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Blick über den Tellerrand: So steht es um die Kommunalhaushalte 2026 in Schleswig-Holstein

in unseren Ausschüssen und in der Ratsversammlung diskutieren wir intensiv über den Haushalt unserer Stadt. Doch wie sieht es eigentlich bei unseren Nachbarn und anderen Kommunen in Schleswig-Holstein aus? Ein Vergleich zeigt deutlich, dass viele Städte mit ähnlichen finanziellen Herausforderungen kämpfen – und die Kommunalaufsicht zunehmend hart durchgreift.

Hier ist eine Zusammenfassung, unter welchen Bedingungen die Haushalte anderer schleswig-holsteinischer Kommunen für das Jahr 2026 (Stand Ende März) genehmigt wurden.

Die Musterschüler: Ausgeglichen und genehmigungsfrei

Kommunen, die einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen können, benötigen keine formelle Genehmigung der Kommunalaufsicht.

  • Eckernförde, Ahrensburg und Kaltenkirchen: Diese Städte haben für 2026 Haushalte aufgestellt, die genehmigungsfrei sind.

  • Besonderheit in Kaltenkirchen: Auch wenn der Haushalt hier ausgeglichen und genehmigungsfrei ist, gibt es vor Ort politisch starke Diskussionen aufgrund der hohen Kreditaufnahme und des Schuldenanstiegs.

Genehmigt – aber mit dem Rotstift der Kommunalaufsicht

In vielen Städten, die Kredite aufnehmen müssen, greifen das Innenministerium aktiv in das Zahlenwerk ein. Die Genehmigungen erfolgten hier teils mit harten Auflagen:

  • Heide: Der Haushalt wurde zwar genehmigt, allerdings mit massiven Sparvorgaben. Insgesamt müssen rund 6,5 Millionen Euro gekürzt werden, davon allein knapp 6 Millionen Euro bei den Investitionen.

  • Schleswig: Hier müssen die veranschlagten Kredite um fast 7 Millionen Euro und die sogenannten Verpflichtungsermächtigungen (VE) um knapp 9 Millionen Euro gegenüber dem ursprünglichen Entwurf reduziert werden.

  • Reinbek: Auch hier kürzte die Kommunalaufsicht die Summen deutlich. Genehmigt wurden letztlich nur noch 13,5 Mio. Euro an Krediten und 21,75 Mio. Euro an VE.

  • Elmshorn und Rendsburg: Die Genehmigungen wurden offiziell „mit Einschränkungen“ erteilt. In Rendsburg bedeutet dies konkret, dass von den beantragten Investitionskrediten nur ein Teilbetrag von 13 Millionen Euro bewilligt wurde.

  • Geesthacht und Quickborn: Beide Städte erhielten das grüne Licht für teils hohe zweistellige Millionenbeträge bei Krediten und Verpflichtungsermächtigungen, bekamen vom Land aber einen klaren Hinweis auf die angespannte Lage und den dringenden weiteren Konsolidierungsbedarf mit auf den Weg.

Genehmigt ohne große Hürden

Einige wenige Kommunen mit Defiziten bekamen ihre Haushalte ohne weitere Auflagen durchgewunken:

  • Bad Oldesloe: Der Doppelhaushalt 2026/27 wurde antragsgemäß genehmigt. Die Stadt profitiert hierbei davon, dass sie hohe Fehlbeträge noch über die eigene Ausgleichsrücklage abdecken kann.

  • Itzehoe und Pinneberg: Beide Kommunen erhielten frühe Genehmigungen für ihre Satzungen (inklusive Investitionskrediten im zweistelligen bzw. hohen einstelligen Millionenbereich), ohne dass gesonderte Auflagen in den Bekanntmachungen genannt wurden.

Die Hängepartien: Warten auf grünes Licht

  • Husum und Wedel: Für diese beiden Kommunen ist aktuell noch keine Genehmigung für das Haushaltsjahr 2026 öffentlich nachweisbar.

Aktualisierung der Haushaltskonsolidierung: Fortschritte im Januar 2026

Der Prozess zur Stabilisierung der Wedeler Stadtfinanzen hat im Januar 2026 weitere wichtige Etappen erreicht. Ein Vergleich der Konsolidierungsliste vom 30.01.2026 mit dem Stand vom Monatsbeginn verdeutlicht, dass die Planung von allgemeinen Sparvorgaben hin zu konkreten Umsetzungsdaten und verifizierten Beträgen voranschreitet.

Präzisierung der Einsparbeträge

In der zweiten Januarhälfte wurden die globalen und fachspezifischen Sparziele für die kommenden Haushaltsjahre auf Basis aktueller Daten verfeinert:

  • Globale Ausgabenkürzung: Die ursprünglich pauschal angesetzte Kürzung wurde unter Berücksichtigung gesetzlicher und vertraglicher Verpflichtungen fortgeschrieben. Für das Jahr 2026 ist nun ein Betrag von 1.845.200 € und für 2027 eine Summe von 1.849.500 € als verbindliches Einsparziel vorgesehen.
  • Personalaufwendungen: Im Bereich der Aufgabenkritik liegen erste Ergebnisse vor. Durch den Stellenplan 2026/2027 konnten Einsparungen in Höhe von 388.000 € fest in die Kalkulation übernommen werden.
  • Verwaltungssteuerung: Für diesen Bereich wurden für 2026 Einsparungen von 309.500 € und für 2027 von 301.000 € terminiert.

Operative Fortschritte in den Projektgruppen

Parallel zur finanziellen Planung haben die Fachgruppen ihre Arbeit intensiviert und den Status der Maßnahmen konkretisiert:

  • Gebäudemanagement: Zur Prüfung von Mehrfachnutzungen und der Aufgabe von Gebäuden liegen mittlerweile die Protokolle der ersten beiden Sitzungen vor. Die Auswertung der Gebäudebelegungen ist abgeschlossen; aktuell finden Abstimmungsgespräche über potenzielle Umzugsszenarien statt.
  • Schulsozialarbeit: Die geplante Aufgabenkritik, welche die zukünftige Breite des Angebots definieren soll, wurde für das erste Quartal 2026 fest terminiert.
  • Musikschule: Bei der Standortsuche wird das Reepschlägerhaus als möglicher Sitz für die Verwaltung geprüft. Zudem laufen Gespräche mit der Leitung des Johann-Rist-Gymnasiums über die Nutzung dortiger Räumlichkeiten.

Investitionen als Voraussetzung

Ein wichtiger neuer Aspekt im Bereich der Ordnungsangelegenheiten (Parkraum) ist die Feststellung, dass zur Erzielung der angestrebten Mehrerträge zunächst investive Mittel im Haushalt 2026 bereitgestellt werden müssen, beispielsweise für die Anschaffung neuer Parkscheinautomaten.

Die Entwicklungen im Januar zeigen, dass die Konsolidierungsbemühungen der Stadt Wedel zunehmend an Verbindlichkeit gewinnen und die Verwaltung die operativen Schritte zur Umsetzung konsequent vorbereitet.

Rubrik: Haushaltskonsolidierung | Stand: 30. Januar 2026

Haushaltssicherung Wedel: Januar-Bericht konkretisiert Facharbeit für VHS und Stadtbücherei

 

Berichtsstand: 09. Januar 2026 | Status: Monatliche Fortschreibung | Redaktion: wedel-politik.de

Im Rahmen des kontinuierlichen monatlichen Controllings zur Haushaltssicherung 2028 zeigt der aktuelle Sachstand vom Januar 2026 eine deutliche Schärfung der fachlichen Konzepte. Während die Grundsteuer-Beschlüsse des Vorjahres nun formal im Berichtswesen abgebildet sind, rücken konkrete operative Meilensteine für die Bildungs- und Kultureinrichtungen in den Fokus.

Das aktuelle Update der Projektgruppenarbeit (Stand 09.01.2026) belegt, dass die Phase der allgemeinen Prüfaufträge in vielen Bereichen abgeschlossen ist. Die Verwaltung arbeitet nun gezielt an Entscheidungsvorlagen für die kommenden Ausschusssitzungen.

Monitoring: Fiskalische Basis und operative Meilensteine

Grundsteuer B: Formale Aufnahme in die Controlling-Liste

Die im Dezember 2025 vom Rat beschlossene Anhebung der Grundsteuer B auf 630 Prozentpunkte (BV/2025/090) wurde mit dem aktuellen Update nun auch formal in die monatliche Berichterstattung aufgenommen. Die Maßnahme wird dort ab sofort mit dem Status „Umgesetzt“ (Grün) geführt und bildet die fiskalische Grundlage der Haushaltskonsolidierung.

Personalaufwendungen: Kontinuierliche Zielerreichung

Auch bei den Personalkosten zeigt das monatliche Monitoring eine stabile Entwicklung. Die bereits realisierten Einsparungen von 388.000 € sind fest im Stellenplan 2026/2027 verankert. Die laufende Aufgabenkritik bleibt hier das zentrale Steuerungsinstrument der Verwaltung.

Detaillierung der Fachkonzepte (VHS & Bücherei)

Im Vergleich zum Vormonat wurden die aktuellen Stände für die kulturellen Einrichtungen deutlich präzisiert, was die Kontrollfähigkeit durch die Politik erhöht:

Projekt / Bereich Sachstand laut Januar-Update
Volkshochschule (VHS) Präzisierung der Auszugsplanung (Prüfung Standort Autal). Detaillierte Vorlage inkl. Kostenvergleich für Q2 2026 in Arbeit.
Stadtbücherei Identifikation konkreter Kostentreiber. Einsparungen durch IT-Modernisierung und neues Lichtkonzept in Umsetzung.
Schulsozialarbeit Erste Treffen abgeschlossen; Durchführung einer tiefgreifenden Aufgabenkritik fest für das 1. Quartal 2026 terminiert.

Langfrist-Thema: Gebäudemanagement

Die monatliche Überprüfung bestätigt die Komplexität der Flächenoptimierung. Die Projekte zur Mehrfachnutzung von Räumen und zur Zusammenlegung von Betriebshöfen erfordern eine enge Abstimmung zwischen den Fachdiensten. Ziel ist weiterhin die Senkung der Bewirtschaftungskosten und die Vorbereitung von Immobilienveräußerungen zur Entlastung des Investitionshaushalts.

Transparenz durch fortlaufende Berichterstattung

Das Januar-Update unterstreicht die Bedeutung des regelmäßigen Controllings für die Haushaltsstabilität. Die präzisierten Daten bilden die Grundlage für die Beratungen im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) und sichern die Information von Bürgern und Politik über den Fortgang der Konsolidierungsmaßnahmen.

Weitere interessante Informationen auf wedel-politik.de

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Bericht des Landesrechnungshofs (LRH) über die Überörtliche Prüfung der Stadt Wedel (2019)

Der Landesrechnungshof Schleswig-Holstein (LRH) hat die Stadt Wedel gemeinsam mit den Mittelstädten Elmshorn und Quickborn einer umfassenden überörtlichen Prüfung unterzogen. Ziel dieser Untersuchung war es, die Finanzlage, die organisatorischen Strukturen und die Verfahrensabläufe der Verwaltung zu bewerten sowie Verbesserungspotenziale aufzuzeigen. Die Prüfung basiert auf den Jahresabschlüssen der Jahre 2013 bis 2018 sowie den Haushaltsplanungen bis 2023. Der Bericht hebt hervor, dass erhebliche Schwächen in der Finanz- und Verwaltungsstruktur bestehen, die eine nachhaltige Leistungsfähigkeit der Stadt gefährden.

Ist-Zustand der Stadt Wedel

1. Finanzlage

Die Stadt Wedel befindet sich in einer finanziell schwierigen Situation. Hierzu tragen folgende Faktoren bei:

  • Defizite: In den Jahren 2013, 2014 und 2018 verzeichnete die Stadt erhebliche Fehlbeträge von insgesamt 14,3 Mio. €. Bis 2023 sind weitere Fehlbeträge von 16,6 Mio. € geplant, was ein kumuliertes Defizit von 30,9 Mio. € bedeutet.
  • Schulden: Der Schuldenstand wird bis 2023 auf 99,6 Mio. € ansteigen, wodurch der Schuldendienst (aktuell 187 € pro Einwohner) zu einer zunehmenden Belastung wird.
  • Investitionen: Der Reinvestitionsbedarf, insbesondere bei der Straßeninfrastruktur, beträgt über 26 Mio. €. Der hohe Anlagenabnutzungsgrad (62 %) verdeutlicht den dringenden Handlungsbedarf.
  • Ungleichgewicht: Zwischen Einnahmen und Ausgaben besteht ein strukturelles Ungleichgewicht, das die finanzielle Stabilität der Stadt langfristig gefährdet.

2. Forderungsmanagement

Das Forderungsmanagement weist deutliche Defizite auf, die sich negativ auf die Liquidität der Stadt auswirken:

  • Offene Forderungen: Im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2018 beliefen sich die offenen Forderungen auf 2,3 Mio. €, was 69 € pro Einwohner entspricht.
  • Mahnwesen: Mahnverfahren werden nicht regelmäßig durchgeführt, und es fehlt an systematischen Kontrollen sowie aussagekräftigen Kennzahlen.
  • Vollstreckung: Die Erfolgsquoten des Vollstreckungsdiensts sind niedrig und werden nicht konsequent überwacht oder optimiert.

3. Organisation

Die organisatorischen Strukturen der Verwaltung sind veraltet und unzureichend:

  • Dienstanweisungen: Viele Anweisungen und Vereinbarungen sind nicht mehr aktuell und entsprechen nicht den heutigen Anforderungen.
  • Berichtswesen: Es fehlt ein rechtskonformes Berichtswesen nach § 45c GO, das eine transparente Steuerung ermöglichen würde.
  • Zielfindungsprozess: Der seit 1999 laufende Zielfindungsprozess ist noch immer nicht abgeschlossen. Vorhandene Ziele und Kennzahlen sind wenig aussagekräftig.

4. Personalmanagement

  • Personalkosten: Die Kosten pro Einwohner liegen mit 329 € deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Kommunen.
  • Leistungsorientierte Bezahlung: Ein systematisches System zur leistungsorientierten Vergütung fehlt. Stattdessen erfolgen pauschale Ausschüttungen ohne gezielte Steuerungswirkung.
  • Personalbericht: Der jährliche Personalbericht enthält keine relevanten Steuerungskennzahlen wie Krankenstände oder Mehrarbeitszeiten.

5. Kostenrechnende Einrichtungen

Kostenrechnende Einrichtungen wie der Bauhof, die Straßenreinigung und der Markt weisen erhebliche Defizite auf:

  • Kostendeckung: Die Einrichtungen arbeiten nicht kostendeckend, und es fehlen verbindliche Standards zur Kosten- und Leistungsrechnung.
  • Verlustausgleich: Verluste werden aus allgemeinen Steuereinnahmen kompensiert, was den Haushalt zusätzlich belastet.

6. Steuerrechtliche Anpassungen (§ 2b UStG)

Die Stadt hat noch keine ausreichenden Strukturen zur Umsetzung steuerrechtlicher Vorgaben geschaffen:

  • Tax Compliance Management-System: Ein solches System zur Einhaltung steuerrechtlicher Anforderungen ist nicht etabliert.
  • Politische Entscheidungen: Die Klärung wichtiger Nutzungsentgelte wie Park- oder Marktgebühren ist noch nicht abgeschlossen.

Empfehlungen

Der LRH gibt umfangreiche Empfehlungen zur Verbesserung der Situation:

  • Haushaltskonsolidierung: Durchführung einer Produktkritik zur Identifikation ineffizienter Leistungen und Nutzung von Ertragspotenzialen.
  • Forderungsmanagement: Effizientere Mahnverfahren und bessere Steuerung durch aussagekräftige Kennzahlen.
  • Organisation: Aufbau eines rechtskonformen Berichtswesens und Aktualisierung von Dienstanweisungen.
  • Personalmanagement: Senkung der Personalkosten und Einführung eines leistungsorientierten Vergütungssystems.
  • Kostendeckende Einrichtungen: Aufbau einer verbindlichen Kostenrechnung und Anpassung der Gebühren.
  • h3>Fazit

Der Landesrechnungshof Schleswig-Holstein (LRH) kommt in seinem Bericht zu einem klaren und deutlichen Fazit: Die Stadt Wedel steht vor erheblichen finanziellen, organisatorischen und strukturellen Herausforderungen, die ihre langfristige Leistungsfähigkeit gefährden. Ohne konsequente und umfassende Reformen wird die Stadt Wedel kaum in der Lage sein, ihre Haushaltsdefizite auszugleichen, ihre Schuldenlast zu reduzieren oder notwendige Investitionen in die Infrastruktur umzusetzen.

Finanzielle Herausforderungen

Die finanzielle Lage der Stadt ist durch strukturelle Defizite gekennzeichnet, die sich durch hohe Schulden, steigende Zinsbelastungen und einen signifikanten Investitionsstau weiter verschärfen. Die Einnahmen reichen nicht aus, um die steigenden Ausgaben zu decken, und der Handlungsspielraum wird durch den Schuldendienst erheblich eingeschränkt. Die Investitionsrückstände, insbesondere im Bereich der Straßeninfrastruktur, gefährden zudem die Qualität und Funktionsfähigkeit der öffentlichen Leistungen.

Organisatorische Schwächen

Der Bericht hebt hervor, dass die Verwaltungsstrukturen der Stadt veraltet und ineffizient sind. Dienstanweisungen und interne Regelungen sind teils nicht mehr aktuell, und ein rechtskonformes Berichtswesen fehlt. Diese Mängel behindern eine effektive Steuerung und Transparenz in der Verwaltung. Auch die unzureichende Überwachung und Steuerung von Forderungen sowie das Fehlen verbindlicher Kosten- und Leistungsrechnungen verschärfen die finanziellen Probleme der Stadt.

Personalkosten und Steuerungsdefizite

Die Personalkosten liegen über dem Durchschnitt vergleichbarer Kommunen, ohne dass ein leistungsorientiertes Vergütungssystem existiert. Dies führt zu einer ineffizienten Nutzung der personellen Ressourcen. Der jährliche Personalbericht enthält zudem keine relevanten Steuerungskennzahlen, die eine Verbesserung der Personalplanung und -führung ermöglichen würden.

Empfohlene Reformen

Der Landesrechnungshof fordert die Stadt Wedel auf, sofortige und umfassende Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung, Organisationsmodernisierung und Effizienzsteigerung zu ergreifen. Zu den zentralen Empfehlungen gehören:

    • Die Einführung einer strategischen Haushaltskonsolidierung mit einer systematischen Produktkritik zur Überprüfung und Optimierung aller städtischen Leistungen.
    • Die Verbesserung des Forderungsmanagements durch effizientere Mahnverfahren und die Einführung von Kennzahlen zur Überwachung und Steuerung.
    • Der Aufbau eines rechtskonformen Berichtswesens nach § 45c GO und die Modernisierung von internen Anweisungen und Regelungen.
    • Die Einführung eines leistungsorientierten Vergütungssystems und die Verbesserung der Personalplanung durch aussagekräftige Berichte.
    • Die Schaffung eines verbindlichen Kosten- und Leistungsrechnungssystems sowie die Anpassung von Gebühren, um eine kostendeckende Finanzierung sicherzustellen.

Ausblick

Die Umsetzung der vom LRH vorgeschlagenen Maßnahmen erfordert entschlossenes Handeln von Politik und Verwaltung. Nur durch eine konsequente Umsetzung der Reformen kann die Stadt Wedel ihre finanzielle Stabilität wiederherstellen, die Qualität ihrer öffentlichen Leistungen sichern und eine nachhaltige Entwicklung gewährleisten. Der Bericht bietet eine klare Grundlage für den notwendigen Veränderungsprozess und sollte als Leitfaden für die kommenden Jahre dienen.

Bericht des LRH

Stellungnahme der Stadt Wedel

Kurzversion: Bericht des Landesrechnungshofs (LRH) über die Überörtliche Prüfung der Stadt Wedel (2019)

Hier geht es zur ausführlichen Zusammenfassung

Finanzielle Herausforderungen

Die finanzielle Lage der Stadt ist durch strukturelle Defizite gekennzeichnet, die sich durch hohe Schulden, steigende Zinsbelastungen und einen signifikanten Investitionsstau weiter verschärfen. Die Einnahmen reichen nicht aus, um die steigenden Ausgaben zu decken, und der Handlungsspielraum wird durch den Schuldendienst erheblich eingeschränkt. Die Investitionsrückstände, insbesondere im Bereich der Straßeninfrastruktur, gefährden zudem die Qualität und Funktionsfähigkeit der öffentlichen Leistungen.

Organisatorische Schwächen

Der Bericht hebt hervor, dass die Verwaltungsstrukturen der Stadt veraltet und ineffizient sind. Dienstanweisungen und interne Regelungen sind teils nicht mehr aktuell, und ein rechtskonformes Berichtswesen fehlt. Diese Mängel behindern eine effektive Steuerung und Transparenz in der Verwaltung. Auch die unzureichende Überwachung und Steuerung von Forderungen sowie das Fehlen verbindlicher Kosten- und Leistungsrechnungen verschärfen die finanziellen Probleme der Stadt.

Personalkosten und Steuerungsdefizite

Die Personalkosten liegen über dem Durchschnitt vergleichbarer Kommunen, ohne dass ein leistungsorientiertes Vergütungssystem existiert. Dies führt zu einer ineffizienten Nutzung der personellen Ressourcen. Der jährliche Personalbericht enthält zudem keine relevanten Steuerungskennzahlen, die eine Verbesserung der Personalplanung und -führung ermöglichen würden.

Empfohlene Reformen

Der Landesrechnungshof fordert die Stadt Wedel auf, sofortige und umfassende Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung, Organisationsmodernisierung und Effizienzsteigerung zu ergreifen. Zu den zentralen Empfehlungen gehören:

  • Die Einführung einer strategischen Haushaltskonsolidierung mit einer systematischen Produktkritik zur Überprüfung und Optimierung aller städtischen Leistungen.
  • Die Verbesserung des Forderungsmanagements durch effizientere Mahnverfahren und die Einführung von Kennzahlen zur Überwachung und Steuerung.
  • Der Aufbau eines rechtskonformen Berichtswesens nach § 45c GO und die Modernisierung von internen Anweisungen und Regelungen.
  • Die Einführung eines leistungsorientierten Vergütungssystems und die Verbesserung der Personalplanung durch aussagekräftige Berichte.
  • Die Schaffung eines verbindlichen Kosten- und Leistungsrechnungssystems sowie die Anpassung von Gebühren, um eine kostendeckende Finanzierung sicherzustellen.

Ausblick

Die Umsetzung der vom LRH vorgeschlagenen Maßnahmen erfordert entschlossenes Handeln von Politik und Verwaltung. Nur durch eine konsequente Umsetzung der Reformen kann die Stadt Wedel ihre finanzielle Stabilität wiederherstellen, die Qualität ihrer öffentlichen Leistungen sichern und eine nachhaltige Entwicklung gewährleisten. Der Bericht bietet eine klare Grundlage für den notwendigen Veränderungsprozess und sollte als Leitfaden für die kommenden Jahre dienen.

 

Fazit

Die Stadt Wedel steht vor tiefgreifenden finanziellen und organisatorischen Problemen. Hohe Schulden, strukturelle Defizite und ineffiziente Verwaltungsabläufe gefährden die nachhaltige Leistungsfähigkeit der Stadt. Zu den Hauptproblemen zählen:

  • Ein strukturelles Defizit von insgesamt 30,9 Mio. € bis 2023.
  • Ein hoher Investitionsstau von über 26 Mio. €, insbesondere im Bereich der Straßeninfrastruktur.
  • Veraltete Dienstanweisungen und fehlende Steuerungsinstrumente wie ein rechtskonformes Berichtswesen.
  • Unzureichendes Forderungsmanagement und eine ineffiziente Kosten- und Leistungsrechnung.
  • Hohe Personalkosten ohne leistungsorientierte Vergütungssysteme.

Der Landesrechnungshof empfiehlt eine strategische Haushaltskonsolidierung, die Modernisierung der Organisation und die Einführung effizienterer Verwaltungsstrukturen. Die Umsetzung der Reformen ist zwingend erforderlich, um die finanzielle Stabilität und die Leistungsfähigkeit der Stadt dauerhaft sicherzustellen.

Bericht des LRH

Kurzversion: Stellungnahme der Stadt Wedel zum LRH Bericht

Hier geht es zur ausführlichen Version

Die Stadt Wedel erkennt die Mehrheit der Empfehlungen des LRH an und hat bereits zahlreiche Maßnahmen eingeleitet. Besondere Schwerpunkte:

  • Ein Haushaltskonsolidierungskonzept mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen.
  • Verbesserungen im Forderungsmanagement durch neue Software und externe Unterstützung.
  • Modernisierung von Organisationsstrukturen, inkl. Prozessdigitalisierung und Erstellung eines zentralen Geschäftsverteilungsplans.
  • Optimierung der Kostenrechnung und Gebührenkalkulationen.
  • Weiterentwicklung der steuerrechtlichen Prozesse und Einführung von Compliance-Systemen.

In einigen Bereichen sieht die Stadt jedoch keinen zusätzlichen Handlungsbedarf, etwa bei der Personalstruktur oder der aktuellen Strategie zur Schuldenverwaltung.

 

Maßnahme Bewertung durch die Stadt
Haushaltskonsolidierungskonzept Sinnvoll, bereits in Umsetzung
Diversifizierung der Gewerbesteuerzahler Sinnvoll, jedoch begrenzte Steuerungsmöglichkeiten
Auslagerung der Vollstreckung Sinnvoll, umgesetzt durch den Kreis Pinneberg
Erstellung eines zentralen Geschäftsverteilungsplans Sinnvoll, in Arbeit
Aktualisierung aller Dienstanweisungen Sinnvoll, jedoch zeit- und ressourcenintensiv
Leistungsorientierte Bezahlung (LOB) Wenig sinnvoll, andere Ansätze bevorzugt
Zentralisierung der Kostenrechnung Sinnvoll, in Planung
Modernisierung des Berichtswesens Sinnvoll, bereits in Zusammenarbeit mit der Politik

Bericht des LRH

Stellungnahme der Stadt Wedel

Stellungnahme der Stadt Wedel zum Bericht des Landesrechnungshofs

Die Stadt Wedel hat die Stellungnahme zum Bericht des Landesrechnungshofs Schleswig-Holstein (LRH) detailliert ausgearbeitet, um die Kritikpunkte und Empfehlungen zu bewerten und eine eigene Perspektive darzustellen. Dabei erkennt die Stadt viele der Empfehlungen als sinnvoll an, sieht jedoch bei einigen Punkten keinen Optimierungsbedarf oder verweist auf bereits eingeleitete Maßnahmen. Die Stellungnahme ist in die sechs Hauptthemen des LRH-Berichts gegliedert: Finanzlage, Forderungsmanagement, Organisation, Personal, kostenrechnende Einrichtungen und Steuerrecht.

Finanzlage

  • Akzeptierte Kritik: Die Stadt stimmt zu, dass die dauerhafte Leistungsfähigkeit aktuell nicht gegeben ist. Maßnahmen wie ein Haushaltskonsolidierungskonzept (HKK) und Optimierungen bei Investitionsprojekten wurden bereits eingeleitet.
  • Gewerbesteuer: Der Rückgang großer Gewerbesteuerzahler wird als Risiko erkannt. Die Stadt arbeitet an einer Diversifizierung der Unternehmensstruktur, sieht jedoch nur begrenzte Steuerungsmöglichkeiten.
  • Schuldenmanagement: Die Empfehlungen zu gemischten Darlehensportfolios werden als wirtschaftlich sinnvoll bewertet, jedoch mit Blick auf die Zinsentwicklung angepasst.

Forderungsmanagement

  • Optimierungspotenziale: Die Stadt sieht Verbesserungspotenziale, etwa durch die Einführung neuer Software (proDoppik) und die Auslagerung der Vollstreckung an den Kreis Pinneberg ab 2022.
  • Korrektur falscher Daten: Der LRH hat eine fehlerhafte Einbeziehung von Forderungen festgestellt, wodurch die tatsächlichen Zahlen niedriger ausfallen.

Organisation

  • Strukturen und Prozesse: Die Stadt hebt hervor, dass Organisationsstrukturen kontinuierlich angepasst werden. Aktuell wird ein Prozessregister erstellt, um Optimierungspotenziale zu identifizieren.
  • Geschäftsverteilungsplan: Ein neuer zentraler Plan wird erstellt, um Defizite zu beheben.
  • Dienstanweisungen: Die Stadt stimmt der Notwendigkeit zu, diese zu aktualisieren, verweist jedoch auf begrenzte Kapazitäten.

Personal

  • Personalkosten: Die Stadt verteidigt ihren Ansatz und betont besondere Herausforderungen wie die Nähe zu Hamburg und unterschiedliche Aufgabenprofile im Vergleich zu anderen Kommunen.
  • Beurteilungsrichtlinie: Wedel setzt auf regelmäßiges Feedback statt auf starre Beurteilungen.
  • LOB: Die Stadt hält die leistungsorientierte Bezahlung für wenig effektiv und bevorzugt andere Anreizsysteme.

Kostenrechnende Einrichtungen

  • Kostenrechnung: Eine Zentralisierung und Standardisierung der Kostenrechnung wird angestrebt. Betriebsabrechnungen sollen ab 2023 regelmäßig erfolgen.
  • Gebührenkalkulation: Die Stadt arbeitet an Nachkalkulationen, etwa bei Straßenreinigung und Bauhof.

Steuerrecht (§ 2b UStG)

  • Tax Compliance: Die Stadt hat Dienstanweisungen für steuerliche Prozesse eingeführt und wird diese weiterentwickeln.

Kurzversion: Übersicht

 

Tabelle: Maßnahmen

Maßnahme Bewertung durch die Stadt
Haushaltskonsolidierungskonzept Sinnvoll, bereits in Umsetzung
Diversifizierung der Gewerbesteuerzahler Sinnvoll, jedoch begrenzte Steuerungsmöglichkeiten
Auslagerung der Vollstreckung Sinnvoll, umgesetzt durch den Kreis Pinneberg
Erstellung eines zentralen Geschäftsverteilungsplans Sinnvoll, in Arbeit
Aktualisierung aller Dienstanweisungen Sinnvoll, jedoch zeit- und ressourcenintensiv
Leistungsorientierte Bezahlung (LOB) Wenig sinnvoll, andere Ansätze bevorzugt
Zentralisierung der Kostenrechnung Sinnvoll, in Planung
Modernisierung des Berichtswesens Sinnvoll, bereits in Zusammenarbeit mit der Politik

Bericht des LRH

Stellungnahme der Stadt Wedel

Haushalt 2025

Die Haushaltssatzung für das Jahr 2025 bildet den rechtlichen Rahmen für alle Einnahmen und Ausgaben der Stadt Wedel im kommenden Jahr. Diese Satzung legt fest, wie die finanziellen Mittel der Stadt verteilt und wofür sie verwendet werden. Der Haushaltsentwurf wird im Rat und den Ausschüssen beraten, und die endgültige Entscheidung fällt im Dezember 2024. Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern einen transparenten Überblick über die finanzielle Situation der Stadt zu geben und die Prioritäten klar zu machen.

Warum ist der Haushalt defizitär?

Der Haushalt der Stadt Wedel für 2025 weist ein erhebliches Defizit von 17,536 Millionen Euro auf. Dieses Defizit hat verschiedene Ursachen:

  • Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen: Die Gewerbesteuer ist eine der wichtigsten Einnahmequellen für die Stadt. Für 2025 wird erwartet, dass nur noch 19 Millionen Euro eingenommen werden. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang von 4,6 Millionen Euro. Der Rückgang ist auf die wirtschaftliche Lage der Unternehmen in Wedel zurückzuführen, die weniger Gewinne erzielen und dadurch auch weniger Steuern zahlen.
  • Steigende Ausgaben: Die Stadt sieht sich mit stark steigenden Kosten konfrontiert. Besonders im Bereich der Bauunterhaltung (Sanierungen und Instandhaltungen städtischer Gebäude) steigen die Ausgaben massiv. Für 2025 sind 8,4 Millionen Euro allein für die Gebäudeunterhaltung eingeplant – das ist eine Steigerung von 467 % im Vergleich zu den Vorjahren. Dies liegt vor allem daran, dass viele öffentliche Gebäude stark sanierungsbedürftig sind und es keine Alternativen gibt, diese Maßnahmen weiter zu verschieben.
  • Höhere Kosten für soziale Aufgaben: Wedel hat auch eine gesetzliche Verpflichtung zur Unterbringung von Flüchtlingen. Dafür werden 2025 2,23 Millionen Euro benötigt, um die steigenden Mietkosten und die notwendige Infrastruktur zu finanzieren. Der Zustrom von Menschen, die Schutz suchen, erhöht diese Ausgaben.
  • Inflation und höhere Kosten in vielen Bereichen: Auch die allgemeine Inflation und gestiegene Kosten in Bereichen wie Energie, Materialien und Personal tragen zum Defizit bei. Die Löhne der städtischen Angestellten müssen an die Tarifabschlüsse angepasst werden, und die Energiepreise belasten den städtischen Haushalt zusätzlich.

Wie reagiert die Stadt auf das Defizit?

Die Stadt Wedel steht vor der Herausforderung, trotz des Defizits handlungsfähig zu bleiben. Verschiedene Maßnahmen sollen helfen, den Haushalt langfristig zu konsolidieren:

  • Keine Erhöhung der Grundsteuer: Trotz des hohen Defizits plant die Stadt nicht, die Grundsteuern zu erhöhen. Dies soll den Bürgern in Zeiten der ohnehin hohen Belastung durch die Grundsteuerreform erspart bleiben.
  • Priorisierung von Investitionen: Es werden nur die dringendsten Investitionen durchgeführt. Große Projekte wie die Erweiterung der Albert-Schweitzer-Schule (3,67 Mio. €) und die Sanierung des Johann-Rist-Gymnasiums (3,1 Mio. €) bleiben im Fokus, da sie für die städtische Infrastruktur unerlässlich sind. Insgesamt sind 78 % der Investitionen auf zehn Großprojekte konzentriert, um eine möglichst effiziente Nutzung der Mittel zu gewährleisten.
  • Einsparungen bei freiwilligen Leistungen: Es wird versucht, bei sogenannten freiwilligen Aufgaben, also solchen, zu denen die Stadt nicht gesetzlich verpflichtet ist, Einsparungen vorzunehmen. Diese Maßnahmen betreffen vor allem Freizeit- und Kulturprojekte, wo Einsparpotenziale geprüft werden.

Wichtige Eckpunkte der Haushaltssatzung 2025

  • Gewerbesteuer: Erwartet werden 19 Mio. €, was 4,6 Mio. € weniger ist als zuvor geplant.
  • Eigenkapital: Aufgrund des hohen Defizits wird sich das Eigenkapital der Stadt weiter verringern und auf voraussichtlich 48,207 Mio. € sinken.
  • Gesamtausgaben: Die Ausgaben im Bereich Bauunterhaltung steigen stark auf 8,4 Mio. €, was den größten Ausgabenposten darstellt.
  • Investitionen: Es sind Investitionen in Höhe von 14,913 Mio. € geplant, die sich vor allem auf Schulen und andere öffentliche Einrichtungen konzentrieren.

Schuldenentwicklung

Die Verschuldung der Stadt wird sich bis Ende 2028 auf etwa 134 Millionen Euro erhöhen, was bedeutet, dass rechnerisch jeder Bürger der Stadt Wedel mit knapp 3.900 Euro verschuldet ist. Diese Entwicklung ist auf die notwendige Kreditaufnahme zur Finanzierung der Investitionen zurückzuführen. Der Zinsaufwand für die Verschuldung wird bei einem durchschnittlichen Zinssatz von 3 bis 3,5 % etwa 7 Millionen Euro betragen. Diese Zinsbelastung schränkt die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt weiter ein.

Risiken und Herausforderungen

Die finanziellen Risiken der Stadt sind erheblich. Sollten die Einnahmen weiter zurückgehen oder unerwartete Ausgaben auftreten, könnte sich das Defizit noch weiter verschärfen. Gleichzeitig gibt es jedoch keine Aussicht auf eine Verbesserung der Gewerbesteuereinnahmen, was bedeutet, dass die Stadt mittelfristig auf eine strenge Haushaltsdisziplin angewiesen ist.

Zusammenfassung und Empfehlung

Die Stadt Wedel befindet sich in einer finanziell schwierigen Lage. Trotz aller Sparmaßnahmen wird das Haushaltsdefizit 2025 bei über 17 Millionen Euro liegen. Die Verwaltung empfiehlt dem Rat, die Haushaltssatzung 2025 in ihrer aktuellen Form zu verabschieden und gleichzeitig langfristig Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung zu ergreifen. Der Erhalt der städtischen Infrastruktur und die notwendigen Investitionen müssen fortgesetzt werden, auch wenn dies eine höhere Verschuldung zur Folge hat.

Für die Bürger bedeutet dies, dass auch in den kommenden Jahren keine wesentlichen Steuererhöhungen geplant sind, die finanzielle Lage der Stadt aber angespannt bleibt. Es wird weiterhin notwendig sein, Prioritäten zu setzen und nicht alle wünschenswerten Projekte umzusetzen.

Haushaltsentwurf 2025

Beschlussvorlage zur Haushaltssatzung

Haushaltssituation und Konsolidierungsbemühungen der Stadt Wedel im Jahr 2024

Seit 2014 steht die Stadt Wedel vor der großen Herausforderung, ihren Haushalt zu konsolidieren und finanzielle Stabilität zu erreichen. Trotz mehrfacher Bemühungen und Steuererhöhungen blieb der Erfolg aus. Die finanzielle Schieflage der Stadt wurde durch strukturelle Defizite, politische Differenzen und Kommunikationsprobleme zwischen Verwaltung und Politik zusätzlich erschwert. In diesem komplexen Umfeld versuchten die Akteure, durch gezielte Maßnahmen und externe Beratung die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt zu retten. Der folgende Text beleuchtet die beschwerlichen Schritte auf diesem Weg und die erzielten Fortschritte.

Strategische Ziele und Kennzahlen

Der Rat der Stadt Wedel hat im Jahr 2024 eine neue Fassung der strategischen Ziele verabschiedet, die als Leitfaden für die zukünftige Entwicklung der Stadt dienen sollen. Diese Ziele wurden in einem intensiven Workshop der Ratsmitglieder im Herbst 2023 in Zusammenarbeit mit Dr. Müller-Elmau vom Institut für Public Management erarbeitet. Das Ziel war es, eine klar strukturierte und zukunftsorientierte Strategie zu entwickeln, die den aktuellen Herausforderungen der Stadt gerecht wird.

Die strategischen Ziele sind in acht Handlungsfelder gegliedert: Bildung, Kultur und Sport, Umwelt und Klimaschutz, Stadtentwicklung, Familie und Soziales, Wirtschaft, Transparenz und Beteiligung, Zukunftsfähigkeit der Stadtverwaltung sowie finanzielle Handlungsfähigkeit. Besonders die Handlungsfelder Umwelt und Klimaschutz, Transparenz und Beteiligung sowie finanzielle Handlungsfähigkeit wurden als übergeordnete Ziele festgelegt. Diese sollen bei allen Gremienentscheidungen berücksichtigt werden, um ihre Relevanz und Priorität in der Stadtpolitik zu unterstreichen.

Der Prozess der Zielentwicklung beinhaltete eine kritische Überprüfung und Reduzierung der strategischen Ziele, um eine fokussierte Umsetzung zu ermöglichen. Diese Neuausrichtung zielte darauf ab, die verfügbaren Ressourcen effizienter zu nutzen und die Zielerreichung messbar zu machen. Hierfür sollen Kennzahlen entwickelt werden, die es ermöglichen, den Fortschritt der Zielerreichung zu überwachen.

Beispiele für die festgelegten Kennzahlen sind:

  • Bildung, Kultur und Sport (Handlungsfeld 1):
    • Auslastungsgrad der Schulen: Diese Kennzahl misst, wie gut die Kapazitäten der Schulen genutzt werden, um den Bedarf zu decken.
    • Anzahl der kulturellen Einrichtungen: Diese Zahl gibt an, wie vielfältig das kulturelle Angebot in Wedel ist
  • Umwelt und Klimaschutz (Handlungsfeld 2):
    • Prozentualer Anteil motorisierter städtischer Fahrzeuge ohne CO2-Emissionen: Diese Kennzahl zeigt den Fortschritt bei der Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge.
    • Anteil der städtischen Dachflächen mit Solaranlagen: Diese Kennzahl misst den Fortschritt bei der Nutzung erneuerbarer Energien auf städtischen Gebäuden.
  • Stadtentwicklung (Handlungsfeld 3):
    • Anzahl der sozialgeförderten Wohnungen: Diese Kennzahl gibt Auskunft über die Verfügbarkeit von erschwinglichem Wohnraum in der Stadt.
    • Anteil Straßen mit Tempo 30 im Vorbehaltsnetz: Diese Zahl zeigt, wie viel des Straßennetzes verkehrsberuhigt ist.
  • Wirtschaft (Handlungsfeld 5):
    • Anzahl sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze: Diese Kennzahl zeigt die Beschäftigungslage in Wedel.
    • Verfügbare freie Gewerbeflächen in Quadratmetern: Diese Zahl gibt an, wie viel Raum für wirtschaftliche Expansion zur Verfügung steht.

Investitionspriorisierung

Die Stadt Wedel plant, ab dem Haushaltsjahr 2025 ein strukturiertes System zur Priorisierung von Investitionen einzuführen. Dieses System soll sicherstellen, dass die verfügbaren finanziellen und personellen Ressourcen effizient genutzt werden und die Stadt ihren Haushalt genehmigungsfähig gestalten kann.

In der Vergangenheit hat die Stadt Wedel regelmäßig mehr Investitionen in ihren Haushalt eingestellt, als tatsächlich realisiert werden konnten. Dies führte zu wiederholter Kritik seitens des Innenministeriums, da die vorgesehene Umsetzungsquote von 60 % nicht erreicht wurde. Um diesem Problem zu begegnen, wurde gemeinsam mit Dr. Müller-Elmau vom Institut für Public Management ein zweigeteiltes System zur Investitionspriorisierung entwickelt und auf die Bedürfnisse der Stadt Wedel angepasst. Der Ansatz wurde bereits in einem Workshop im September 2023 vorgestellt und von den teilnehmenden Ratsmitgliedern positiv bewertet.

Das Verfahren zur Investitionspriorisierung besteht aus vier Stufen:


1. Festlegung des Gesamtinvestitionsbudgets: Ab 2025 wird jährlich ein Investitionsbudget basierend auf den jährlichen Abschreibungen und einer Reinvestitionsquote (RIQ) bestimmt. Für 2025 beträgt das Budget beispielsweise 12.140.518 Euro.

2. Priorisierung der Investitionen: Da regelmäßig mehr Investitionen vorgesehen sind, als Mittel zur Verfügung stehen, werden die Investitionen in eine Reihenfolge gebracht. Dies erfolgt durch ein objektives und transparentes Verfahren, das in vier Schritten mit unterschiedlicher Gewichtung umgesetzt wird:

  • Erfüllung gesetzlicher Vorgaben (20 %)
  • Anlagezustand nach Anlagenabnutzungsgrad (15 %)
  • Fachliche Einschätzung durch die Verwaltung (15 %)
  • Strategisch-politische Bedeutung (50 %)

Je geringer die Punktzahl einer Investition, desto höher wird sie priorisiert. Investitionen, die gesetzliche Vorgaben nicht erfüllen, erhalten höchste Priorität.

Die Verwaltung von Wedel sieht in diesem System eine Möglichkeit, Investitionen nachvollziehbar und transparent zu priorisieren. Dies unterstützt nicht nur die politische und verwaltungsinterne Entscheidungsfindung, sondern erleichtert auch die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern. Das System wird bereits erfolgreich in anderen Verwaltungen genutzt und soll helfen zu verhindern, dass Haushalte vom Innenministerium nicht genehmigt werden.

Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung

Der Rat der Stadt Wedel hatte in seiner Sitzung vom 11. Mai 2023 die Umsetzung verschiedener Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung beschlossen. Weitere Maßnahmen sollten geprüft und ggf. später umgesetzt werden. Insgesamt wurden sowohl Ertragssteigerungen als auch Aufwandsreduzierungen diskutiert.

Die Vorschläge wurden seinerzeit mit externer Unterstützung durch das Institut für Public Management vom Lenkungsausschuss in der vergangenen Wahlperiode ausgearbeitet und dem Rat zur Beschlussfassung vorgelegt.

Die beigefügte Übersicht (Anlage 1) stellt den Stand der Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen zum 26.01.2024 dar. Vom ursprünglich in der Diskussion stehenden Konsolidierungsbetrag von rund 5,5 Mio. Euro für 2024 konnten bisher lediglich knapp 2 Mio. Euro realisiert werden. Die Einsparsumme wird sich nach aktuellem Stand bis 2027 auf einen jährlichen Betrag von etwas mehr als 2,14 Mio. Euro steigern.

Verwaltungsseitig wird davon ausgegangen, dass die bisher umgesetzten Konsolidierungsmaßnahmen nicht ausreichen, um die finanzielle Situation der Stadt nachhaltig zu stabilisieren.

Da bereits seit 2014 über verschiedene Konsolidierungsvorschläge diskutiert wurde, sollte die Umsetzung der aktuellen Vorschläge konsequent nachverfolgt werden. Darüberhinausgehende Vorschläge sind nicht zu erwarten, sodass die Handlungsalternativen nicht zur Verfügung stehen.

Die große Diskrepanz zwischen dem zur Diskussion stehenden Betrag und den bisherigen Beschlüssen hat verschiedene Ursachen. Zum einen können einige Maßnahmen aufgrund bestehender Verträge nicht sofort umgesetzt werden, sondern erst mit zeitlicher Verzögerung. Dadurch entstehen die Konsolidierungsbeträge erst zu einem späteren Zeitpunkt. Andererseits lassen sich manche Maßnahmen nach eingehender rechtlicher Prüfung nicht umsetzen. Manche Maßnahmen wurden aus politischen Gründen nicht oder nur zu einem sehr geringen Teil beschlossen. Kompensationsmöglichkeiten für die dadurch fehlenden Einsparbeträge liegen nicht vor. Weitere Maßnahmen wie die Erhöhung der Hebesätze für Grund- oder Gewerbesteuern wurden bisher noch gar nicht diskutiert.

Zur Stabilisierung der finanziellen Situation sind weitere Entscheidungen zur Konsolidierung aus Sicht der Verwaltung zwingend geboten. Ohne eine konsequentere Umsetzung der Sparmaßnahmen erscheint es mehr als unwahrscheinlich, dass die für die Sanierung der städtischen Gebäude wie Schulen oder Sporthallen dringend benötigten Mittel in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen.

Finanzielle Entwicklung und Cockpitbericht

Der Cockpitbericht zum 30. Juni 2024 bietet einen detaillierten Überblick über die finanzielle Lage der Stadt Wedel und zeigt die signifikanten Herausforderungen auf, denen die Stadtverwaltung gegenübersteht. Aufgrund der bevorstehenden Sommerferien wurde der Bericht ausnahmsweise direkt dem Rat vorgelegt, um eine Verzögerung von acht Wochen zu vermeiden.

Die finanzielle Situation hat sich im ersten Halbjahr 2024 dramatisch verschlechtert. Der Bericht prognostiziert ein Jahresdefizit von 3.305.100 Euro. Dies ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, die sich negativ auf die städtischen Finanzen auswirken:

1. Rückgang der Steuereinnahmen: Die wirtschaftliche Lage hat zu einem spürbaren Rückgang der erwarteten Steuereinnahmen geführt. Diese Entwicklung hat die finanzielle Planung erheblich belastet, da Steuern eine der Hauptquellen für die städtischen Einnahmen darstellen.

2. Reduzierte Zuwendungen und Umlagen: Entsprechend dem Erlass des Innenministeriums Schleswig-Holstein mussten die Erwartungen bei Zuwendungen und allgemeinen Umlagen nach unten korrigiert werden. Dies führte zu einem geringeren finanziellen Spielraum für die Stadt.

3. Sinkende Gewerbesteuereinnahmen: Die sinkenden Einnahmen aus der Gewerbesteuer haben den Aufwand der Gewerbesteuerumlage reduziert, was zwar kurzfristig entlastet, aber langfristig die finanzielle Basis der Stadt schwächt.

Die Erfüllungsquote der Investitionen liegt zum Stichtag bei lediglich 28,99 %, was deutlich unter der von der Kommunalaufsicht geforderten Quote von 60 % bis Jahresende liegt. Diese niedrige Quote ist alarmierend, da sie darauf hinweist, dass geplante Investitionsprojekte nicht wie vorgesehen umgesetzt werden. Der Grund dafür sind insbesondere Verzögerungen in der Projektabwicklung und unzureichende personelle Ressourcen zur Umsetzung der Investitionsvorhaben.

In den Gesprächen mit den zuständigen Fachbereichen im Mai wurde jedoch die Einschätzung getroffen, dass die erforderliche Quote bis zum Ende des Jahres erreicht werden kann. Dies erfordert jedoch erhebliche Anstrengungen seitens der Verwaltung und eine priorisierte Bearbeitung der Investitionsprojekte.

Das prognostizierte Defizit und die geringe Investitionsquote verdeutlichen, dass die Stadt Wedel vor erheblichen finanziellen Herausforderungen steht. Die Verwaltung muss dringend Maßnahmen ergreifen, um die Investitionsquote zu erhöhen und das Defizit zu verringern. Dazu gehört eine strenge Priorisierung von Ausgaben, eine effiziente Verwaltung der Projektumsetzung und die Suche nach zusätzlichen Einnahmequellen.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage und die finanziellen Prognosen machen deutlich, dass ohne konsequente Konsolidierungsmaßnahmen die finanzielle Stabilität der Stadt gefährdet ist. Es bedarf eines umfassenden und strukturierten Ansatzes, um die finanzielle Gesundheit der Stadt wiederherzustellen und langfristig zu sichern.

Fazit

Die Bemühungen zur Haushaltskonsolidierung in Wedel haben sich als langwierig und herausfordernd erwiesen. Die Stadt hat Fortschritte gemacht, steht jedoch weiterhin vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Die Einführung von Kennzahlen und Investitionspriorisierungen soll helfen, die finanzielle Stabilität langfristig zu sichern. Die kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Maßnahmen bleiben entscheidend, um die Zukunftsfähigkeit der Stadt Wedel sicherzustellen.

Haushaltskonsoliderung 2022/23

Seit 2014 steht die Stadt Wedel vor der großen Herausforderung, ihren Haushalt zu konsolidieren und finanzielle Stabilität zu erreichen. Trotz mehrfacher Bemühungen und  Steuererhöhungen blieb der Erfolg  aus. Die finanzielle Schieflage der Stadt wurde durch strukturelle Defizite, politische Differenzen und Kommunikationsprobleme zwischen Verwaltung und Politik zusätzlich erschwert. In diesem komplexen Umfeld versuchten die Akteure, durch gezielte Maßnahmen und externe Beratung die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt zu retten. Der folgende Text beleuchtet die beschwerlichen Schritte auf diesem Weg und die erzielten Fortschritte.

Der Haushaltsentwurf 2022

Trotz geplanter Steuererhöhungen wies der Haushaltsentwurf ein Defizit von rund 7,8 Mio. € aus. Die Grundsteuer für Grundstücke (Grundsteuer B) sollte von 425 % auf 540 % und die Gewerbesteuer von 380 % auf 420 % erhöht werden. Eine ausführliche Analyse der Gründe würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl auf politischer als auch auf verwaltungstechnischer Seite der Wille zur Konsolidierung nicht ausreichend stark ausgeprägt war.

Nach Haushaltsanmeldungen der Fachdienste der Verwaltung wies der Haushaltsvorentwurf ein Defizit von rund 14 Mio. € aus. Gleichzeitig gelang es der Politik nicht, das Thema Finanzen in den Beratungen in den Vordergrund zu rücken. Alle strategischen Ziele wurden gleichwertig behandelt. Es wäre besser gewesen, das Handlungsfeld Finanzen/Konsolidierung höher zu priorisieren und es zum begrenzenden Faktor der übrigen Ziele zu machen. Dies war ursprünglich geplant, wurde aber von der vorherrschenden Ratsmehrheit bewusst gestrichen.

Haushaltsberatung im HFA Ende 2021

In der HFA-Sitzung am 06.12.2021 wurde der Haushaltsentwurf als Ganzes diskutiert. Die SPD erkannte einen positiven Trend und prognostizierte einen ausgeglichenen Haushalt für 2025. Die CDU hingegen erklärte, dass keine Konsolidierungsfortschritte erkennbar seien. Die Anhebung der Grund- und Gewerbesteuern sollte eigentlich als letzte Maßnahme eines gesamten Konsolidierungspakets erfolgen. Die CDU stellte den Antrag, die Hebesätze nicht zu erhöhen.

Sowohl SPD als auch WSI konnten darüber noch nicht abstimmen, da sie erst mit ihren Fraktionen diskutieren mussten (der Antrag der CDU wurde erst nach der letzten Fraktionssitzung, in der dieser hätte beraten werden können, gestellt). Daher enthielten sich diese Mitglieder bei der Abstimmung über die CDU-Anträge. Mit 5 bzw. 7 Ja-Stimmen wurde die von der Verwaltung geplante Erhöhung dem Rat nicht empfohlen, was zur Folge hatte, dass die Verwaltung den Haushaltsentwurf ändern musste.

Bei der abschließenden Abstimmung über den Entwurf der Haushaltssatzung 2022 enthielten sich wieder einige Mitglieder, sodass der Entwurf abgelehnt wurde. Das letzte Wort hatte jedoch der Rat, der am 16.12.2021 tagte.

Die Dezember-Ratssitzung

Die Verwaltung legte keinen neuen Haushaltsentwurf vor, trotz anders lautendem Beschluss. Hätte sie den Entwurf gemäß HFA-Beschluss geändert, hätte eine Fraktion oder ein Ratsmitglied die Erhöhung der Hebesätze beantragen müssen und sich somit klar zu einer Steuererhöhung bekennen müssen. Dies war nun nicht mehr notwendig.

Die Stimmung zu dieser Zeit wird am besten durch die Haushaltsreden der einzelnen Fraktionen und des Bürgermeisters deutlich. Hier eine kurze Zusammenfassung:

  • Bürgermeister Schmidt stellte den Haushaltsentwurf 2022 vor, der ursprünglich ein Defizit von 16 Millionen Euro auswies. Er betonte, dass dies inakzeptabel sei, und schlug eine maßvolle Erhöhung der Realsteuern vor, um das Defizit auf 7 Millionen Euro zu senken.
  • SPD unterstützte den Entwurf und kritisierte die CDU für ihre Blockadehaltung. Sie betonte die Notwendigkeit von Steuererhöhungen, um Investitionen in Schulen, Kitas und Infrastruktur zu ermöglichen.
  • WSI-Fraktion lehnte den Entwurf ab, da sie die Steuererhöhungen für kontraproduktiv hielt.
  • Grüne stimmten mehrheitlich zu, betonten jedoch die problematische finanzielle Situation der Stadt.
  • Linke stimmte ebenfalls zu, trotz Bedenken hinsichtlich der Erhöhung der Grundsteuer.
  • CDU lehnte den Entwurf ab und kritisierte die Verwaltung und die Kommunalpolitik für jahrelange Selbstüberschätzung und Problemverdrängung.

Prioritäten der Parteien:

  • Bürgermeister Schmidt: Maßvolle Steuererhöhungen zur Defizitreduzierung und Sicherstellung wichtiger Investitionen.
  • SPD: Unterstützung des Haushaltsentwurfs, Verbesserung der Haushaltskonsolidierung, strategisches Gesamtkonzept.
  • WSI: Ablehnung des Haushaltsentwurfs, Kritik an Steuererhöhungen und Investitionen in Wedel Nord, bessere Abstimmung der Ausgaben.
  • Grüne: Zustimmung zum Haushaltsentwurf, Investitionen in Infrastruktur und Bildung, langfristige Maßnahmen zur Kostensenkung und Einnahmenerhöhung.
  • Linke: Zustimmung zum Haushaltsentwurf, gerechte Verteilung der Lasten, Vermeidung von Kürzungen wichtiger Leistungen.
  • CDU: Ablehnung des Haushaltsentwurfs, strukturelle Änderungen, ernsthafte Haushaltskonsolidierung ohne massive Steuererhöhungen.

Trotz eines Entwurfs, der ein Defizit von rund 8 Mio. € aufwies und das trotz Erhöhung der Hebesätze, war das Konsolidieren bei den meisten Fraktionen immer noch nicht die übergeordnete Priorität.

HFA-Sitzung im Februar 2022

Die Forderung nach einer Beratergesellschaft setzte die SPD im Februar 2022 um. Sie stellte dazu einen Antrag zur Auswahl einer Beratungsgesellschaft. Der Antrag sieht vor, dass die Verwaltung die PD Berater für die öffentliche Hand GmbH zur Sitzung am 14.02.2022 einlädt. Diese Beratungsgesellschaft soll Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung, einem strategischen Zukunftskonzept sowie einer Struktur- und Prozessbeschreibung vorlegen. Diese Konzepte sollen in einem Gesamtplan zusammengeführt werden.

Hintergrund des Antrags ist ein Beschluss des Rats aus dem Dezember 2019, der auf Antrag der CDU die Erarbeitung eines Haushaltskonsolidierungskonzepts vorsah. Bisher wurden einige Maßnahmen umgesetzt, aber das Gesamtziel wurde nicht erreicht. Es fehlt ein Manager, der den Prozess organisiert und begleitet, da die Verwaltung überlastet ist.

Die bisherigen Bemühungen zur Konsolidierung und Restrukturierung sind gescheitert, und es gibt keine langfristige Zukunftsplanung für Wedel. Daher soll eine Beratungsgesellschaft den Prozess zur Erarbeitung eines strategischen Gesamtkonzepts steuern und begleiten. Die PD Berater für die öffentliche Hand GmbH wird als geeignete Beratungsgesellschaft vorgeschlagen.

Das Ziel des Antrags ist die Erarbeitung eines umfassenden Zukunftskonzepts für Wedel, die Fortsetzung und Optimierung der Haushaltskonsolidierung sowie die Entwicklung einer neuen Struktur und Prozessoptimierung. Alle Teilprojekte sollen in einem Gesamtplan zusammengeführt werden.

Aus dem Wortprotokoll der Sitzung ist folgendes zu entnehmen:

  • Herr Fölske stellt den Antrag vor und betont die Wichtigkeit des Themas Controlling.
  • Die Grünen äußern sich kritisch zum Einsatz von Beratungsgesellschaften, sind aber bereit, die PD Berater für die öffentliche Hand GmbH kostenfrei einzuladen, um deren Erfahrungen und Referenzen zu hören.
  • Herr Murphy von DIE LINKE sieht den Antrag als Misstrauensvotum gegenüber der Verwaltung und der Kommunalpolitik.
  • Frau Koschorrek betont, dass die Politik die Kontrolle über die Haushaltskonsolidierung behalten sollte und die Beratungsgesellschaft viel Geld koste.
  • Herr Kissig empfindet die Begründung des Antrags als Schlag ins Gesicht und kritisiert die widersprüchlichen Handlungen der SPD.
  • Die CDU hält die Hinzuziehung einer Beratungsgesellschaft grundsätzlich für gut, betont aber die Notwendigkeit der Bereitschaft, deren Vorschläge umzusetzen.
  • Herr Schnieber von der WSI sieht die Haushaltskonsolidierung nicht als gescheitert an und lehnt den Antrag ab, könnte sich aber eine Umsetzung für 2023 vorstellen.
  • Frau Süß und die Grünen befürworten eine zweigleisige Vorgehensweise und betonen die Notwendigkeit eines externen Blicks.
  • Herr Schmidt plädiert für eine gemeinsame Zielfindung und Zusammenarbeit.
  • Herr Kissig beantragt die Vertagung des Antrags auf die nächste Sitzung, um einen gemeinsamen Antrag zu entwickeln.
  • Der Antrag auf Vertagung wird mit 6 Ja-Stimmen und 7 Enthaltungen beschlossen.

Im verlauf des Jahres stellte sich aber heraus, dass die PD ihre Expertise nicht in der Haushaltskonsolidierung sieht. 

Die Genehmigung des Haushaltes 2022 durch die Kommunalaufsicht

Am 22.02.2022 erteilte die Kommunalaufsicht die Genehmigung des Haushalts, allerdings mit Einschränkungen. Von dem beschlossenen Gesamtbetrag der Kredite für Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen wurde ein Teilbetrag von 13 Mio. € (geplant: 14.900.300) und von den beschlossenen Verpflichtungserklärungen ebenfalls nur ein Teilbetrag von 13 Mio. € (geplant: 13.877.000) genehmigt.

Um diese verminderten Ermächtigungen auszugleichen, müssen im selben Umfang Investitionsmaßnahmen gestrichen, gekürzt oder verschoben werden. Verwaltungsintern wurden dazu folgende Kürzungspotentiale ausgemacht:

  • Investitionsmaßnahme:
    • Grunderwerb: 200.000 €
    • Modernisierung Steinberghalle: 500.000 €
    • Wohnunterkunft Steinberg: 250.000 €
    • Ersatzbau Unterkunft Schulauer Str.: 100.000 €
    • Investitionen Kitas – Investitionsfond: 600.300 €
    • Ausbau Breiter Weg: 250.000 €
  • Verpflichtungsermächtigungen:
    • Erneuerung Unterstufentrakt JRG: 877.000 €

Sowohl der HFA als auch die folgende Ratssitzung im März beschlossen diese Kürzungen einstimmig.

Die Junisitzung 2022 des Rates

In dieser Sitzung wurde über den Nachtragshaushalt für das laufende Jahr beraten. Dieser sah eine deutliche Steigerung der Einnahmen vor, sodass das Gesamtergebnis in den Planungen einen Jahresüberschuss vorsah. Dies wurde jedoch nicht durch Einsparungen erreicht, sondern war einer einmaligen Gewerbesteuernachzahlung zu verdanken.

Die FDP erklärte, dass das Haushaltsjahr 2022 trotz einer schmerzhaften Steuererhöhung mit einem geplanten Defizit von rund sieben Millionen Euro begonnen wurde. Durch die einmalige Gewerbesteuernachzahlung sei die Planung nun knapp im Plus. Dennoch stehe die Stadt vor schwierigen Zeiten mit steigenden Energie- und Baukosten, weshalb eine erfolgreiche Haushaltskonsolidierung wichtig sei.

Die SPD betonte die Wichtigkeit des Haushalts 2022 für Wedel, da viele Projekte gestartet oder weitergeführt werden konnten. Ohne die Zustimmung der knappen Ratsmehrheit hätte es im Januar keinen genehmigten Haushalt gegeben, was als unverantwortlich erachtet wurde.

Bündnis 90/Die Grünen wiesen auf die katastrophale wirtschaftliche Lage der Stadt hin und betonten den dringenden Handlungsbedarf, der nur mit einem beschlossenen Haushalt angegangen werden könne. Die neuen Stellen im Stellenplan wurden als wichtig erachtet.

Die WSI kritisierte den Nachtragshaushalt aufgrund der gleichen Mängel wie im ursprünglichen Haushaltsentwurf und lehnte ihn ab.

Wie zu Haushaltsberatungen üblich, hielt die CDU eine Rede zum 1. Nachtragshaushalt 2022. Die finanzielle Lage der Stadt Wedel blieb katastrophal und verschlechterte sich täglich.

Der ursprüngliche Haushaltsentwurf, den die CDU ablehnte, wurde vom Innenminister wegen übermäßiger Ausgaben und unzureichender Einnahmen abgelehnt, was zu einem erheblichen Defizit führte. Die CDU erinnerte an ihre früheren Kritikpunkte: fehlender Sparwille und notwendige Maßnahmen zur Bewältigung des strukturellen Defizits von über 10 Millionen Euro jährlich. Trotz dieser Probleme hatte die CDU den Haushalt 2021 unterstützt, in der Hoffnung auf einen Konsolidierungsplan des Bürgermeisters, der bis 2022 nicht umgesetzt wurde.

Die CDU kritisierte den Haushalt 2022 dafür, dass er keine Lösungen für die absehbaren finanziellen Risiken enthielt. Die Ausgaben überstiegen die verfügbaren Mittel, und obwohl die Investitionskredite um 2 Millionen Euro gesenkt wurden, stiegen die zukünftigen Verpflichtungen um 3 Millionen Euro.

Seit über einem Jahrzehnt steuerte Wedel auf den finanziellen Ruin zu, während die CDU kontinuierlich Korrekturmaßnahmen forderte. Ohne die notwendige Mehrheit konnte die CDU den Kurs jedoch nicht allein ändern und weigerte sich, den finanziellen Niedergang zu beschleunigen. Da aufgrund der heutigen Abwesenheit von einigen Ratsmitgliedern nicht das Abstimmungsverhältnis erzielt wurde wie bei einer Vollbesetzung des Rates, verließen zwei Mitglieder der CDU den Saal, um ein reguläres Abstimmungsverhältnis zu ermöglichen.

Herr Wuttke äußerte Zweifel an der Wirksamkeit einer übergeordneten Fachkraft für Projektmanagement und kritisierte die fehlende Aufgabenverteilung sowie die nicht ersichtlichen Auswirkungen neuer Stellen auf die Erträge.

Die CDU ergänzte, dass sie die meisten Projekte unterstütze, jedoch die Gegenfinanzierung fehle. Die Kosten würden häufig auf den städtischen Haushalt und somit auf die Allgemeinheit abgewälzt.

Der Seniorenbeirat erinnerte an den Ratsbeschluss vom 26.08.2021, der die Position des Seniorenbeirates in die Überlegungen zur Haushaltskonsolidierung einbeziehen sollte. Diese Position, die eine Nutzung für seniorengerechtes Wohnen vorsieht, müsse bei der Machbarkeitsstudie für ein neues Zentrum für Sport und Kultur berücksichtigt werden.

Im Anschluss beschloss der Rat die 1. Nachtragshaushaltssatzung 2022:

- 15 Ja (5x SPD, 4x FDP, 4x Bündnis 90 / Die Grünen, 2 x DIE LINKE)
- 12 Nein (9x CDU, 2x WSI, 1x Fraktionslos)

Septembersitzung des HFA

In dieser Sitzung wurde der aktuelle Stand der Haushaltskonsolidierung vorgestellt und das weitere Vorgehen besprochen. Der Arbeitsplan zur abschließenden Beratung und Entscheidung über die Maßnahmen des Haushaltskonsolidierungskonzeptes, den die Lenkungsgruppe erarbeitet hatte, sieht vor, dass die Beschlussvorlagen bis Ende November 2022 von den zuständigen Fachdiensten erarbeitet werden. Diese Vorlagen sollen detaillierte Informationen zu den Maßnahmen, einschließlich Produkt und Fachausschuss, Beschreibung, Pro- und Contra-Argumenten, Alternativen, finanziellen Auswirkungen, Zeitrahmen, notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung und Folgen für Personal und Sachkosten enthalten.

Der Fachbereich Finanzen wird die Vorlagen zusammenstellen und den Fraktionen bis zum 23. Dezember 2022 zur internen Beratung zur Verfügung stellen. Im Januar und Februar 2023 werden die Fachausschüsse und der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) die Vorlagen beraten und eine Gesamtempfehlung für den Rat aussprechen.

Da die Haushaltsberatungen im November und Dezember 2022 stattfinden und der Rat den Haushalt am 22. Dezember 2022 beschließen wird, werden die beschlossenen Maßnahmen nicht in den Haushaltsentwurf 2023 einfließen. Dennoch können Maßnahmen im Jahr 2023 umgesetzt und Einsparungen im laufenden Haushaltsjahr realisiert werden. Notwendige Aufwendungen oder Investitionen zur Umsetzung können bei geringem Umfang über oder außerplanmäßig bereitgestellt werden, andernfalls werden die Maßnahmen in einem Nachtrag aufgenommen.

Frau Koschorrek äußerte Bedenken, dass im Wahlkampf unpopuläre Entscheidungen unwahrscheinlich seien. Herr Schnieber forderte, dass alle Maßnahmen in der neuen Gesamtvorlage berücksichtigt werden. Herr Fölske sah ebenfalls Schwierigkeiten während des Wahlkampfes und wartete auf eine Rückmeldung zur Beteiligung an der Beratungsgesellschaft PD.

Herr Amelung erklärte, dass die Genehmigung durch die Kommunalaufsicht erteilt wurde, da kein Widerspruch vom Innenministerium erfolgte. Herr Kissig betonte, dass alle Maßnahmen erneut in der Gesamtvorlage vorgelegt werden sollten.

Frau Süß forderte Sachstandberichte zu bestimmten Maßnahmen. Frau Koschorrek stellte fest, dass einige Entscheidungen nicht endgültig hätten getroffen werden dürfen. Herr Fölske wies darauf hin, dass einige Maßnahmen bereits beschlossen oder erledigt seien und die Fraktionen der Verwaltung mitteilen sollten, welche Maßnahmen weiterbearbeitet werden sollen.

Nach Diskussion wurde beschlossen, dass die Fraktionen bis zum Ende der Herbstferien die Maßnahmen benennen, die geprüft und ausgearbeitet werden sollen. Herr Fölske kündigte an, sich bezüglich dieses Vorgehens mit der Kommunalaufsicht abzustimmen.

Außerdem gab es einen Ausblick zum Thema Schulden. Der damalige Bürgermeister hatte in der vorangegangenen Sitzung bereits eine Präsentation angekündigt, dann aber auf diese Sitzung vertagt. Leider zeigte er sie auch in dieser Sitzung nicht, stattdessen gab es einen kurzen mündlichen Vortrag des Fachdienstes. Dieser berichtete, dass im Haushaltsentwurf bis 2026 ein Investitionsvolumen in Höhe von rund 60 Mio. Euro auflaufen würde. Insgesamt seien 125 Mio. Euro an Investitionen aufgrund von politischen Beschlüssen in der Pipeline.

Haushaltsberatungen November/Dezember 2022 für den Haushalt 2023

Der Haushaltsentwurf, der der Politik zum Beschluss vorgelegt wurde, wies ein Defizit von ca. 13 Mio. aus. In ihren Haushaltsreden erkennen alle Fraktionen die Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung an.

Gesamtfazit zur Haushaltskonsolidierung der Fraktionen

  • Die CDU betrachtet die Haushaltskonsolidierung als zwingend notwendig zur Sicherung der finanziellen Stabilität der Stadt Wedel. Die Fraktion kritisiert den Haushaltsentwurf 2023 wegen fehlenden Sparwillens und fehlender Maßnahmen zur Ausgleichung des strukturellen Defizits von über 10 Millionen Euro jährlich. Sie fordert eine effizientere Nutzung städtischer Räume und eine bessere Vorbereitung der Haushaltsberatungen. Aufgrund der Dringlichkeit der Genehmigungserteilung des Innenministers und der Notwendigkeit, wichtige Projekte voranzutreiben, hat sich die CDU entschieden, sich bei der Abstimmung zu enthalten.
  • Die SPD sieht die Haushaltskonsolidierung als notwendige, jedoch herausfordernde Aufgabe zur Sicherung der finanziellen Stabilität der Stadt Wedel. Sie betont die Bedeutung externer Beratungen zur Optimierung der Verwaltungsprozesse und zur Senkung der Kosten. Trotz der großen Herausforderungen und des hohen Defizits im Haushalt 2023 sieht die SPD die sofortige Umsetzung des Haushalts als unerlässlich für das Wohl der Gemeinschaft und der städtischen Mitarbeiter an. Die Fraktion setzt auf Zusammenarbeit und Vertrauen zwischen Politik und Verwaltung, um die Stadt zukunftsfähig zu machen.
  • FDP: Die FDP erkennt die Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung an, sieht jedoch die Priorität in der Sicherstellung und Verbesserung der Bildungsinfrastruktur. Die Fraktion stimmt dem hochdefizitären Haushalt 2023 zu, um die Handlungsfähigkeit der Stadt zu gewährleisten und dringend notwendige Investitionen in Schulen und Kitas voranzutreiben. Sie kritisiert jedoch die Verwaltung für fehlende verlässliche Einschulungszahlen und betont, dass Einsparungen nicht auf Kosten der Bildung gehen dürfen.
  • WSI: Die WSI sieht die Haushaltskonsolidierung als dringend notwendige Maßnahme zur Verbesserung der finanziellen Lage der Stadt Wedel. Die Fraktion kritisiert die aktuellen Haushaltsansätze als unzureichend und fordert eine umfassende Priorisierung der Ausgaben sowie eine realistische Planung. Sie lehnt den Haushaltsentwurf 2023 ab, da er die finanzpolitische Wirklichkeit der Stadt ignoriert und keine ausreichenden Maßnahmen zur Konsolidierung enthält.
  • Grüne: Die Grünen betrachten die Haushaltskonsolidierung als eine wichtige, aber schwierige Aufgabe zur Sicherung der finanziellen Stabilität der Stadt Wedel. Die Fraktion unterstützt den Einsatz externer Berater zur strukturellen und prozessualen Verbesserung. Trotz der Unsicherheiten und der schwierigen finanziellen Lage stimmt die Fraktion dem Haushalt 2023 zu, um notwendige Investitionen und Neueinstellungen voranzutreiben.
  • Linke: Die Linke sieht die Haushaltskonsolidierung als notwendig, betont jedoch die kritische Reflexion vergangener und aktueller Entscheidungen, die zur finanziellen Belastung der Stadt Wedel geführt haben. Trotz der Kritik an der Verwaltung für mangelnde oder verspätete Information stimmt die Linke dem Haushalt 2023 zu, um die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt zu gewährleisten und wichtige kommunale Aufgaben zu unterstützen.

Insgesamt erkennen alle Fraktionen die Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung zur Sicherung der finanziellen Stabilität der Stadt Wedel an, unterscheiden sich jedoch in ihren Ansätzen und Schwerpunkten. Die Grünen und die SPD betonen die erzielten Erfolge und die Notwendigkeit der Konsolidierung bei gleichzeitiger Wahrung der sozialen Sicherheit und Investitionen. Die CDU sieht die Konsolidierung als fortlaufenden Prozess, der Opfer und kluge Entscheidungen erfordert. Die WSI fordert eine strengere Priorisierung der Ausgaben und eine realistische Planung, während die Linke eine kritischere Reflexion und Aufarbeitung vergangener Entscheidungen betont. Trotz unterschiedlicher Ansätze stimmen die Grünen, die SPD, die FDP und die Linke dem Haushalt zu, während die CDU sich enthält und die WSI den Haushalt ablehnt.

Damit fand dieser Haushalt mit einem Rekorddefizit eine Mehrheit. Es musste eine Lösung her, da sich die finanzielle Lage der Stadt Wedel über Jahre hinweg verschlechtert hatte und jetzt zuspitzt, was ein entschiedenes Handeln erforderlich machte, um die finanzielle Selbstbestimmung der Stadt zu erhalten. 

Bereits am 19.12.2019 beauftragte der Rat auf Antrag der CDU die Verwaltung mit der Erstellung eines Konzepts zur Konsolidierung der städtischen Finanzen bis Mitte 2020. Ein Lenkungsausschuss aus Vertretern aller Fraktionen sollte die Konzepterstellung begleiten. Das Konzept wurde erstellt, und sofort umsetzbare Maßnahmen seitens der Verwaltung wurden umgesetzt, während andere Vorschläge von der Politik diskutiert wurden. Kommunikationsprobleme zwischen Verwaltung und Politik führten jedoch zu Verzögerungen. 

Seitdem gab es viele Bemühungen, die alle nicht das gewünschte Ergebnis erzielten. Im Mai 2022 wurde die Verwaltung dann auf den aktuellen Berater aufmerksam und führte Vorgespräche. Ein erster Workshop mit dem Leitungsteam wurde für Oktober 2022 vereinbart. In diesem wurden die Themen Investitionspriorisierung, strategische Steuerung und Konsolidierung behandelt. 

Am 2. November 2022 stellte die Verwaltung der Politik ihre Vorschläge zur Bewältigung des Haushaltsdefizits vor, einschließlich einer Einschätzung von Dr. Christian Müller-Elmau vom Institut für Public Management. Er schlug vor, neben einem Haushaltskonsolidierungskonzept auch eine strategische Haushaltssteuerung und ein Investitionscontrolling zu implementieren. 

Es wurde erkannt, dass ein reines Haushaltskonsolidierungskonzept nicht ausreicht, um die Probleme der Stadt nachhaltig zu lösen. Eine strategische Haushaltssteuerung wird benötigt, um finanzielle Schieflagen frühzeitig zu erkennen, sowie ein Investitionscontrolling, um die Umsetzung beschlossener Investitionen zu begleiten und frühzeitig auf Probleme hinzuweisen.

Am 29.11.2022 beschäftigte sich der Lenkungsausschuss mit der Methodik zur weitergehenden Haushaltskonsolidierung. Es wurde ein Weg vereinbart, der bis Ende März 2023 zu Ergebnissen führen soll. Dieser Weg wurde in der Dezembersitzung des HFAs verfeinert und dem Rat folgender Beschluss empfohlen:

1. Die auf Basis des Haushaltsbegleitbeschlusses vom 19.12.2019 vereinbarte Vorgehensweise für die Erstellung eines Haushaltskonsolidierungskonzeptes wird dahingehend erweitert, dass mit Hilfe des Instituts für Public Managements ein Gesamtkonzept für Wedel erarbeitet wird. Der Auftrag an das Institut beinhaltet nicht nur die reine Haushaltskonsolidierung, sondern im Gesamtkonzept sollen auch Vorschläge für eine Überarbeitung der strategischen Steuerung sowie ein Investitionscontrolling gemacht werden.

2. Der bisher vorgesehene Zeitplan für die Erstellung eines Haushaltskonsolidierungskonzeptes wird vom 23.12.2022 aufgrund der zusätzlichen Arbeitsschritte bis Ende März 2023 erweitert, sodass der Rat im April 2023 über die Vorschläge beraten kann.

3. Der vom Rat eingesetzte Lenkungsausschuss wird die Erstellung des Konzeptes eng begleiten.

Bis auf die LINKE stimmten alle Fraktionen diesem Beschlussvorschlag zu. Die Linke begründete ihre Ablehnung damit, dass eine der Kernaufgaben der Politik nicht an fremde Institutionen abgegeben werden sollte. Dies sei ein kostenpflichtiges Eingeständnis der Kommunalpolitik, dass sie es selbst nicht hinbekomme.

Entscheidungen im HFA vom 02.05.2023

In dieser Sitzung wurden weitere relevante Entscheidungen für den Haushalt getroffen. Die Stadt Wedel sah sich gezwungen, eine 1. Nachtragshaushaltssatzung für das Jahr 2023 zu beschließen, da mehrere unvorhergesehene finanzielle Belastungen auftraten. Dazu gehörten steigende Preise für Energie und Rohstoffe sowie ein Zinsanstieg, der sich negativ auf die städtischen Finanzen auswirkte. Auch bauliche Mängel und politische Beschlüsse führten zu einem erhöhten Finanzbedarf.

Auf der Ertragsseite wurden Anpassungen vorgenommen, wie etwa eine Erhöhung der Bundes- und Kreiszuweisungen um insgesamt 1,35 Millionen Euro. Dennoch reichten die zusätzlichen Erträge von 2,6 Millionen Euro nicht aus, um die Mehraufwendungen von 3,4 Millionen Euro auszugleichen. Diese resultierten unter anderem aus gestiegenen Personalaufwendungen und umfangreichen Sanierungsmaßnahmen. Infolgedessen verschlechterte sich das Jahresergebnis von einem Defizit von 13,136 Millionen Euro auf 14,152 Millionen Euro.

Der Investitionsplan zeigte, dass die ursprünglich genehmigten Kreditermächtigungen nicht ausreichten, um die Kostensteigerungen bei verschiedenen Baumaßnahmen zu decken. Dies erforderte weitere Anpassungen, die die ohnehin angespannte Finanzlage zusätzlich belasteten. Insgesamt spiegelte die Nachtragshaushaltssatzung eine negative finanzielle Entwicklung wider, die die Stadt Wedel vor erhebliche Herausforderungen stellte.

Die finanzielle Situation der Stadt Wedel stellte eine erhebliche Herausforderung dar, was sich in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 2. Mai 2023 deutlich widerspiegelte. Nach den bereits beschriebenen Schwierigkeiten diskutierten die Mitglieder des Ausschusses über weitere Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung.

  • Herr Dr. Murphy kritisierte die fehlende Beteiligung der Fachämter und des neuen Rates.
  • Herr Amelung stellte klar, dass das Konsolidierungskonzept in Zusammenarbeit mit einem externen Berater entwickelt wurde und die Produktverantwortlichen eingebunden waren.
  • Herr Fölske äußerte sich enttäuscht über die finanzielle Praxis der Vergangenheit und betonte die Notwendigkeit, die Ausgaben zu kontrollieren, um die finanzielle Zukunft der Stadt zu sichern.
  • Herr Kissig kritisierte die Entscheidungsschwäche der letzten zehn Jahre und schlug vor, keinen Beschluss im Ausschuss zu fassen, sondern die Entscheidung an den Rat zu verweisen. Er stellte fest, dass entweder die Bereitschaft zum Sparen vorhanden sei oder nicht.
  • Herr Schnieber von der WSI betonte, dass schmerzhafte Kürzungen unvermeidlich seien und äußerte Zweifel, ob der nächste Rat an die Konsolidierungsvorschläge gebunden bleiben würde.

Die geplanten Konsolidierungsmaßnahmen umfassten unter anderem die Erhöhung von Verwaltungsgebühren, die Einführung neuer Entgelte und die Reduzierung von Dienstleistungen. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, eine geänderte Vorlage für den Rat vorzubereiten, um die endgültigen Entscheidungen zu vertagen und weiter zu beraten.

Diese Diskussionen setzten sich in der Präsentation der Eckwerte des Haushalts 2024 während der Haupt- und Finanzausschusssitzung am 18. September 2023 fort. Herr Scholz präsentierte den aktuellen Stand des Haushaltsentwurfs und hob hervor, dass keine Steuererhöhungen geplant seien. Stattdessen soll die Gewerbesteuerschätzung angepasst werden, um realistische Einnahmen zu erwarten. Die Umsetzung der Konsolidierungsmaßnahmen ist dabei von entscheidender Bedeutung, um die finanzielle Stabilität zu gewährleisten.

Der zeitliche Ablauf der Haushaltsplanung sieht vor, dass bis Mitte Oktober die Beschlussvorlage und der Haushaltsentwurf versandt werden, mit anschließenden Beratungen in den Fachausschüssen und der finalen Beschlussfassung im Rat am 21. Dezember 2023.

Die Vereinbarung mit der Kommunalaufsicht sieht unter anderem vor, dass der Haushalt 2023 eine investive Umsetzungsquote von mindestens 60 % erreichen und der Ergebnisplan 2024 ausgeglichen sein muss. Trotz der prognostizierten Verbesserung des Jahresergebnisses 2023 bleibt der Druck, im Jahr 2024 positive Ergebnisse zu erzielen, hoch.

Risiken für den Haushalt 2024 bestehen vor allem in den Bereichen städtische Beteiligungen, Inflation, Tarifverhandlungen und allgemeine wirtschaftliche Entwicklungen. Um diese Herausforderungen zu meistern und die Eigenkapitalquote zu erhalten, sind ein jährlicher Überschuss und die konsequente Umsetzung der Konsolidierungsmaßnahmen unerlässlich.

Investitionen für 2024 sind auf maximal 20 Millionen Euro einschließlich der Resteübertragung begrenzt. Der Verwaltungsvorschlag sieht vor, auf das Kombibad zu verzichten und neue Maßnahmen auf 2025 zu verschieben. Eine Priorisierung der Investitionen ist notwendig, um die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt zu bewahren.

Die detaillierte Aufstellung der Konsolidierungsmaßnahmen zeigt eine Vielzahl von geplanten Einsparungen und Einnahmeerhöhungen, die ab 2024 wirksam werden sollen. Dazu gehören die Aktualisierung von Gebührensatzungen, die Vermietung von städtischen Wohn- und Gewerbeflächen sowie Erhöhungen von Steuern und Gebühren. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist entscheidend, um die finanzielle Situation der Stadt nachhaltig zu verbessern.

Haushaltsberatungen November/Dezember 2023 für den Haushalt 2024

Die Verwaltung hat im Haushaltsentwurf 2024 die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen sowie sonstige Aufwendungen gekürzt. Die ursprünglichen Planungen der Produktverantwortlichen führten zu Ertragsteigerungen von rund 2 Millionen Euro, aber auch zu zusätzlichen Aufwendungen von über 13 Millionen Euro, was ein Defizit von 11,4 Millionen Euro zur Folge hatte.

Die Kommunalaufsicht hat in ihrer Genehmigung des 1. Nachtrags 2023 deutlich gemacht, dass ein unausgeglichener Haushalt 2024 nicht genehmigungsfähig ist und sie einem solchen Ratsbeschluss widersprechen würde. Um dieses Szenario zu vermeiden, suchte der Fachdienst Finanzen mit dem Leitungsteam nach Lösungen für den Haushaltsentwurf 2024.

Es wurde festgestellt, dass regelmäßig 6-7 Millionen Euro an Aufwandsermächtigungen in den Berichtszeilen "Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen" sowie "sonstige Aufwendungen" nicht benötigt werden. Daher wurden diese Ansätze um insgesamt 8 Millionen Euro gekürzt. Dabei wurden nur die Produktkonten gekürzt, die über den Vorgaben lagen. Ansätze, die den Vorgaben entsprachen oder bereits gekürzt waren, wurden nicht weiter reduziert.

Die Berichtszeilen "Personalaufwendungen", "bilanzielle Abschreibungen" und "Transferaufwendungen" wurden nicht pauschal gekürzt, da diese überwiegend vertraglich oder gesetzlich vorgegeben sind und kaum beeinflussbar sind. Dennoch verbleiben rund 2 Millionen Euro der Mehranmeldungen in den Berichtszeilen "Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen" und "sonstige Aufwendungen" im Haushalt.

Um die finanzielle Stabilität weiter zu gewährleisten und eine Genehmigung durch die Kommunalaufsicht sicherzustellen, war es außerdem notwendig, den Investitionsplan für das Jahr 2024 anzupassen. Der ursprüngliche Haushaltsentwurf mit einem Investitionsvolumen von 36,18 Millionen Euro war nicht genehmigungsfähig. Daher wurde der Entwurf geändert, um das Investitionsvolumen auf eine genehmigungsfähige Größe zu reduzieren.

Die ursprünglich begonnenen Maßnahmen hatten ein Volumen von 14,23 Millionen Euro. Hinzu kamen Investitionen unter 500.000 Euro, die sich auf 7,13 Millionen Euro summierten. Um die Investitionsobergrenze von 16 Millionen Euro nicht zu überschreiten, wurden Projekte, bei denen eine kassenwirksame Mittelverwendung im Jahr 2024 nicht sicher war, auf das Jahr 2025 verschoben. Für die verschobenen Mittel wurden Verpflichtungsermächtigungen im Entwurf eingebracht, um den Fortgang der laufenden Maßnahmen zu gewährleisten.

Die Mittel für den Grunderwerb wurden nicht in die Berechnung der Investitionsobergrenze einbezogen, da diese für die Entschädigungszahlungen der auslaufenden Erbbaurechtsverträge bis Ende 2024 veranschlagt sind. Diese Zahlungen sind vertraglich verpflichtend und bis zum 31. Dezember 2024 fällig.

Zusätzlich müssen investive Mittel in Höhe von etwa 4 Millionen Euro von 2023 auf 2024 übertragen werden. Diese betreffen Maßnahmen, die bereits beauftragt wurden, deren Mittel jedoch im Jahr 2023 nicht mehr kassenwirksam wurden. Durch diese Anpassungen erfüllt die Stadt Wedel die Auflagen der Kommunalaufsicht.

In der mittelfristigen Finanzplanung ab 2025 wurden die veranschlagten Maßnahmen so gestreckt, dass die Investitionsobergrenze von 16 Millionen Euro pro Jahr nicht um mehr als 1 Million Euro überschritten wird. Obwohl die im September erarbeiteten strategischen Ziele noch nicht vom Rat beschlossen wurden, orientiert sich die vorläufige Veranschlagung der Jahre 2025 bis 2027 an den gemeinsam erarbeiteten Ergebnissen des Workshops.

Sobald der Rat die strategischen Ziele beschlossen und die Handlungsfelder für 2025 verbindlich benannt hat, wird die mittelfristige Finanzplanung mit dem Haushaltsentwurf 2025 überarbeitet. Die Veranschlagung im Haushaltsplan 2024 für die Jahre 2025 bis 2027 ist daher nur vorläufig. Die endgültige Priorisierung der Investitionen erfolgt jeweils im Vorjahr durch die Politik.

Am Ende aller Beratungen stand ein kleines Plus von rund 400.000 € im Ergebnishaushalt und rund 22,5 Mio. € an Investitionen. Die Fraktionen stimmten einstimmig diesem Haushaltsentwurf zu, allerdings mit unterschiedlichen Begründungen.

  • Grüne: Die Grünen betonen die Haushaltskonsolidierung als notwendigen Schritt zur finanziellen Stabilität. Die Zusammenarbeit mit Berater Müller-Elmau half, den Haushalt 2024 um etwa eine Million Euro zu entlasten. Trotz des positiven Ergebnisses von 420.000 Euro bestehen weiterhin erhebliche finanzielle Herausforderungen und ein großer Investitionsstau. Die Grünen erkennen die Erfolge an, sehen die Konsolidierung jedoch nicht als endgültige Lösung und stimmen dem Haushalt zu.
  • SPD: Die SPD sieht die Haushaltskonsolidierung als unerlässlich. Sie betont die erfolgreiche Zusammenarbeit und externe Beratung, die zur Erstellung eines genehmigungsfähigen Haushalts beitrugen. Trotz der Härten bleiben soziale Sicherheit und notwendige Investitionen gewahrt. Die Verbesserung der Einnahmesituation wird als wichtig für die langfristige finanzielle Gesundheit betrachtet.
  • CDU: Die CDU sieht die Haushaltskonsolidierung als unverzichtbar zur Sicherung der finanziellen Stabilität. Die Sparmaßnahmen und Erhöhung der Einnahmen durch marktübliche Anpassungen sind wesentliche Schritte. Der Haushaltsentwurf 2024 ist ein wichtiger Etappensieg, aber keine Dauerlösung. Die CDU fordert eine fortlaufende Überprüfung der Ausgaben und die Erschließung neuer Einnahmequellen.
  • WSI: Die WSI betrachtet die Haushaltskonsolidierung als dringend notwendig. Sie kritisiert die bisherigen Ansätze als unzureichend und fordert eine strengere Priorisierung der Ausgaben. Trotz der Kritikpunkte sieht die WSI erste positive Ansätze im Haushaltsentwurf 2024 und stimmt diesem als ersten kleinen Schritt in die richtige Richtung zu.
  • Linke: Die Linke sieht die Haushaltskonsolidierung als notwendiges Übel, das kritisch reflektiert werden sollte. Sie warnt vor einer zu devoten Haltung gegenüber Sparvorgaben und betont die Bedeutung der demokratischen Auseinandersetzung. Trotz der Kritikpunkte stimmt die Linke dem Haushalt zu, um wichtige Zukunftsentscheidungen zu unterstützen und soziale Härten abzufedern.

Insgesamt erkennen alle Fraktionen in ihren Haushaltsreden die Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung an, unterscheiden sich jedoch in ihren Ansätzen und Schwerpunkten. Die Grünen und die SPD betonen die erzielten Erfolge und die Notwendigkeit der Konsolidierung bei gleichzeitiger Wahrung der sozialen Sicherheit und Investitionen. Die CDU sieht die Konsolidierung als fortlaufenden Prozess, der Opfer und kluge Entscheidungen erfordert. Die WSI fordert strengere Priorisierungen und realistische Planungen, während die Linke eine kritischere Reflexion und stärkere demokratische Auseinandersetzung anmahnt. Trotz unterschiedlicher Ansätze stimmen alle Fraktionen dem Haushalt zu.

Die Bemühungen zur Haushaltskonsolidierung in Wedel haben sich als langwierig und herausfordernd erwiesen. Seit 2014 wurden zahlreiche Anstrengungen unternommen, um die finanzielle Stabilität der Stadt zu sichern. Trotz diverser Maßnahmen und der Erhöhung von Steuern blieben die gewünschten Erfolge aus. Ein strukturelles Defizit und politische Differenzen erschwerten den Prozess zusätzlich.

Mehrere Faktoren trugen zu den Schwierigkeiten bei: Sowohl auf politischer als auch auf verwaltungstechnischer Ebene fehlte es größtenteils an der notwendigen Entschlossenheit und Priorisierung, um die Konsolidierung konsequent voranzutreiben. Die Konsolidierung bleibt ein fortlaufender Prozess, der weiterhin Opfer und kluge Entscheidungen erfordert, um langfristig die finanzielle Selbstbestimmung zu bewahren und die Zukunftsfähigkeit der Stadt zu sichern.

Dieser Prozess ging in 2024 weiter (Fortsetzung folgt)

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