Mit ihrem Tätigkeitsbericht für den Zeitraum März 2024 bis Mai 2025 legt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wedel ein beeindruckendes Zeugnis ihres Einsatzes vor. Auf über 18 Seiten wird sichtbar, wie vielfältig, tief verankert und wirksam kommunale Gleichstellungsarbeit sein kann – von interner Beratung und strategischer Personalentwicklung bis zu landesweiter Gesetzgebung und öffentlicher Sichtbarkeit.
Die Gleichstellungsbeauftragte ist fester Bestandteil verwaltungsinterner Prozesse, begleitet Dienstvereinbarungen, wirkt an Stellenbesetzungen mit und war federführend am neuen Gleichstellungsplan 2024–2028 beteiligt. Auch das Sicherheitskonzept für die Dienststelle wurde gemeinsam entwickelt.
Besondere Aufmerksamkeit widmet der Bericht der Umsetzung der Istanbul-Konvention. Workshops, Aufklärungskampagnen, Brötchentütenaktionen und enge Kooperation mit dem Frauenhaus Wedel zeigen: Wedel positioniert sich sichtbar gegen häusliche Gewalt. Dabei wird auch benannt, was fehlt: bezahlbarer Wohnraum als realistische Ausstiegsperspektive für Betroffene.
In Wedel gibt es bislang keine festen Anlaufstellen für queere Menschen. Umso wichtiger war die Gründung einer FLINTA*-Gruppe im KiJuZ. Auch die Regenbogenflaggen zum IDAHOBIT und erste Vernetzungsangebote sind Signale für ein offeneres Stadtklima.
Mit eigenen Schulungsprogrammen für weibliche Führungskräfte, dem Girls’Day, Engagement für „Respekt im Rat“ und aktiver Beteiligung an der Frauenquote in politischen Gremien schafft die Gleichstellungsbeauftragte Strukturen – und Vorbilder.
Kinoabende, Vorträge, digitale Infoplattformen zum Frauentag, Superheldinnen-Workshops, interkulturelle Begegnungen und historische Aufarbeitung der Frauenrechte in Wedel – das kulturelle Engagement zieht sich wie ein roter Faden durch den Bericht.
Als Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft sowie Vorsitzende des Gleichstellungsbeirates im Sozialministerium Schleswig-Holstein bringt die Wedeler Beauftragte auch auf Landesebene wichtige Impulse ein – etwa zur Digitalisierung, Gesetzesnovellierung oder Berichtspflicht in kommunalen Gesellschaften.
Der Bericht liest sich wie ein leidenschaftliches Plädoyer für eine moderne Gleichstellungspolitik. Deutlich wird: Gleichstellung ist kein Randthema, sondern eine Querschnittsaufgabe – und in Wedel mit Kompetenz, Kreativität und Haltung besetzt.