Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Wedel hat in der Debatte um die Haushaltskonsolidierung klare Kante gezeigt: Es braucht mehr Mut zur Priorisierung – und eine Erhöhung der Grundsteuer darf nur das allerletzte Mittel sein.
Zwar hatte die CDU zunächst einen eigenen Antrag zum Haushaltsbegleitbeschluss eingebracht – als Ausdruck ihrer Sorge um die wachsende Verschuldung und den fehlenden Haushaltsüberschuss. Doch angesichts der klaren Mehrheiten im Haupt- und Finanzausschuss entschied sich die Fraktion, den Verwaltungsentwurf mitzutragen:
„Es gibt eine Mehrheit, die den Vorschlag der Verwaltung als Grundlage für ein Konsolidierungskonzept mitträgt. Diesen Kompromiss respektieren wir.“
Die Zustimmung sei aber keineswegs ein Freibrief:
„Wir werden weiter genau hinsehen – und darauf bestehen, dass Konsolidierung nicht nur versprochen, sondern auch umgesetzt wird.“
Zwei Punkte stießen der CDU dabei besonders auf:
Inhaltlich hatte die CDU vorgeschlagen, den Maßnahmenkatalog an entscheidenden Stellen zu erweitern, um die Konsolidierungsziele nicht nur auf dem Papier zu erreichen. Besonders im Blick: Einrichtungen mit hohen Zuschussbedarfen im Vergleich zu anderen Städten. Gefordert wurden u.a.:
Zur Begründung verweist die CDU auf eine zu geringe Ergebnisverbesserung von lediglich 3,3 Mio. € im Jahr 2028, die zudem durch Einmaleffekte (z.B. Erbbauverkäufe) geschönt sei. Die Fraktion mahnt an, dass Wedel deutlich höhere strukturelle Überschüsse brauche, um mittelfristig handlungsfähig zu bleiben – insbesondere mit Blick auf einen Schuldenstand von über 120 Mio. € und steigende Zinslasten.
Für die CDU steht fest: Steuererhöhungen wie bei der Grundsteuer sind nur als Ultima Ratio vertretbar. Erst wenn alle realistischen Einsparpotenziale ausgeschöpft und strukturelle Reformen angepackt sind, darf über diesen Schritt überhaupt nachgedacht werden. Die Konsolidierung sei notwendig – aber bitte verantwortlich, ehrlich und zukunftsfähig.
