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Gebäudesituation Moorwegschule

Update vom 14. Juni 2025: Die Stadt Wedel hat inzwischen eine ausführliche Elterninformation veröffentlicht. Darin bestätigt sie nicht nur die Freigabe der schimmelfreien Räume, sondern kündigt auch an, alle Container des Igelhauses – einschließlich der unbelasteten Einheiten aus dem Jahr 2017 – vollständig auszutauschen. Grund sei das fortgeschrittene Alter der Bauten. Eine entsprechende Beschlussvorlage soll am 17. Juli in die Ratsversammlung eingebracht werden. Darüber hinaus werden am kommenden Wochenende sowohl die betroffenen Gegenstände aus den belasteten Containern professionell gereinigt als auch die Grundreinigung in Lehrerzimmer, Pavillon und Elefantenhaus vorgezogen. Ein Informationsangebot mit der Bürgermeisterin in der Schule ist angekündigt, sobald das schriftliche Gutachten vollständig vorliegt.

Erste Gutachtenergebnisse zur Raumluft – Entwarnung für zentrale Bereiche, aber Entscheidung gegen weitere Nutzung des Igelhauses

Am Mittwoch wurden die ersten Ergebnisse des beauftragten Gutachtens zur Raumluftqualität an der Moorwegschule vorgelegt. Die Stadt Wedel als Schulträger informierte die Schule, dass ein Großteil der geprüften Räume als unbelastet eingestuft wurde.

Freigegeben wurden unter anderem:

  • das Lehrerzimmer,
  • die Klasse 3b (Pavillon),
  • das sogenannte Elefantenhaus (mit den Klassen 4b, DAZ-Klasse, Schultraining),
  • sowie die beiden vorderen Räume des Igelhauses (Klasse 4d und ein weiterer DAZ-Raum).

Einzig betroffen sind die Klassenräume, in denen der Wasserschaden auftrat.

Die Ergebnisse wurden deutlich früher als erwartet übermittelt. Sie sind eine positive Nachricht für alle Beteiligten – insbesondere für die betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium, das seit Tagen unter erschwerten Bedingungen improvisieren musste.

Hintergrund: Warum ein Gutachten notwendig wurde

Dem Gutachten vorausgegangen war die Feststellung von Wasserflecken und starker Geruchsbelästigung in mehreren Klassencontainern, die seit dem Jahr 2015 an der Moorwegschule in Betrieb sind. Diese Hinweise hatten bei der Schulleitung die Forderung nach einer Überprüfung ausgelöst, nachdem zuvor bereits mehrfach auf den schlechten baulichen Zustand einzelner Container hingewiesen worden war.

Die Stadt Wedel beauftragte daraufhin kurzfristig einen externen Sachverständigen. Die Vor-Ort-Begehung bestätigte einen Schimmelbefall in mindestens zwei Containern aus dem Baujahr 2015. In der Folge wurde vorsorglich die Nutzung sämtlicher Container auf dem Schulgelände der Moorwegschule vorübergehend untersagt und ein umfassendes Raumluftgutachten beauftragt. Die übrigen Container – darunter insbesondere die zum Igelhaus gehörenden Einheiten aus dem Jahr 2017 – zeigten keine Auffälligkeiten.

Igelhaus wird nicht wieder genutzt

Obwohl einzelne Räume des Igelhauses vom Gutachter als unbelastet eingestuft wurden, wurde in einer gemeinsamen Abstimmung – unter Beteiligung der Schulaufsicht, der Stadtverwaltung, der politischen Gremien und der Schulleitung – beschlossen, das Igelhaus künftig nicht mehr als Unterrichtsgebäude zu nutzen. Diese Entscheidung dient der langfristigen Planungssicherheit und soll dazu beitragen, das Schulgelände mittelfristig baulich neu zu ordnen.

Die Frage, wie die Klassen künftig räumlich organisiert werden, wird derzeit zwischen Schule, Schulträger und weiteren Beteiligten abgestimmt. Ziel ist eine Lösung, die sowohl pädagogische als auch organisatorische Aspekte bestmöglich berücksichtigt. Die Eltern werden zeitnah durch die Schule über konkrete Umzüge und Raumpläne informiert.

Weitere Informationen angekündigt

Seitens der Stadt Wedel ist eine umfassende Information an die Elternschaft angekündigt. Diese soll neben den Gutachtenergebnissen auch Fragen zur künftigen Nutzung, zum Austausch von Containern und zur weiteren Perspektive der Raumsituation aufgreifen.

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Gebäudesituation an der Moorwegschule – Verwaltung legt umfassenden Bericht vor

Zusammenfassung der Einwohnerversammlung vom 13. Mai 2025

Datum & Ort

Dienstag, 13. 05. 2025 – 19:00 Uhr
Ratssaal des Rathauses, Rathausplatz 3-5, 22880 Wedel

Tagesordnung 

  1. Begrüßung durch den Stadtpräsidenten
  2. Festlegung der Tagesordnung
  3. Berichte des Stadtpräsidenten und der Bürgermeisterin
  4. Wedels Haushaltslage
  5. Sicherheit in der Stadt Wedel
  6. Vorstellung des Innenstadtentwicklungskonzeptes
  7. Antrag einer Einwohnerin zum Erhalt des Freibades
  8. Antrag einer Einwohnerin zur Einrichtung eines Runden
    Tisches zur Beobachtung der Verkehrssituation
  9. Fragen & Verschiedenes 

 

TOP 3 – Berichte des Stadtpräsidenten und der Bürgermeisterin

Stadtpräsident

  • Bericht zu Haushaltsberatungen und beschlossenem Maßnahmenpaket
  • Betont Bedeutung der Einwohnerversammlung für Bürgerbeteiligung; ermuntert Fragen in Gremien einzubringen

Bürgermeisterin

  • Ziel: Vertrauen in Verwaltung wiederherstellen, Transparenz betont
  • Verwaltungsleitung komplett; Team soll zusammenwachsen
  • Sicherheit als hohe Priorität
  • Bürgerkontakt: Präsenz bei Veranstaltungen, erreichbar per E-Mail & Social Media, Newsletter-Abo möglich
  • Großprojekte angestoßen; Sachstandsbericht Digitalisierung im nächsten Rat
  • Jubiläum „150 Jahre Stadtrecht“ am 27. 11. 2025 (Festakt Immanuelkirche + weitere Formate)
  • Positiver Ausblick, Dank an Zuhörende

TOP 4 – Wedels Haushaltslage

Finanzielle Ausgangslage

  • Investitionsvolumen 2025: 13,9 Mio. €
  • Mittelfristig anstehende Investitionen: ≈ 250 Mio. €
  • Kassenkredite zum 31.12.2024: 24 Mio. €
  • Gesamtverschuldung: ≈ 131 Mio. €
  • Anhaltend hohes Zinsniveau (2024 ≈ 4 %)

Maßnahmenpaket (30 Punkte)

  • Konsolidierung mit internen Einsparungen (Stellenplan-Kürzungen, Verzicht auf Bewirtungen u.a.)
  • Wirtschaftsförderung
  • Konnexitätsprinzip: Kostenerstattung für Pflichtaufgaben von Land/Bund
  • Ziel: Ergebnisverbesserung +9,5 Mio. € bis 2028

Organisation & Steuerung

  • 30 Projektgruppen, regelmäßige Berichte an HFA und Rat
  • Gesamtverantwortung: 1. Stadträtin

Folgen der haushaltsfreien Zeit

  • Nur Pflichtaufgaben finanzierbar; Investitionen und freiwillige Leistungen gestoppt
  • Gefahr von Einschränkungen bei Gebäuden, Sport, Kultur, Badebucht etc.
  • Keine neuen Kredite und Stellenbesetzungen

Haushaltssicherung

TOP 5 – Sicherheit in Wedel: Katastrophenschutz & Verwaltungssicherheit

1. Katastrophenschutz und Krisenmanagement

Zuständigkeiten:

  • Krisenmanagement: Zuständig ist die Stadt Wedel (örtliche Ordnungsbehörden).
  • Greift bei allen Großschadenslagen, bis der Kreis offiziell den Katastrophenfall ausruft.
  • Katastrophenschutz: Zuständig ist der Kreis Pinneberg. Erst mit offizieller Ausrufung der Katastrophe übernimmt der Kreis die Einsatzleitung.

Aktueller Stand:

  • Gefahrenabwehrplan (Stand: 09/2022) mit drei Hauptszenarien:
    • Hochwasser / Sturmflut
    • Blackout
    • Austritt gefährlicher Stoffe
  • KRITIS (kritische Infrastrukturen) wurden erfasst.
  • Regelmäßiger Austausch mit Stadtwerken, Stadtentwässerung, Feuerwehr, Gebäudemanagement.
  • Vierteljährlicher Austausch mit dem Kreis.

Notfallinfopunkte in Wedel:

  1. Rudolf-Breitscheid-Halle – notstromversorgt, bietet Schutz, medizinische Erstversorgung und aktuelle Lageinformationen.
  2. Rathausinfo – reine Informationsstelle.

Planungen für 2025/2026:

  • Aktivierung eines zweiten Notfallinfopunktes in der Steinberghalle.
  • Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit (Homepage, Pressearbeit).
  • Aktualisierung des Gefahrenabwehrplans und der KRITIS-Datenbank.
  • Lieferung eines zweiten großen mobilen Notstromaggregats bis Dezember 2025.

2. Verwaltungssicherheit & Schutz der Mitarbeitenden

Hintergrund:

  • Ergebnisse der FAVOX-Mitarbeitendenbefragung 2023.
  • Unsicherheiten im Umgang mit Übergriffen auf Mitarbeitende.
  • Fehlende Hausordnung zur Grundlage von Hausverboten.
  • Sicherheitsvorfall an der Volkshochschule im Sommer 2024.

Sicherheits-AG der Stadt Wedel:

  • Beteiligte: FD Personal, FD Soziales, Personalrat, Gleichstellungsbeauftragte, Mitarbeitende aus publikumsintensiven Bereichen und Außenstellen sowie das Leitungsteam.
  • Ziel: Entwicklung eines umfassenden Sicherheitskonzepts.

Aufgaben der AG:

  • Umfassende interne Befragung zur Sicherheitslage in allen Bereichen der Verwaltung.
  • Finalisierung einer verständlichen und rechtssicheren Hausordnung.
  • Prozessoptimierung bei Gefährdungsbeurteilungen.
  • Klare Haltung der Verwaltung zu gegenseitigem Respekt und Umgangsformen.

Bisherige Maßnahmen:

  • Begehungen mit der Polizei in publikumsintensiven Bereichen.
  • GISBO-Alarmsystem im Einsatz im Rathaus, in der VHS und bei Außendiensten.
  • Regelmäßige Erfassung und Auswertung von Übergriffen (verbal & physisch).
  • Schulungen und Online-Trainings zur gewaltfreien Kommunikation und Deeskalation.
  • Hausordnung derzeit in juristischer Prüfung.
  • Verwaltungsleitung nimmt am Arbeitsschutzausschuss (ASA) teil.
  • Offizielles Bekenntnis gegen Gewalt und für Respekt durch Bürgermeisterin und Fachbereichsleitungen.

„Wir bleiben weiterhin auf dem Weg für Sicherheit – für alle Mitarbeitenden und für alle Wedelerinnen und Wedeler.“

Präsentation Sicherheit

Katastrophenschutz und Krisenmanagment

TOP 6 – Vorstellung des Innenstadtkonzeptes

Ziel des Innenstadtkonzepts:

  • Attraktivierung und Zukunftssicherung der Innenstadt von Wedel.

  • Strategische Neuausrichtung unter Berücksichtigung von Aufenthaltsqualität, Nutzungsvielfalt und nachhaltiger Entwicklung.

Erarbeitende Instanz:

  • Stadt + Planungsbüro Stadt+Handel, spezialisiert auf Stadtentwicklung und Einzelhandelskonzepte.

Wesentliche Bestandteile des Konzepts:

  1. Analyse des Ist-Zustands:

    • Leerstände und Nutzungsstruktur

    • Frequenz und Passantenverhalten

    • Bewertung der Aufenthaltsqualität

    • Mobilitätsfragen (Parken, Erreichbarkeit)

  2. Stärken und Schwächen:

      • Nähe zur Elbe, Bahnhofsnähe, historischer Stadtkern

    • – Leerstand, mangelnde Aufenthaltsqualität, geringe Frequenz

  3. Ziele und Handlungsfelder:

    • Attraktivitätssteigerung durch Gestaltung öffentlicher Räume

    • Stärkung des Einzelhandels mit Nutzungsmischung und neuen Konzepten

    • Verbesserung der Mobilität (z. B. Fahrradfreundlichkeit)

    • Kultur & Veranstaltungen stärken

    • Bürgerbeteiligung sichern

  4. Konkrete Maßnahmenvorschläge:

    • Gestaltung von Plätzen (z. B. Rolandplatz)

    • Begrünung, Beleuchtung, Möblierung

    • neue Zwischennutzungen leerstehender Immobilien

    • Events und temporäre Aktionen zur Belebung

  5. Nächste Schritte:

    • Priorisierung und Maßnahmenplanung ab 2025

    • Fördermittelakquise (z. B. Städtebauförderung)

    • Beteiligung der Öffentlichkeit und lokaler Akteure (z. B. Händler, Eigentümer, Vereine)

Innenstadtkonzept

TOP 7 – Antrag einer Einwohnerin: Erhalt des Freibads Wedel

Antragstellerin: Silvia Scharfe, Wedel
Datum des Antrags: 26. April 2025

Kernforderung:

  • Moratorium für Abriss- oder Umbauentscheidungen des Freibades
  • Begründung: Die aktuelle Finanzknappheit dürfe nicht zu kurzfristigen und irreversiblen Maßnahmen führen.

Begründung des Antrags:

  • Gesellschaftliche und gesundheitliche Bedeutung:
    • Wichtig für das Schwimmenlernen bei Kindern
    • Prävention von Badeunfällen (Ertrinkungsgefahr)
    • Förderung der Bewegung zur Vermeidung gesundheitlicher Probleme (z. B. Rückenleiden)
  • Standort- und Imagefaktor:
    • Beitrag zur Lebensqualität in Wedel
    • Attraktivitätsfaktor für Neubürger:innen und Unternehmensansiedlungen
    • Werbeargument für Bau- und Immobilienfirmen („Wedel am Wasser“)
  • Finanzierungsvorschläge:
    • Einsparung durch Vermeidung von Abrisskosten
    • Sponsoring durch Bauunternehmen (z. B. Rehder, Adlershorst), Arzneimittelhersteller und Rettungsmittelfirmen (z. B. Secumar)
    • Erhöhung der Eintrittspreise (z. B. für die Sauna)
    • Reduktion von Personalkosten durch Ehrenamtliche und Rentner:innen
    • Flexiblere Öffnungszeiten – wetter- und saisonabhängig
  • Persönliche Betroffenheit:
    • Seit 45 Jahren in Wedel ansässig
    • Familiäre Nutzung des Freibads über Jahrzehnte
    • Kritik am früheren Umbau zur Badebucht
    • Sorge um Alternativen: Elbe und Baggersee gelten als gefährlich aufgrund fehlender Badeaufsicht

Verlauf in der Einwohnerversammlung:

  • Der Antrag wurde nicht verlesen.
  • Die Bürgermeisterin nahm den Vorschlag zur Kenntnis und mit in die Verwaltung.
  • Die Antragstellerin zeigte sich mit dieser Vorgehensweise zufrieden.

TOP 8 – Antrag einer Einwohnerin: Einrichtung eines Runden Tisches zur Beobachtung der Verkehrssituation

Anliegen:

Eine Einwohnerin beantragte die Einrichtung eines Runden Tisches, der sich regelmäßig mit der Verkehrssituation in Wedel befasst. Ziel sei es, Entwicklungen zu beobachten, Probleme frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Verlauf in der Einwohnerversammlung:

  • Die Antragstellerin erläuterte ihren Vorschlag persönlich.
  • Der Vorsitzende wies darauf hin, dass in Wedel bereits eine regelmäßige Verkehrsschau stattfindet.
  • Er schlug vor, den „Runden Tisch“ eventuell mit der bestehenden Verkehrsschau zu verbinden.
  • Weitere Fragen zu diesem Thema waren bereits schriftlich beantwortet.

TOP 9 – Fragen & Verschiedenes

1. Fragen zum Abwahlverfahren von Gernot Kaser und zur Spaltung in Wedel

  • Eine Einwohnerin bemängelte, dass ihre Fragen zur „Spaltung Wedels“ und zur Abwahl von Bürgermeister Gernot Kaser bislang unbeantwortet geblieben seien.
  • Sie fragte, ob Herr Kaser nach Abschluss des Disziplinarverfahrens eine Entschuldigung erhalten werde, und rief zu Fairplay auf.
  • Antwort des Stadtpräsidenten:
    • Er habe von Polarisierung, nicht von Spaltung gesprochen.
    • Alle Bürger:innen könnten sich mit ihren Positionen – auch kritischen – einbringen.
    • Zum Disziplinarverfahren könne er sich nicht äußern, da noch keine offizielle Mitteilung der zuständigen Behörde vorliege.

2. Reaktionen auf die Frage zur Entschuldigung

  • Zwei weitere Einwohner machten deutlich, dass sie keine Grundlage für eine Entschuldigung sehen und erläuterten ihre Sichtweise.

3. Thema Facebook und digitale Debattenkultur

  • Ein Einwohner hob die Bedeutung und Reichweite von Facebook hervor und forderte eine verantwortungsvolle Administration.
  • Diese Einschätzung wurde von anderen Teilnehmenden nicht einhellig geteilt; es gab unterschiedliche Meinungen zur Rolle und Regulierung sozialer Medien.

4. Schriftlich eingereichte Fragen

Zusätzlich wurden schriftliche Fragen und Antworten zu folgenden Themen veröffentlicht:

  • Sicherheit von Frauen in Wedel (Fragen von Frau Kremer)
    • Hohe Dunkelziffer häuslicher Gewalt – 686 Fälle im Kreis Pinneberg 2024
    • Frauenhaus in Wedel dauerhaft überlastet
    • Fehlender Wohnraum erschwert Ausstieg aus Gewaltverhältnissen
    • Aktionen zum 25. November und Spendenprojekte durch lokale Unternehmen
    • Viele Hilfs- und Beratungsangebote, u. a. durch Gleichstellungsbeauftragte, Polizei, Frauenberatungsstellen
  • Verkehrssicherheit (Fragen von Frau Kremer)
    • Bahnhofstraße ist Unfallhäufungspunkt für Rad- und Fußverkehr
    • Mangelnde Barrierefreiheit und Querungshilfen wurden benannt
    • Prüfung eines Fußgängerüberwegs in der Mühlenstraße läuft
    • Haushaltslage erschwert größere bauliche Maßnahmen
    • Punktuelle Verbesserungen (z. B. neue Bänke) wurden bereits umgesetzt
  • Stadtwerke – Glasfaser & Fernwärme (Fragen von Herrn Heldt)
    • Glasfaserausbau läuft; Elbstraße 2025 vorgesehen
    • Fernwärmeanschluss für Elbstraße derzeit nicht wirtschaftlich
    • Option besteht über geplante Verbindungsleitung zwischen bestehenden Netzen

 

Sozialer Wohnungsbau unter Druck – Was Schleswig-Holstein jetzt ändern will

Update (19.06.2025): Diskussion im Planungsausschuss zur Präsentation von Dr. Krüger

Im Anschluss an die Präsentation von Dr. Maik Krüger zur sozialen Wohnraumförderung entwickelte sich im Planungsausschuss eine intensive Debatte über die Auswirkungen des Wedeler Infrastrukturfolgekostenkonzepts auf die Förderfähigkeit von Bauprojekten. Dr. Krüger betonte, dass das Land Schleswig-Holstein die Transparenz des Konzepts anerkenne, jedoch Sorgen habe, dass durch die zusätzlichen Kosten – etwa 200 Euro pro Quadratmeter – geförderte Projekte in Wedel an Wirtschaftlichkeit verlieren und somit keine Förderzusage erhalten könnten. Er schlug vor, über eine mögliche Aussetzung der Abgabe zumindest für den geförderten Wohnraum ins Gespräch zu kommen.

Mehrere Fraktionen wiesen diesen Vorschlag zurück oder äußerten Skepsis. Die Grünen und die WSI betonten, dass die Abgabe keinen neuen Kostenblock darstelle, sondern bereits zuvor über städtebauliche Verträge erhoben wurde. Sie verwiesen auf die angespannte Haushaltslage der Stadt und argumentierten, dass Infrastrukturkosten – insbesondere für Kitas und Schulen – weiterhin refinanziert werden müssten. Ein Verzicht auf die Abgabe würde letztlich die Kommune treffen und könnte nur über andere Einnahmequellen, etwa eine Erhöhung der Grundsteuer, kompensiert werden.

Die CDU zeigte sich offener für eine Aussetzung der Abgabe bei sozialem Wohnungsbau, um die Umsetzung wichtiger Projekte nicht zu gefährden. Auch die FDP betonte, dass Fördermaßnahmen des Landes mit ausreichender Gegenfinanzierung einhergehen müssten, da Kommunen viele Aufgaben von Bund und Land ohne ausreichende Mittel übernähmen.

Dr. Krüger hob mehrfach hervor, dass es dem Ministerium nicht darum gehe, Investoren zu entlasten, sondern die Realisierbarkeit von Projekten insgesamt zu sichern – angesichts von Baukosten, die vielerorts bei 5.000 Euro pro Quadratmeter liegen, während die Fördergrenze bei 3.500 Euro angesetzt sei. Besonders in Wedel mit hohen Grundstückspreisen und weiteren Belastungen – etwa durch die Infrastrukturabgabe – werde es zunehmend schwierig, Förderfähigkeit darzustellen. Zwar könne im Einzelfall abgewichen werden, jedoch auf Kosten anderer Projekte im Land.

Der Seniorenbeirat gab zu bedenken, dass allein sozialer Wohnungsbau nicht alle wohnungspolitischen Herausforderungen lösen könne. Einzelne Fraktionen verwiesen auf alternative Kostensenkungsmaßnahmen wie den Verzicht auf Tiefgaragen, autofreie Quartiere oder den Einsatz von Recycling-Beton. Dr. Krüger zeigte sich offen für diese Ideen und verwies auf die Bedeutung des neuen Gebäudetyps „Regelstandard E“ als Instrument zur Kostensenkung.

Insgesamt wurde deutlich: Die soziale Wohnraumförderung ist politisch gewollt, aber finanziell unter Druck. Die Stadt Wedel muss abwägen, ob sie an der Infrastrukturabgabe auch für geförderten Wohnraum festhält – und damit möglicherweise Projekte gefährdet – oder Spielräume für eine Umsetzung unter neuen Rahmenbedingungen zulässt.


Im Planungsausschuss der Stadt Wedel informierte Dr. Maik Krüger am 20. Mai 2025 über die aktuelle Entwicklung der sozialen Wohnraumförderung in Schleswig-Holstein. Der Vortrag machte deutlich: Die Herausforderungen im Wohnungsbau sind gravierend – doch das Land will mit klaren strukturellen Änderungen gegensteuern.

Bis 2035 müssen in Schleswig-Holstein über 100.000 neue Wohneinheiten entstehen. Der Bedarf wächst in allen Regionen, besonders aber im ländlichen Raum. Es fehlt an barrierefreien Wohnungen, an bezahlbarem Wohnraum für junge Familien – und an passenden Angeboten für ältere Menschen, die ihr Einfamilienhaus verlassen möchten, aber in ihrer gewohnten Umgebung bleiben wollen.

Gleichzeitig sind die Rahmenbedingungen auf dem Bau- und Immobilienmarkt so schlecht wie lange nicht mehr: Steigende Baukosten und hohe Zinsen haben die Zahl der Baugenehmigungen einbrechen lassen. Der freifinanzierte Geschosswohnungsbau ist faktisch zum Stillstand gekommen. Die soziale Wohnraumförderung ist damit zu einem der wenigen verbliebenen Werkzeuge geworden, um überhaupt noch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Das Land Schleswig-Holstein hat in den Jahren 2023 und 2024 Fördermittel in Höhe von jeweils rund 400 Millionen Euro bereitgestellt – genug, um ca. 4.000 Wohneinheiten zu ermöglichen. Doch schon für 2025 zeigt sich: Die gleiche Summe reicht angesichts der gestiegenen Baukosten nur noch für etwa 1.900 Wohneinheiten. Auch für das Jahr 2026 sind erneut 400 Millionen Euro eingeplant. Die Zahl der geplanten und gemeldeten Projekte ist groß – die Mittel müssen daher strategisch vergeben werden.

Entscheidend ist die enge Abstimmung mit den Kommunen. Förderanträge setzen voraus, dass das Projekt auf einer sogenannten Vorhabenliste der Kommune steht und eine offizielle Stellungnahme vorliegt. Erst dann können Gespräche mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) und der ARGE geführt werden. Förderfähig sind Bauvorhaben mit 6 bis 80 Wohneinheiten, bei denen maximal 70 % der Wohnungen öffentlich gefördert werden. Technisch soll sich der Bau am Regelstandard orientieren – also keine überhöhten Komfortansprüche, sondern pragmatische Mindestanforderungen.

Ein zentraler Ansatz ist dabei das Modell des „Regelstandards E“ – E steht für „Erleichtertes Bauen“. Ziel ist es, die Baukosten durch einen klaren Verzicht auf überzogene technische Anforderungen spürbar zu senken. Nur so, das wurde im Ausschuss deutlich, können Projekte überhaupt noch realisiert werden. Oder wie es Prof. Walberg von der ARGE auf den Punkt brachte: „Entweder wir bauen anders – oder gar nicht mehr.“

Kommentar

Als Kommune müssen wir uns ehrlich machen: Wenn wir am bisherigen Anspruchsniveau festhalten, wird in absehbarer Zeit gar nicht mehr gebaut. Die neuen Förderbedingungen zwingen uns, zwischen Perfektion und Realisierbarkeit zu wählen. Das ist unbequem – aber auch notwendig. Der Regelstandard E ist kein Rückschritt, sondern ein pragmatischer Rettungsanker. Entscheidend wird sein, dass Qualität nicht mit Übermaß verwechselt wird – und dass die soziale Durchmischung auch unter einfacheren Standards gelingt.

Weitere Informationen:

Ausschusswoche: Wichtige Themen auf der Tagesordnung

In der Woche vom 20. bis 26. Mai 2025 tagen alle fünf Fachausschüsse der Stadt Wedel. Die Einladungen und Zusammenfassungen zu allen Sitzungen finden Sie hier:

Aus meiner Sicht besonders wichtig:

  • Freigabe eines Sperrvermerks im Bereich Allgemeine Ordnungsangelegenheiten im Gewerbeamt (HFA)
    Die Verwaltung warnt vor weiteren Rückständen und Verzögerungen. Es geht um Kontrollen, Genehmigungen und Funktionsfähigkeit im Alltag.
  • Ausbau der Straße Breiter Weg – Prüfauftrag vom 27.06.2024 (UBF)
    Der Versuch, eine alternative Verkehrsplanung mit stärkerem Fokus auf Baumschutz und Radverkehr zu prüfen, ist laut Verwaltung gescheitert.
  • Beratung zur Anwendung des Folgekostenkonzepts soziale Infrastrukturen auf den geförderten Wohnungsbau (PLA)
    Hier entscheidet sich, wie konsequent das Konzept angewendet werden soll – und welche Auswirkungen das auf bezahlbaren Wohnraum haben könnte.

Einwohnerversammlung und öffentliche Stellungnahme

Auch die Einwohnerversammlung am 13. Mai war gut besucht. In Kürze folgt auf dieser Seite eine Zusammenfassung der wichtigsten Themen.

Eine dort angekündigte kritische Frage zur Art meiner Berichterstattung habe ich inzwischen öffentlich beantwortet. Ich dokumentiere politische Aussagen und Kommunikationskultur – und ich halte es für selbstverständlich, auch auf Kritik offen und sachlich zu reagieren.

"Wedel ist nicht nur Krise. Wedel ist auch Potenzial."

Ein Kommentar zur aktuellen Debatte um das Image unserer Stadt, inspiriert durch den lesenswerten Artikel von Jan Melchior Bonacker im sh:z – und die sehr unterschiedlichen Reaktionen darauf.
Ich nehme Stellung zu den Kommentaren von Niels Schmidt und Rosemarie Binz-Vedder und ordne ein, worum es geht:
👉 Um Verantwortung.
👉 Um Debattenkultur.
👉 Um unsere Stadt.

➡️ Zum Artikel:
🔗 shz.de – "Darum ist Wedel nicht so schlimm"
💬 Facebook-Diskussion in der Gruppe „Wedel Germany“
📰 Mein Kommentar auf wedel-politik.de 

Einwohnerversammlung, Ratsthemen – und bald: Aufarbeitung zur Abwahl von Gernot Kaser

Die politische Woche in Wedel hat es in sich. Auf wedel-politik.de finden Sie aktuell:

🗣 Alle Informationen zur Einwohnerversammlung am 13. Mai

Am Dienstag, den 13. Mai 2025, lädt Stadtpräsident Julian Fresch zur nächsten Einwohnerversammlung in den Ratssaal des Rathauses. Zwei Themen stehen bereits fest: Haushaltssicherung bis 2028 und Sicherheit in Wedel. Wer darf teilnehmen, wie funktioniert die Beteiligung und was ist zu beachten?

👉 Einwohnerversammlung am 13. Mai – Stadtpräsident lädt in den Ratssaal ein

🧾 Was der Rat am 08. Mai beraten wird

Die Einladung zur Ratssitzung liegt vor – mit allwn relevanten Tagesordnungspunkten. In meiner Zusammenfassung finden Sie alle wichtigen Punkte, kompakt und verständlich erklärt.

👉 Zusammenfassung der Ratssitzung vom 08. Mai 2025

🧨 Demnächst: Warum Gernot Kaser abgewählt wurde – Klartext zur Vertrauensfrage

Ein Jahr nach dem Bürgerentscheid erscheint in Kürze ein ausführlicher Beitrag zur Abwahl des ehemaligen Bürgermeisters Gernot Kaser. Der Artikel basiert auf offiziellen Ratsdokumenten, Personalratsäußerungen, Presseberichten und eigenen Einblicken aus der Ratsarbeit.

  • 🔍 Vom Arbeitsklima bis zur Untreue: Was dokumentiert ist
  • 🧠 Wie sich politische Kommunikation von Realität entkoppelt
  • 🔎 Transparenz als Anspruch – und als politische Inszenierung

👉 Veröffentlichung in Kürze auf: wedel-politik.de

📧 Wer nichts verpassen möchte, kann den Newsletter abonnieren: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Herzliche Grüße
Jan Lüchau

Einwohnerversammlung am 13. Mai – Stadtpräsident lädt in den Ratssaal ein

 

📌 Kurz & Knapp: Die wichtigsten Fakten

  • Wann: Dienstag, 13. Mai 2025, 19 Uhr

  • Wo: Ratssaal des Rathauses Wedel

  • Themen: Haushaltssicherung 2028, Sicherheit in Wedel (plus mögliche Ergänzungen)

  • Wer darf teilnehmen: Alle Wedeler Einwohnerinnen und Einwohner, unabhängig von Alter und Staatsangehörigkeit

  • Anmeldung: Nicht erforderlich

  • Wichtig: Ergänzungen der Tagesordnung nur mit 50 % Zustimmung; Anträge müssen schriftlich vorliegen.

  • Protokoll: Zeit, Ort, Teilnehmerzahl, Inhalte und Abstimmungsergebnisse werden dokumentiert.


Am Dienstag, den 13. Mai 2025 um 19 Uhr, lädt Stadtpräsident Julian Fresch zur Einwohnerversammlung in den Ratssaal des Wedeler Rathauses ein.

Zwei zentrale Themen stehen laut Ankündigung bereits fest: die langfristige Haushaltssicherung bis 2028 sowie das Thema Sicherheit in Wedel. Die Tagesordnung kann auf Wunsch der anwesenden Einwohnerinnen und Einwohner ergänzt werden – hierfür ist die Zustimmung von mindestens 50 % der Anwesenden erforderlich.

Was ist eine Einwohnerversammlung überhaupt?

Die Einwohnerversammlung ist ein gesetzlich vorgesehenes Beteiligungsinstrument der Kommunalpolitik. Ihre rechtliche Grundlage findet sich in der Gemeindeordnung Schleswig-Holstein (§ 16b GemO SH) sowie konkret in der Hauptsatzung der Stadt Wedel (§ 12).

Sie dient dazu, wichtige Angelegenheiten der Stadt öffentlich vorzustellen, zu erörtern und Anregungen sowie Vorschläge der Einwohnerinnen und Einwohner aufzunehmen. Eingeladen sind alle Wedelerinnen und Wedeler – unabhängig von Staatsangehörigkeit oder Wahlrecht. Auch Kinder und Jugendliche haben ein Vorschlagsrecht.

Ablauf und Beteiligung: Das sollten Sie wissen

  • Leitung: Die Versammlung wird vom Stadtpräsidenten geleitet. Er übt auch das Hausrecht aus und kann zur Sicherstellung eines geordneten Ablaufs die Redezeit je Rednerin oder Redner auf fünf Minuten begrenzen.

  • Tagesordnung: Die Tagesordnung wird vorab festgelegt und öffentlich bekannt gegeben. Ergänzungen während der Versammlung sind möglich, wenn mindestens 50 % der Anwesenden zustimmen.

  • Anregungen und Vorschläge: Wer konkrete Anträge einbringen möchte, muss diese schriftlich formulieren. Über sie wird offen abgestimmt. Vorschläge gelten als angenommen, wenn mindestens 50 % der Anwesenden zustimmen. Abstimmungen über Themen außerhalb der städtischen Zuständigkeit sind nicht zulässig.

Protokollierung und Transparenz

Über die Einwohnerversammlung wird eine Niederschrift angefertigt. Diese enthält mindestens:

  • Zeit und Ort der Versammlung,

  • die Zahl der teilnehmenden Einwohnerinnen und Einwohner,

  • die erörterten Angelegenheiten,

  • die Anregungen und Vorschläge, über die abgestimmt wurde, sowie

  • die jeweiligen Abstimmungsergebnisse.

Die Niederschrift wird vom Stadtpräsidenten und der Protokollführung unterzeichnet. Sie dient der transparenten Nachbereitung und Information gegenüber Rat und Öffentlichkeit.

Nachbereitung von Anregungen

Vorschläge und Anregungen, die in die Zuständigkeit des Rates fallen, sollen der Ratsversammlung zur nächsten Sitzung zur Beratung vorgelegt werden. Die Einwohnerversammlung hat dabei beratenden Charakter – Entscheidungen trifft weiterhin die Ratsversammlung.


Warum sich der Besuch lohnt

Gerade in Zeiten knapper Kassen, wachsender Aufgaben und intensiver Diskussionen über Wohnungsbau, Verkehrssicherheit und soziale Infrastruktur bietet die Einwohnerversammlung eine wertvolle Möglichkeit zur direkten Einflussnahme. Hier können Sie Ihre Anliegen einbringen, Fragen stellen und politische Entwicklungen mitgestalten – offen, unmittelbar und im direkten Dialog mit der Stadtspitze.


Hinweis:
Leider kann ich an der Einwohnerversammlung am 13. Mai nicht teilnehmen, da ich zeitgleich an einer anderen Sitzung verpflichtet bin.
Ich werde die Ergebnisse der Versammlung jedoch aufmerksam verfolgen und an geeigneter Stelle aufgreifen.

Wenn Kritik zur Waffe wird – und Debatten zur Bühne für persönliche Angriffe

Was passiert, wenn politische Diskussionen im Netz nicht mehr der Aufklärung, sondern der Polarisierung dienen? Wenn Kritik nicht mehr argumentativ geführt, sondern als moralischer Feldzug inszeniert wird? Und wenn einzelne Stimmen den Ton bestimmen, ohne Verantwortung für dessen Folgen zu übernehmen?

Auf Facebook wird zunehmend deutlich, wie schnell aus berechtigtem Zweifel pauschale Delegitimierung wird. In meiner Artikelserie beschreibe ich u.a. drei exemplarische Fälle, in denen persönliche Angriffe, moralische Aufladung und selektive Empörung den politischen Diskurs in Wedel prägen – und ihn gleichzeitig beschädigen. Es geht nicht um die Abrechnung mit Einzelpersonen. Es geht um ein Muster, das unsere demokratische Streitkultur untergräbt.

Meine Zielsetzung ist klar: Ich möchte sichtbar machen, wie bestimmte Kommunikationsweisen die politische Debatte vergiften – und warum es so wichtig ist, ihnen nicht einfach das Feld zu überlassen. Denn wer sich engagiert, muss mit Kritik rechnen. Aber niemand sollte sich fragen müssen, ob politisches Engagement gleichbedeutend mit öffentlicher Diffamierung ist.

Diese Serie ist eine Einladung zur Reflexion – und zum Widerspruch. Nicht im Ton der Entrüstung, sondern mit Argumenten. Nicht, um Stille zu erzeugen, sondern um Räume für echten Austausch zu schaffen.

📌 Jetzt lesen:
Aktuelle Social Media Debatten

Jetzt erst recht: Warum öffentliche Debatte mehr braucht als laute Empörung

Es ist in diesen Tagen viel geschrieben worden. Auf Facebook, auf meiner Homepage, öffentlich, persönlich, emotional. Was mit einem kritischen Kommentar zur Wedeler Innenstadt begann, hat sich zu einer hitzigen Debatte über Stil, Plattformen und den Umgang mit Kritik entwickelt. Dass wir diskutieren, ist gut. Dass wir dabei den Respekt voreinander nicht verlieren – noch besser.

Denn: Demokratie braucht Meinungsvielfalt. Und sie braucht Haltung. Von allen Seiten.

Ich habe öffentlich Stellung bezogen zu einem Beitrag von Frau Binz-Vedder. In meiner Rubrik „Meine Meinung“. Deutlich, aber nicht diffamierend. Kritisch, aber nicht persönlich. Ich habe versucht, der Zuspitzung eine Einordnung entgegenzustellen – weil ich glaube, dass es in der politischen Debatte beides braucht: Emotionen und Fakten. Kritik und Perspektiven.

Was folgte, war eine Welle öffentlicher Vorwürfe – unter anderem von Frau Binz-Vedder, aber auch von Herrn Kaser, Frau Brand und Herrn Fuchs. Sie reichen von der Kritik an meiner Homepage über Fragen der Fairness bis hin zu persönlichen Angriffen.

In diesem Zusammenhang sei auch klargestellt: Alle Facebook-Links, die ich zitiert oder kommentiert habe, führen in die öffentliche Gruppe „Wedel-Germany“. Diese Gruppe ist für jeden einsehbar – auch ohne Facebook-Account. Die Beiträge sind somit Teil des öffentlichen Raums, nicht privater Austausch.

Und ebenfalls klar ist: An keiner Stelle gab es bislang einen sachlichen Austausch zu meinen kritischen Äußerungen. Statt auf Argumente wurde mit Unterstellungen reagiert. Persönliche Angriffe haben die Debatte überlagert, Inhalte wurden kaum reflektiert. Genau das ist das Problem, nicht die Diskussion selbst.

Zur Klarstellung:

  • Meine Homepage ist öffentlich, transparent und klar gekennzeichnet. Sie erhebt nicht den Anspruch, eine offizielle Seite der Stadt Wedel zu sein. Wer möchte, kann sich jederzeit ein eigenes Bild machen.
  • Ich lade zur Diskussion ein – nicht zum Shitstorm. Ich habe niemanden persönlich diskreditiert, sondern öffentlich geteilte Inhalte kommentiert – wie es demokratisch legitim ist.
  • Kritik ist erlaubt – aber nicht jede Kritik ist richtig. Frau Brand und Herr Fuchs unterstellen mir Einseitigkeit oder fehlende Offenheit. Wer meine Beiträge kennt, weiß: Ich begründe, ich antworte, ich stehe ein.
  • Persönliche Angriffe führen uns nicht weiter. Wenn Begriffe wie „He Lücht“, „Schauspieler“ oder „trojanisches Pferd“ bemüht werden, geht es längst nicht mehr um Inhalte.

Was ich mir wünsche:

  • Ehrliche Diskussion, keine Empörungsrhetorik
  • Respekt vor unterschiedlichen Perspektiven
  • Keine persönlichen Zuschreibungen – an niemanden
  • Mehr Fokus auf Lösungen als auf Lagerdenken

Ich bin gerne bereit, in einen echten Austausch zu gehen – auf meiner Homepage, per E-Mail, im persönlichen Gespräch oder in Veranstaltungen. Aber ich lasse mich nicht davon abhalten, meine Meinung zu äußern – sachlich, offen, demokratisch.

Ich bleibe dabei: Unsere Stadt ist nicht verloren. Und die Diskussion darüber auch nicht. Aber wir sollten sie so führen, dass man danach noch miteinander reden kann.

Mit freundlichen Grüßen
Jan Lüchau

Weniger Ausschusssitzungen im April – kein Widerspruch zur Haushaltskonsolidierung

In der April-Ausschusswoche 2025 waren wie gewohnt fünf Ausschusssitzungen in Wedel geplant. Stattgefunden haben lediglich der Planungsausschuss und der Sozialausschuss. Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport sowie der Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss sind hingegen ausgefallen – aufgrund fehlender konkreter Themen und Beschlussvorlagen. Eventuell fällt auch der Haupt- und Finanzausschuss, der erst nach den Osterferien tagen soll, aus

Angesichts der angespannten Haushaltslage mag das auf den ersten Blick überraschen. Immerhin wurde Ende März der Haushalt 2025 beschlossen – samt eines umfassenden Begleitbeschlusses und 30 Konsolidierungsmaßnahmen, die in den kommenden Monaten auf ihre Umsetzung geprüft werden sollen.

Doch gerade deshalb ist es nachvollziehbar, dass es aktuell noch keine neuen Themen für die Ausschüsse gibt. Die Verwaltung befindet sich in der Startphase der Umsetzung: Projektgruppen werden gebildet, Zuständigkeiten geklärt, erste Bewertungen vorgenommen. Belastbare Ergebnisse, die in den Gremien beraten oder beschlossen werden können, liegen derzeit schlichtweg noch nicht vor.

Natürlich könnte man Ausschusssitzungen auch nutzen, um bereits bekannte Themen weiter zu diskutieren – doch genau das wurde in den vergangenen Monaten ausgiebig getan. Jede zusätzliche Sitzung bindet Ressourcen in der Verwaltung und verursacht Kosten – in einer Zeit, in der jeder Euro zweimal umgedreht werden muss. Es stellt sich die Frage: Was soll jetzt noch diskutiert werden, das nicht bereits längst politisch eingeordnet wurde?

Entscheidend ist nun, dass die Verwaltung ihre Prüfaufträge mit Sorgfalt, aber auch mit Tempo bearbeitet – und die Ausschüsse sich dann wieder mit fundierten Grundlagen befassen können. Politische Arbeit bedeutet nicht nur Debatte, sondern auch das Abwarten auf verwaltungsseitige Zuarbeit, um anschließend kluge, nachhaltige Entscheidungen treffen zu können.

„Diskutieren um des Diskutierens willen bringt uns in dieser Phase nicht weiter. Jetzt ist es an der Verwaltung, ihre Arbeit aufzunehmen und konkrete Ergebnisse zu liefern. Erst dann können wir als Politik fundierte Entscheidungen treffen – genau das ist verantwortungsvolles Handeln in Zeiten knapper Kassen.“

Neue Rubrik: Haushaltssicherung 2028 – was auf dem Spiel steht

Die finanzielle Lage der Stadt Wedel ist ernst – und sie betrifft uns alle. Deshalb habe ich auf wedel-politik.de eine neue Rubrik eingerichtet: Haushaltssicherung 2028.

Dort erkläre ich verständlich,
📉 welche Maßnahmen zur Sanierung des Haushalts geplant sind,
🔍 welche politischen Entscheidungen dahinterstehen
📊 und wie der aktuelle Stand der Dinge ist.

Denn klar ist: Wenn es uns bis 2028 nicht gelingt, den Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen, drohen Wedel harte Einschnitte in der kommunalen Selbstverwaltung. Die Ratsversammlung hat deshalb ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen – mit strukturellen Einschnitten und konkreten Sparzielen.

Ich begleite diesen Prozess kritisch-konstruktiv und möchte mit dieser Rubrik für mehr Transparenz, Information und Beteiligung sorgen.

💬 Ihre Meinung ist gefragt:
Was halten Sie von den Plänen? Welche Vorschläge haben Sie? Schreiben Sie mir – jede Rückmeldung wird gelesen und ernst genommen.

📌 Regelmäßige Updates:
Die Rubrik wird laufend ergänzt – mit neuen Informationen, Einschätzungen und Beteiligungsmöglichkeiten.

👉 Hier geht's zur neuen Rubrik:
Haushaltssicherung 2028 ansehen

Herzliche Grüße

Jan Lüchau

Zusammenfassung des Artikels „Wer sichert sich Wedels Lost Place?“:

Hier geht es zu dem Zeitungsartikel des Wedeler-Schulauer-Tageblatts

Wedeler-Schulauer-Tageblatt vom 22.03.2025

Zusammenfassung des Artikels von Oliver Garbiel:

Nach der ablehnenden Haltung einiger Ratsfraktionen des ursprünglichen Plans, auf dem Possehl-Gelände an der B431 einen Edeka-Markt samt Kino und Self-Storage zu errichten, bringt ein neues Vorhaben Bewegung in die Debatte: Die Deutsche Post zeigt Interesse, dort ein DHL-Logistikzentrum anzusiedeln. Die Stadtverwaltung sieht darin eine realistische und planungsrechtlich umsetzbare Option. Die Ratsfraktionen in Wedel reagieren unterschiedlich auf die neue Entwicklung:

  • SPD: Bevorzugt klar die DHL-Ansiedlung. Sie sieht darin einen Zuwachs an Arbeitsplätzen und Gewerbesteuern sowie eine schnellere Umsetzung ohne B-Plan-Änderung. Das ursprüngliche Kino-Projekt sei überdimensioniert.
  • Grüne: Lehnt Nahversorgung an diesem Standort ab, ist beim DHL-Projekt aber noch unentschlossen. Sie betonen den Erhalt des kleinen Wäldchens auf dem Gelände.
  • WSI: Zeigt sich offen und positiv gegenüber dem DHL-Projekt, fordert aber mehr Informationen.
  • Linke: Bevorzugt DHL gegenüber dem Edeka/Kino-Vorhaben, sieht darin neue Arbeitsplätze und eine sinnvolle Nachnutzung.
  • CDU: Will ohne belastbare Informationen keine Position beziehen und fordert eine fundierte Entscheidungsgrundlage.
  • FDP: Ebenfalls zurückhaltend. Fordert ein unabhängiges Gutachten zur Bewertung der Varianten. Sie hält beide Projekte für grundsätzlich interessant, fand das Edeka/Kino-Projekt aber für die Bürger*innen attraktiver.

Mein Kommentar:

Es ist kaum nachvollziehbar, dass einige Fraktionen – allen voran die SPD – dem DHL-Projekt den Vorzug geben. Denn es stehen keine belastbaren Fakten, Studien oder ein Gutachten zur Verfügung, die die tatsächlichen Auswirkungen und Vorteile im Vergleich zum Edeka/Kino-Projekt objektiv bewerten. Während CDU und FDP zu Recht auf eine fundierte Entscheidungsgrundlage pochen, wird hier bereits politisch vorentschieden. Dabei sind zentrale Fragen – etwa zum Verkehrsaufkommen, zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit oder zur städtebaulichen Wirkung – noch völlig unbeantwortet.Eine solch weitreichende Entscheidung ohne Faktenlage zu treffen, wirkt voreilig und lässt eine sachorientierte Politik vermissen.

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