Zwei aktuelle Beiträge auf dem lokalen Portal wedel-klartext.de beleuchten ein drängendes Problem unserer Stadt: Während Wedel wächst und immer mehr Menschen hierher ziehen, schwindet parallel die Zahl der Arbeitsplätze. Die Zahlen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sowie der Agentur für Arbeit zeichnen ein klares Bild. Innerhalb von fünf Jahren sind rund 1.200 sozialversicherungspflichtige Stellen verloren gegangen. Begleitet wird diese Entwicklung von sinkenden Gewerbesteuereinnahmen. Dies zwingt uns, die Rahmenbedingungen für die lokale Wirtschaft kritisch zu beleuchten.
Die Hintergründe für den Verlust von Arbeitsplätzen sind vielschichtig. Namhafte Arbeitgeber wie Astra Zeneca oder Knorr Bremse haben den Standort Wedel in der Vergangenheit verlassen. Solche Beschlüsse fallen oftmals in den Konzernzentralen, jedoch spielen auch Standortfaktoren wie die verkehrliche Infrastruktur eine gewichtige Rolle. Eine wachsende Bevölkerung führt zwar zu neuen Gewerbeansiedlungen im Dienstleistungsbereich, diese können den massiven Verlust von Industriearbeitsplätzen in der Gesamtrechnung jedoch nicht ausgleichen.
Um im Wettbewerb um Unternehmen wieder aufzuholen, müssen wir vor Ort ansetzen und unsere eigenen Strukturen verbessern. Ein praxisnaher Baustein ist die Modernisierung der städtischen Wirtschaftsförderung durch das Modell einer One-Stop-Agency:
Liest man die Stellungnahmen der verschiedenen Ratsfraktionen zu den alarmierenden Zahlen auf wedel-klartext.de, bleibt ein ernüchternder Eindruck: So richtig Konstruktives ist dort leider kaum zu erkennen. Häufig wird die Verantwortung auf die Bundespolitik verwiesen oder das Handeln von Konzernen beklagt. Es ist richtig, dass wir aus dem Wedeler Rathaus heraus keine Weltpolitik steuern. Dennoch haben wir eigene Hausaufgaben zu erledigen. Statt Resignation oder der Diskussion über weitere Belastungen brauchen wir greifbare, lokale Lösungen. Die Etablierung einer serviceorientierten One-Stop-Agency wäre ein konkreter, machbarer Schritt, um bürokratische Hürden abzubauen und Wedel als Standort wieder attraktiv aufzustellen.
Abonnieren Sie meinen Newsletter und erhalten Sie fundierte Analysen zur Wedeler Kommunalpolitik direkt in Ihr Postfach.