haushalt und dem Stellenplan jedoch nicht.
Grüne
Die Grünen setzen sich für eine sozial gerechte Konsolidierung ein. Sie kritisieren unrealistische Zielwerte und fordern präzisere Erläuterungen im Maßnahmenkatalog. Besonders wichtig ist ihnen der Schutz der Schulsozialarbeit. Sie befürworten neue Einnahmequellen wie eine Beherbergungssteuer und wollen kurzfristige Einsparungen nicht über langfristige Gestaltungsmöglichkeiten stellen. Konsolidierung – ja, aber mit Augenmaß und sozialem Gewissen.
Die Linke
Die Linke betrachtet die finanzielle Schieflage als Folge bundes- und landespolitischer Versäumnisse. Sie kritisiert Gebührenerhöhungen und soziale Einschnitte als Ausdruck einer kapitalistischen Systemlogik, der man sich notgedrungen unterwerfe. Kürzungen in sozialen Bereichen und neue Steuern lehnt sie ab – trotz Zustimmung zu Prüfaufträgen. Die Linke will soziale Gerechtigkeit nicht dem Rotstift opfern.
WSI
Die WSI zeigt sich frustriert und lehnt den Haushalt, den Stellenplan und den Begleitbeschluss vollständig ab. Sie bezweifelt die Umsetzbarkeit der vorgesehenen Maßnahmen und kritisiert die mangelnde Haushaltswahrheit. Stattdessen fordert sie eine Neustrukturierung des gesamten Haushalts über verbindliche Budgets. Aus ihrer Sicht reicht das bisherige Konzept bei weitem nicht aus, um Wedel finanziell zu stabilisieren.
Was steckt hinter den Reden – und wie geht es weiter?
Die Haushaltsreden der Wedeler Fraktionen zeigen vor allem eines: Einigkeit über die dramatische Lage, aber uneinheitliche Vorstellungen über den Weg hinaus. Die CDU präsentiert sich als Mahnerin mit Blick auf die Vergangenheit – mit der deutlichen Forderung nach Priorisierung und Disziplin. Sie lehnt symbolische Politik ab und pocht auf Durchsetzungskraft. Dabei wird auch Selbstkritik geübt – ein seltener, aber starker Moment.
Die SPD wiederum sucht den Ausgleich: Sie erkennt das Dilemma zwischen Einsparungen und sozialer Verantwortung und ringt sichtlich um pragmatische Lösungen. Ihre Handschrift ist der Versuch, den Haushalt zu sanieren, ohne dabei die gesellschaftliche Infrastruktur zu beschädigen – etwa bei Schulsozialarbeit und Kitas.
Die FDP verfolgt eine klare Linie der Ausgabenreduktion. Sie sieht in der Stadt einen überbordenden Kostenapparat und fordert „Realismus statt Romantik“. Steuererhöhungen? Nur über einen Bürgerentscheid. Ihre Mahnung: Wenn Wedel nicht spart, übernimmt die Aufsicht – ohne Rücksicht auf soziale Belange.
Die Grünen betonen den Menschen im Mittelpunkt der Konsolidierung. Sie möchten nicht einfach Zahlen kürzen, sondern Wirkungen verstehen – ein wichtiger Impuls. Sie rufen zur Steuerungsfähigkeit und neuen Einnahmen auf, kritisieren aber den Status quo scharf.
Die Linke lehnt das Sparparadigma grundsätzlich ab. Für sie sind soziale Leistungen nicht verhandelbar. Sie sieht die Kommune im Würgegriff von Bund und Land und wehrt sich gegen eine Politik, die auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen wird.
Die WSI schließlich hält gar nichts vom vorgelegten Konzept. Sie sieht den Haushalt als Fortsetzung eines „Weiter so“, dem sie sich konsequent verweigert. Ihre Forderung nach verbindlichen Budgets zeigt: Sie will Systemwechsel, nicht Detailkosmetik.
Die Konsolidierung 2025–2028 wird ein Kraftakt. Viele Fraktionen erkennen den Ernst der Lage, aber der Weg zur Rettung ist umkämpft. Während CDU, SPD, FDP und Grüne Kompromisse suchen, warnen Linke und WSI vor sozialen und strukturellen Kollateralschäden. Entscheidend wird sein, ob aus dem Begleitbeschluss tatsächlich ein belastbarer Konsolidierungsprozess erwächst – und ob Politik und Verwaltung den Mut haben, klare Entscheidungen zu treffen.
Die Stadt Wedel steht finanziell unter Druck. Der Haushaltsbegleitbeschluss 2025 ist ein zentraler Schritt in Richtung Haushaltskonsolidierung – doch wird der Weg zum Erfolg? Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Lage realistisch und stellt die wichtigsten Einflussfaktoren in einer SWOT-Analyse gegenüber.
🧭 Was ist eine SWOT-Analyse?
Die SWOT-Analyse ist ein strategisches Instrument aus dem Projekt- und Managementbereich. Sie hilft dabei, ein Vorhaben systematisch zu beurteilen – durch die Betrachtung von:
Stärken (Strengths): Was haben wir schon? Was hilft uns?
Schwächen (Weaknesses): Wo gibt es Lücken oder Hindernisse?
Chancen (Opportunities): Welche Entwicklungen oder Potenziale könnten uns helfen?
Risiken (Threats): Welche Gefahren oder Stolpersteine drohen?
Gerade bei langfristigen Prozessen wie der Haushaltskonsolidierung bietet eine SWOT-Analyse einen klaren Überblick – ohne Schönfärberei oder Panikmache.
📊 Die SWOT-Analyse zur Konsolidierung Wedels
💬 Fazit
Die Haushaltskonsolidierung in Wedel ist machbar – aber kein Selbstläufer. Sie braucht politisches Durchhaltevermögen, transparente Kommunikation und eine konsequente Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen. Die SWOT-Analyse zeigt: Das Fundament ist gelegt, doch ohne aktives Handeln und gemeinsame Verantwortung wird das Ziel schwer erreichbar.
Die Stadt Wedel steht vor einem entscheidenden Umbruch: Mit dem Haushaltsbegleitbeschluss 2025 wurde der erste ernsthafte Schritt unternommen, die Finanzlage der Stadt langfristig zu stabilisieren. Doch wie realistisch ist es, dass die Konsolidierung tatsächlich gelingt?
✅ Warum die Konsolidierung gelingen kann
Es gibt durchaus ermutigende Anzeichen:
Politische Einigkeit über die Lage: Nahezu alle Fraktionen erkennen die Dramatik der Haushaltsentwicklung an. Das gemeinsame Verständnis, dass „es so nicht weitergehen kann“, ist ein wichtiger Anfang.
Konkrete Maßnahmen liegen auf dem Tisch: Der Haushaltsbegleitbeschluss enthält bereits eine Vielzahl an Vorschlägen und Prüfaufträgen – etwa zur Doppelnutzung von Räumen, zur Begrenzung freiwilliger Leistungen oder zur Einnahmensteigerung.
Druck der Kommunalaufsicht: Ohne ernsthafte Konsolidierung ist keine Haushaltsgenehmigung zu erwarten. Das zwingt die Stadt zum Handeln und erhöht die Verbindlichkeit politischer Maßnahmen.
Konstruktive Zusammenarbeit: Die diesjährigen Haushaltsberatungen wurden über Parteigrenzen hinweg deutlich sachorientierter geführt als in der Vergangenheit.
❌ Was das Gelingen gefährdet
Trotz dieser positiven Signale gibt es auch erhebliche Herausforderungen:
Zweifel an der Ernsthaftigkeit: Fraktionen wie CDU, FDP und WSI machen deutlich, dass sie noch nicht überzeugt sind, ob die beschlossenen Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden – oder ob sie wieder verwässert werden.
Langer Atem erforderlich: Konsolidierung ist kein kurzfristiger Kraftakt, sondern ein Prozess über mehrere Jahre. Ohne Kontinuität und politischen Willen droht der Rückfall in alte Muster.
Wichtige Themen bleiben unangetastet: Der wachsende Stellenplan ist ein gutes Beispiel dafür: Trotz steigender Personalkosten bleibt dieser Bereich fast unberührt – das könnte sich als schwerer Bremsklotz herausstellen.
Politische Risiken bei konkreten Einschnitten: Sobald Kürzungen spürbar werden (z. B. bei Kultur, Betreuung oder sozialen Angeboten), wächst der Widerstand. Hier braucht es klare Kommunikation und nachvollziehbare Prioritäten.
Fazit
Das Fundament für die Haushaltskonsolidierung ist gelegt – aber der Erfolg ist kein Selbstläufer. Entscheidend wird sein, ob Verwaltung und Politik gemeinsam den eingeschlagenen Weg mutig und transparent weitergehen. Das bedeutet auch: unangenehme Entscheidungen treffen, offen kommunizieren und politische Glaubwürdigkeit beweisen.
Wenn das gelingt, kann Wedel bis 2028 wieder finanziell handlungsfähig werden. Die Chance ist da – aber sie muss aktiv ergriffen werden.
🟥 CDU fordert stärkere Priorisierung & keine Grundsteuererhöhung
Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Wedel hat in der Debatte um die Haushaltskonsolidierung klare Kante gezeigt: Es braucht mehr Mut zur Priorisierung – und eine Erhöhung der Grundsteuer darf nur das allerletzte Mittel sein.
Zwar hatte die CDU zunächst einen eigenen Antrag zum Haushaltsbegleitbeschluss eingebracht – als Ausdruck ihrer Sorge um die wachsende Verschuldung und den fehlenden Haushaltsüberschuss. Doch angesichts der klaren Mehrheiten im Haupt- und Finanzausschuss entschied sich die Fraktion, den Verwaltungsentwurf mitzutragen:
„Es gibt eine Mehrheit, die den Vorschlag der Verwaltung als Grundlage für ein Konsolidierungskonzept mitträgt. Diesen Kompromiss respektieren wir.“
Die Zustimmung sei aber keineswegs ein Freibrief:
„Wir werden weiter genau hinsehen – und darauf bestehen, dass Konsolidierung nicht nur versprochen, sondern auch umgesetzt wird.“
Zwei Punkte stießen der CDU dabei besonders auf:
Die wiederholte Diskussion um eine Grundsteuererhöhung. Nach bereits zwei Anhebungen in den letzten zwölf Jahren – ohne tiefgreifende strukturelle Einsparungen – sei dies nicht länger vermittelbar. Wedel liege im Hamburger Umland bereits an der Spitze beim Hebesatz.
Die Vorstellung, dauerhaft auf die Gewinne der Stadtwerke zuzugreifen. Das sei weder nachhaltig noch verantwortungsvoll: Wer Ausschüttungen fordere, müsse auch sagen, auf welche Investitionen dann verzichtet werden solle. Ein Unternehmen könne nicht gleichzeitig liefern, investieren und ausschütten.
CDU fordert Nachschärfung bei den Maßnahmen
Inhaltlich hatte die CDU vorgeschlagen, den Maßnahmenkatalog an entscheidenden Stellen zu erweitern, um die Konsolidierungsziele nicht nur auf dem Papier zu erreichen. Besonders im Blick: Einrichtungen mit hohen Zuschussbedarfen im Vergleich zu anderen Städten. Gefordert wurden u.a.:
Konzepte zur Kostenreduktion bei Musikschule, VHS und Stadtbücherei – mit Zielvorgaben für den Kostendeckungsgrad (80 % ohne Gebäudekosten) und Fokus auf eine Verschlankung der Strukturen, u.a. durch Verwaltungsverlagerung und Standortaufgabe.
Anpassungen in der Schulkinderbetreuung, insbesondere durch eine neue Beitragsstruktur und Kooperation mit dem Land.
Reduktion des Spielplatzbudgets um 25 % – mit Prüfung von Standortschließungen und Nachnutzungen.
Zur Begründung verweist die CDU auf eine zu geringe Ergebnisverbesserung von lediglich 3,3 Mio. € im Jahr 2028, die zudem durch Einmaleffekte (z.B. Erbbauverkäufe) geschönt sei. Die Fraktion mahnt an, dass Wedel deutlich höhere strukturelle Überschüsse brauche, um mittelfristig handlungsfähig zu bleiben – insbesondere mit Blick auf einen Schuldenstand von über 120 Mio. € und steigende Zinslasten.
Fazit: Verantwortung jetzt übernehmen
Für die CDU steht fest: Steuererhöhungen wie bei der Grundsteuer sind nur als Ultima Ratio vertretbar. Erst wenn alle realistischen Einsparpotenziale ausgeschöpft und strukturelle Reformen angepackt sind, darf über diesen Schritt überhaupt nachgedacht werden. Die Konsolidierung sei notwendig – aber bitte verantwortlich, ehrlich und zukunftsfähig.
In der Ratssitzung am 27. März 2025 hat die Stadt Wedel sowohl die Haushaltssatzung für 2025 als auch den Haushaltsbegleitbeschluss zur Haushaltssicherung 2028 mehrheitlich verabschiedet.
Der Haushaltsbegleitbeschluss enthält ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Haushaltskonsolidierung. Zuvor hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sechs Änderungsanträge eingebracht. Zwei davon wurden vom Rat angenommen und werden in die Umsetzung einbezogen.
✅ Zwei Änderungen beschlossen
🏫 Schulsozialarbeit (Maßnahme 7 / Antrag 7a)
Die ursprünglich vorgesehene Kürzung wurde gestrichen. Die Maßnahme bleibt erhalten, ein neues Finanzierungskonzept soll unter Einbeziehung von Land und Kreis erarbeitet werden. Abstimmungsergebnis: 16 Ja-Stimmen
🏛 Die Villa (Maßnahme 21 / Antrag 21a)
Statt die Angebote zu verlagern, wird ein Konzept zur Kostenreduktion am Standort entwickelt. Die soziale Funktion des Hauses bleibt bestehen. Abstimmungsergebnis: 13 Ja-, 10 Nein-Stimmen, 7 Enthaltungen
❌ Weitere Anträge abgelehnt
🏢 Gebäudemanagement (Maßnahme 4 / Antrag 4a)
Der Antrag, Verkaufsprüfungen stärker an sozialen und langfristigen Aspekten auszurichten, wurde abgelehnt. Abstimmung: 13 Ja, 14 Nein, 3 Enthaltungen
🧑🎓 Förderzentrum (Maßnahme 6 / Antrag 6a)
Der Vorschlag, statt Reduktion externe Vermietungen zu prüfen, fand keine Mehrheit. Abstimmung: 13 Ja, 14 Nein, 3 Enthaltungen
🏘 Hilfe für Wohnungslose (Maßnahme 11 / Antrag 11a)
Die beantragte sprachliche Klarstellung zur Reduzierung von Nachlässen wurde abgelehnt. Abstimmung: 12 Ja, 17 Nein, 1 Enthaltung
👥 Streetwork / KiJuZ (Maßnahme 20 / Antrag 20a, gemeinsam mit SPD)
Der Antrag, das Kinder- und Jugendzentrum unangetastet zu lassen und die Konzeptveränderung nur auf die Streetwork zu beziehen, wurde ebenfalls abgelehnt. Abstimmung: 13 Ja, 14 Nein, 3 Enthaltungen
Der beschlossene Haushalt weist ein Defizit von 13,8 Millionen Euro aus. Für eine Freigabe ist nun die Genehmigung durch die Kommunalaufsichtsbehörde in Kiel erforderlich. Es bleibt abzuwarten, in welchem Umfang diese Genehmigung erteilt wird.
🔗 Alle Maßnahmen und Änderungsanträge im Überblick: Der vollständige Haushaltsbegleitbeschluss inklusive aller Änderungsanträge ist hier abrufbar: Haushaltsbegleitbeschluss – Dokument auf wedel.de