Stellenplanänderung: Gewerbeangelegenheiten (1-302-09)

1. Finanzielle Analyse

Kosten der Stelle: 26.150 € jährlich (Schaffung 0,5 Stellen A10).

Diese Kosten sind im mittleren Bereich und könnten teilweise durch effizientere Bearbeitung der Rückstände kompensiert werden.

Sperrvermerk: Die Stelle wird nur nach Ratsbeschluss freigegeben, was zusätzliche Überprüfungen ermöglicht.


2. Kontext und Aufgabenbeschreibung

Hauptaufgaben der Stelle:

  • Bearbeitung von Anträgen und Genehmigungen im Bereich Gewerbe, Gaststätten und Bewachung.
  • Kontrolle und Überwachung von Gaststätten, Spielhallen und Sondernutzungen.
  • Durchführung von Verfahren bei Gewerbeuntersagungen, Erlaubniswiderrufen und unerlaubtem Handwerk.
  • Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten (Owi) und Prüfverfahren im Bewachungsgewerbe.

Aktuelle Rückstände und Herausforderungen:

  • Rückstände:
    • 28 offene Gaststättenerlaubnisse, davon 13 nur mündlich erteilt.
    • Mehrere nicht abgeschlossene Verfahren (z. B. Gewerbeuntersagungen, Handwerksverstöße).
  • Kontrollprobleme: Kontrollen finden nur eingeschränkt oder gar nicht statt, insbesondere bei Gaststätten und Veranstaltungen.
  • Steigende Anforderungen: Ein erheblicher Anstieg bei Prüfverfahren im Bewachungsgewerbe (von 2 im Jahr 2018 auf 61 im Jahr 2023).

3. Stellungnahme des Fachdienstes 3-10

Einschätzung:

  • Der Bedarf für die zusätzliche Stelle ist nachvollziehbar, da die Rückstände und Verzögerungen auf eine Überlastung des bestehenden Personals hindeuten.
  • Allerdings fehlen quantitative Daten zur genauen Arbeitsbelastung und Effizienzgewinnen durch die neue Stelle.

Empfehlung:

  • Aufnahme der Stelle in den Stellenplan mit einem Sperrvermerk, bis die Ergebnisse der laufenden Personalbedarfsbemessung vorliegen.
  • Eine Entscheidung über die Entfristung oder dauerhafte Schaffung der Stelle sollte erst nach Abschluss der Untersuchung getroffen werden.

4. Argumente für die Schaffung der Stelle

  • Abbau von Rückständen: Die zusätzlichen Kapazitäten könnten Rückstände abbauen und die Bearbeitung beschleunigen.
  • Verbesserung der Kontrollen: Regelmäßige Kontrollen und Prüfungen sind notwendig, um gesetzliche Anforderungen und Standards zu gewährleisten.
  • Steigerung der Servicequalität: Schnellere Bearbeitung von Anträgen und weniger Verzögerungen verbessern den Service für Bürger*innen und Unternehmen.

5. Argumente gegen die Schaffung der Stelle

  • Haushaltslage: Die finanziell angespannte Situation der Stadt macht neue Stellen nur bei klar belegtem Bedarf vertretbar.
  • Fehlende Daten: Ohne die Ergebnisse der Personalbedarfsbemessung bleibt unklar, ob die zusätzliche Stelle langfristig notwendig ist.
  • Alternativen zur Effizienzsteigerung: Es könnte geprüft werden, ob durch Digitalisierung oder interne Umstrukturierungen die Arbeitsbelastung reduziert werden kann.

6. Alternativen

  • Befristete Besetzung: Vorübergehende Besetzung der Stelle, bis die Personalbedarfsbemessung abgeschlossen ist.
  • Outsourcing: Vergabe bestimmter Aufgaben an externe Dienstleister, um das bestehende Personal zu entlasten.
  • Digitale Tools: Einführung digitaler Systeme zur Beschleunigung und Vereinfachung der Bearbeitung von Anträgen und Verfahren.

Bewertung der Notwendigkeit

  • Dringlichkeit: Mittel. Die Rückstände und gestiegenen Anforderungen rechtfertigen den Bedarf, jedoch sollten vor einer dauerhaften Schaffung der Stelle die Ergebnisse der Personalbedarfsbemessung abgewartet werden.

Empfehlung:

Kurzfristig: Aufnahme der Stelle in den Stellenplan mit einem Sperrvermerk, um kurzfristige Engpässe zu bewältigen und die Entscheidung über die Entfristung von den Ergebnissen der Personalbedarfsbemessung abhängig zu machen.

Langfristig: Entwicklung eines strategischen Plans zur Digitalisierung und Effizienzsteigerung im Bereich Gewerbeangelegenheiten.

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