Aktuelles

All Stories

Kleinräumige Bevölkerungsprognose 2040: Die demografische Entwicklung in Wedel

Die Stadtplanung von morgen beginnt mit den Daten von heute. In der kommenden Ratssitzung am 4. Juni widmen wir uns der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung in unserer Stadt. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag zur sogenannten „kleinräumigen Bevölkerungsprognose“ für den Kreis Pinneberg und für Wedel.

Was die Bevölkerungsprognose für unsere Stadt bedeutet

Hinter dem Fachbegriff der „kleinräumigen Bevölkerungs- und Haushaltsprognose“ verbirgt sich eine Untersuchung, die aufzeigt, wie sich die Einwohnerzahlen, die Altersstruktur und die Haushaltsformen bis zum Jahr 2040 entwickeln werden. Diese Daten umfassen neben dem Kreis Pinneberg auch die Kreise Steinburg und Dithmarschen. Für uns in der Wedeler Kommunalpolitik sind diese Zahlen ein zentrales Werkzeug. Sie bilden die Arbeitsgrundlage für langfristige Planungen in den Bereichen Wohnraum, Infrastruktur, Bildung und Versorgung.

Im Rahmen des öffentlichen Teils der Ratssitzung wird der Diplom-Ingenieur Martin Albrecht einen etwa 25-minütigen Vortrag zu diesem Thema halten. Herr Albrecht ist Gesellschafter des Planungsbüros Gertz Gutsche Rümenapp und hat bereits die Prognose von 2017 für den Kreis Pinneberg sowie Abschätzungen für die Wedeler Schulentwicklungsplanung erarbeitet.

In seinem Vortrag wird er unter anderem auf folgende Fragen eingehen:

  • Wie verändern sich die Haushaltsstrukturen in Wedel bis 2040?
  • Welche Anforderungen ergeben sich daraus für den Wohnraum und die Versorgungsinfrastruktur?
  • Werden in Zukunft mehr Menschen nach Wedel ziehen oder die Stadt verlassen?
  • Wie ist die voraussichtliche Entwicklung von Geburtenzahlen und Sterbefällen?
  • Wie können wir als Stadt unsere Standortqualitäten nutzen?
  • Müssen wir bisherige Planungsannahmen anpassen?

Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto betont hierzu, dass die Prognose der Politik als Fundament für strategische Weichenstellungen beim städtischen Wachstum dient. Dies betrifft absehbare Bedarfe im Wohnungsbau, bei den Kindertagesstätten und Schulen sowie im Pflegebereich und weiteren kommunalen Handlungsfeldern.

Termine und Service-Informationen

Der Vortrag ist öffentlich. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, an der Sitzung teilzunehmen.

  • Datum: Donnerstag, 4. Juni
  • Uhrzeit: 19:00 Uhr
  • Ort: Ratssaal des Wedeler Rathauses, Rathausplatz 3-5, 22880 Wedel

 

Informiert bleiben – Der Newsletter für Wedel.
Abonnieren Sie meinen Newsletter und erhalten Sie fundierte Analysen zur Wedeler Kommunalpolitik direkt in Ihr Postfach.
Jetzt abonnieren

Neues zum Gründer- und Technologiezentrum (GTZ) in Wedel: Zahlen, Varianten und die Frage „Was wäre, wenn nicht?“

Das geplante Gründer- und Technologiezentrum (GTZ) im BusinessPark Elbufer nimmt weiter Form an. Die begleitende Beratungsgesellschaft cima hat dazu Ende Mai eine sehr detaillierte Ausarbeitung vorgelegt, welche die Rahmenbedingungen für den Bau und den Betrieb intensiv analysiert.

Vom gemischten Konzept zur Fokussierung auf Gründer

Der inhaltliche Schwerpunkt des Zentrums im Bereich der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik steht fest und wird von allen Projektpartnern getragen. Anpassungen gab es jedoch bei der Ausrichtung der künftigen Mietflächen.

Ursprünglich sah das Konzept einen ersten Bauabschnitt vor, bei dem neben Gründern auch Unternehmen auf dem freien Markt Flächen hätten anmieten können. Dieser Ansatz wurde aus triftigen Gründen verworfen. Eine Überprüfung durch Steuer- und Rechtsberater ergab, dass der Einsatz öffentlicher Mittel für frei vermietbare Büroflächen im Wettbewerb einen Eingriff ins Marktgeschehen darstellt und gegen das Beihilferecht verstoßen würde. Zudem hätte der Verlust steuerlicher Privilegien gedroht. Die Baukosten für diese freien Marktflächen hätten vollständig über Kredite finanziert werden müssen, wobei die Zinslast die potenziellen Mieteinnahmen deutlich überstiegen hätte.

Die Lösung besteht nun in einem angepassten ersten Bauabschnitt, der ausschließlich für Gründerinnen und Gründer vorgesehen ist. Es entsteht eine Gesamtnutzungsfläche von 1.295 Quadratmetern, die sich auf 846 Quadratmeter Bürofläche, 185 Quadratmeter für Labore und Produktion sowie 264 Quadratmeter Nebenflächen aufteilt. Das Zentrum bietet Raum für bis zu 21 junge Unternehmen. Die Mietdauer für die Gründer ist beihilferechtlich auf maximal fünf Jahre begrenzt.

Wie wird das GTZ organisiert und finanziert? Die Varianten im Detail

Ein wesentlicher Teil der Vorlage befasst sich mit der Finanzierung der Baukosten von voraussichtlich rund 9,11 Millionen Euro und der Deckung der laufenden Betriebskosten. Hierbei wurden im Kern zwei mögliche Hauptvarianten untersucht, die für uns in Wedel stark unterschiedliche finanzielle Auswirkungen haben:

  • Variante 1b (Besitz und Betrieb getrennt): Bei diesem Modell würden der Kreis Pinneberg und die Stadt Wedel jeweils 50 Prozent der Investitionskosten (je ca. 4,56 Millionen Euro) tragen. Die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg (WEP) wäre nur Betreiberin, nicht aber Miteigentümerin. Die Stadt Wedel müsste eine eigene Kreditaufnahme über eine Besitzgesellschaft stemmen, da die WEP hier nicht zwischenfinanzieren dürfte. Dieses Modell führt zu einer hohen jährlichen Unterdeckung im Betrieb von insgesamt rund 435.000 Euro, von denen die Stadt Wedel jährlich durchschnittlich rund 183.000 Euro tragen müsste.
  • Variante 2 (Betrieb und Besitz bei der WEP - Vorzugsvariante): Dieses Modell sieht eine Drittelung der Kosten und der Verantwortung vor. Der Kreis Pinneberg, die Stadt Wedel und die WEP tragen jeweils ein Drittel der Investition (rund 3,04 Millionen Euro pro Partner). Die Stadt Wedel bringt ihren Anteil durch die Überlassung des Grundstücks ein. Ein entscheidender Vorteil: Der Anteil Wedels könnte durch die WEP gestundet werden, bis wir weitere Grundstücke im BusinessPark verkauft haben. Zudem liegt das jährliche Gesamtdéfizit im Betrieb in dieser Variante bei deutlich geringeren rund 108.000 Euro. Der Anteil für die Stadt Wedel beläuft sich hier auf lediglich rund 36.000 Euro jährlich.

Aufgrund der deutlich geringeren laufenden Belastung für den städtischen Haushalt und der besseren Zwischenfinanzierungsmöglichkeiten kristallisiert sich, laut cima die Variante 2 als die deutlich praktikablere Lösung heraus.

Was passiert, wenn wir gar nicht bauen? (Die sogenannte Nullvariante)

Die Ausarbeitung beleuchtet auch ganz sachlich die Folgen, falls man sich komplett gegen das GTZ entscheidet (Variante 0).

Zunächst einmal würde dies natürlich bedeuten, dass die oben genannten Investitionskosten und jährlichen Unterdeckungen für alle Partner entfallen. Diesen Einsparungen stehen jedoch gewichtige strategische und wirtschaftliche Nachteile gegenüber:

  • Der Kreis Pinneberg wäre der einzige Kreis in ganz Schleswig-Holstein ohne ein eigenes Gründerzentrum.
  • Der mühsam erarbeitete Branchenschwerpunkt in der zukunftsträchtigen Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik würde nicht aktiv gefördert.
  • Wir müssten damit rechnen, dass die Abwanderung innovativer Gründerinnen und Gründer ins nahegelegene Hamburg sich weiter verstetigt. Das Potenzial wandert ab, anstatt vor Ort gebunden zu werden.

Wirtschaftliche Perspektiven für unsere Region

Der Bau des Zentrums ist keine Immobilienspekulation, sondern eine klassische Maßnahme der Wirtschaftsförderung. Die Daten zeigen deutlich, warum das wichtig ist: Unternehmen, die in einem Gründerzentrum betreut werden, weisen im Durchschnitt eine Überlebensquote von 80 Prozent auf. Ohne ein solches Zentrum liegt dieser Wert (laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) im Schnitt bei nur 40 Prozent.

Die Prognosen in den vorliegenden Dokumenten gehen davon aus, dass die positiven Effekte durch neu geschaffene, hochqualifizierte Arbeitsplätze und die daraus resultierenden Steuereinnahmen (Gewerbe- und Einkommensteueranteile) die Ausgaben für den Betrieb des GTZ mittel- und langfristig übersteigen werden. So wird in der vereinfachten Stichjahresbetrachtung prognostiziert, dass nach 10 Jahren kumuliert rund 442.100 Euro pro Jahr an Steuereinnahmen für die Kommunen generiert werden könnten.


Weitere Informationen zum Thema

Die ausführliche Beratung dieser Unterlagen findet in der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Regionalentwicklung und Verkehr des Kreises Pinneberg sowie des Wedeler Haupt- und Finanzausschusses am 06.06.2026 statt.

Ihr Jan Lüchau

Informiert bleiben – Der Newsletter für Wedel.
Abonnieren Sie meinen Newsletter und erhalten Sie fundierte Analysen zur Wedeler Kommunalpolitik direkt in Ihr Postfach.
Jetzt abonnieren

Haushaltsplanung in Wedel: Was wir vom Kreis Pinneberg lernen können

Die Aufstellung des städtischen Haushalts ist eine der zentralsten Aufgaben der Kommunalpolitik. In Wedel gab es den Versuch, einen strukturierten Fahrplan für diesen Prozess zu etablieren. Ein Strategie-Workshop skizzierte dafür eine detaillierte Zeit- und Aufgabenplanung. Die Praxis der letzten Zeit zeigt jedoch: Dieser Ablauf hat sich im Alltag leider nicht vollumfänglich durchgesetzt. Ein Blick zum Kreis Pinneberg zeigt nun auf, wie ein verbindlicherer Rahmen aussehen kann. Der Kreis hat seinen Leitfaden für das Haushaltsjahr 2027 veröffentlicht, der Impulse für eine zielgerichtete Haushaltssicherung liefert.

Der Wedeler Ansatz in der Theorie

Das in Wedel entwickelte Modell sah vor, das Jahr mit der Erstellung eines vorläufigen Cockpitberichtes zum Jahresende des Vorjahres zu beginnen. Im Januar sollte die Analyse der Zielerreichung sowie die Prognose der mittelfristigen Haushaltsentwicklung stattfinden. Eine wesentliche Rolle spielte die für Ende März vorgesehene Strategieklausur des Rates, in der Handlungsschwerpunkte ausgewählt und das Investitionsprogramm aktualisiert werden sollten. Die Priorisierung von Investitionen war für den Zeitraum von März bis Mai angesetzt. Obwohl dieser Plan Instrumente zur Steuerung enthielt, wich die tatsächliche Haushaltsaufstellung in Wedel oft von diesem systematischen Prozess ab.

Verbindlichkeit und klare Leitplanken beim Kreis Pinneberg

Der Kreis Pinneberg wählt mit seiner Dienstanweisung einen stringenteren Weg. Der gesamte Leitfaden trifft Festlegungen, die für alle Organisationseinheiten uneingeschränkt gelten. Die Planung für 2027 ist konsequent auf die Haushaltskonsolidierung ausgerichtet.

Folgende Vorgaben des Pinneberger Leitfadens stechen dabei hervor:

  • Die Verantwortung für eine wirtschaftliche und sparsame Planung liegt nicht delegierbar bei den jeweiligen Leitungskräften.
  • Der Kreis gibt eine Einsparungsvorgabe vor, die eine Reduzierung von jährlich ein Prozent der Stellen bis 2028 beinhaltet.
  • Für den laufenden Sachaufwand wird das Jahresergebnis 2025 als Basis genommen und mit einer Steigerung von lediglich 3,5 Prozent kalkuliert.
  • Um die Genehmigungsfähigkeit des Haushalts zu sichern, soll eine Investitionsumsetzungsquote von mindestens 60 Prozent erreicht werden.
  • Vor politischen Beschlüssen über Investitionen ist eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zwingend erforderlich.
  • Alle Planungen erfordern eine aufgabenkritische Betrachtung, die Prozessoptimierung, Digitalisierung und Wirtschaftlichkeit in den Fokus rückt.

Meine Einschätzung zur Lage in Wedel

Für eine nachhaltige strukturelle Haushaltskonsolidierung müssen Verwaltung und Kommunalpolitik diszipliniert zusammenarbeiten. Die Reaktivierung eines festen Fahrplans, ergänzt um die verbindlichen Instrumente aus dem Pinneberger Modell, könnte der Wedeler Finanzpolitik die nötige Struktur geben. Wir müssen die Prioritäten klar setzen und auch unangenehme Fragen bei der Aufgabenkritik stellen, um unsere Handlungsfähigkeit als Stadt langfristig zu sichern. Das Pinneberger Dokument zeigt, dass klare Vorgaben und ein strikter Rahmen keine Hindernisse sind, sondern die Grundvoraussetzung für solide Finanzen.

Weitere Informationen zum Thema

Die vollständige Mitteilungsvorlage des Kreises Pinneberg können Sie im Bürgerinformationssystem (Allris) unter folgendem Link nachlesen:
Mitteilungsvorlage im Allris des Kreises Pinneberg

Informiert bleiben – Der Newsletter für Wedel.
Abonnieren Sie meinen Newsletter und erhalten Sie fundierte Analysen zur Wedeler Kommunalpolitik direkt in Ihr Postfach.
Jetzt abonnieren

Zukunftssicherung des Reepschlägerhauses: Stiftungsmodell vs. Musikschul-Umzug

Das Reepschlägerhaus ist ein bedeutender kultureller Ort für unsere Stadt. Gleichzeitig besteht ein erhebliches öffentliches Interesse am Erhalt des Gebäudes sowie an seiner Nutzung als kultureller Veranstaltungsort. Aufgrund unserer angespannten Haushaltslage ist die Gemeinde jedoch nicht mehr in der Lage, die für den Erhalt und Betrieb erforderlichen freiwilligen Leistungen dauerhaft zu tragen. Wie wir dieses Gebäude erhalten, sinnvoll nutzen und gleichzeitig den städtischen Haushalt entlasten können, wird derzeit intensiv diskutiert.

Der ursprüngliche Plan der Verwaltung: Einzug der Musikschule

Als Maßnahme zur Haushaltskonsolidierung hatte die Stadtverwaltung zunächst vorgeschlagen, die Verwaltung der Musikschule mittelfristig im Reepschlägerhaus unterzubringen. Hintergrund ist der enorme Sanierungsstau des aktuellen Musikschulgebäudes. Durch die Aufgabe des alten Gebäudes sollen hohe Sanierungs- und Unterhaltungskosten eingespart werden. Die rund 15 benötigten Räume für den Musikunterricht sollten in diesem Zuge ab dem Schuljahr 2027/2028 im Johann-Rist-Gymnasium, der Gebrüder-Humboldt-Schule und der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule integriert werden.

Dieser Entwurf sah vor, das Reepschlägerhaus aus Gründen des Datenschutzes und wegen der Instrumente ausschließlich durch die Musikschule zu nutzen. In der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport (BKS) am 15. April 2026 stieß dieser Vorschlag jedoch auf deutliche Kritik. Vertreter verschiedener Fraktionen bemängelten, dass das Gebäude dadurch für die breite Öffentlichkeit unzugänglich werden würde. Zudem wurde kritisiert, dass der Förderkreis Reepschlägerhaus e.V. nicht ausreichend in die veränderte Planung einbezogen worden war. Die Beschlussvorlage wurde daraufhin vertagt.

Das neue Konzept: Das Drei-Säulen-Modell des Fördervereins

Um eine Alternative zu bieten, wurde am 13. Mai 2026 ein neues Konzept vorgestellt. Das Ziel ist die dauerhafte Sicherung des Gebäudes als Kulturstandort, seine denkmalgerechte Erhaltung sowie ein wirtschaftlich tragfähiger, nachhaltiger Betrieb.

Vorgeschlagen wird eine Struktur, die auf drei Säulen basiert:

  • Stiftung: Sie übernimmt das Eigentum, sichert den langfristigen Erhalt und garantiert den kulturellen Zweck. Zudem ist sie dafür zuständig, Mittel für Investitionen und Erhaltungsmaßnahmen am Gebäude und Garten zu beschaffen.
  • gGmbH: Als Betriebsgesellschaft übernimmt sie den operativen Betrieb und organisiert die wirtschaftliche Nutzung des Gebäudes.
  • Verein (e.V.): Der Verein bespielt den kulturellen Inhalt, hält den Kontakt zur Bevölkerung und zu anderen Vereinen und generiert Spenden sowie Beiträge.

Eine personelle Verquickung dieser drei Säulen soll vermieden werden, um Klarheit für Behörden, Investoren, Sponsoren und Mitglieder zu signalisieren. Durch die Trennung von Eigentum und Betrieb soll zudem das Risiko minimiert werden.

Schutzmechanismen für die Stadt Wedel

Für die Stadt stellt sich bei der Übertragung einer Immobilie stets die Frage der Sicherheit. Das Konzept sieht hierfür verbindliche Regelungen vor:

  • Rückfallklausel: Sollte die Stiftung ihren Zweck dauerhaft nicht mehr erfüllen können, fällt das Grundstück einschließlich Gebäude zu den ursprünglich vereinbarten Bedingungen an die Stadt zurück.
  • Strikte Zweckbindung: Das Grundstück und das Gebäude dürfen ausschließlich für gemeinnützige, insbesondere kulturelle Zwecke genutzt werden. Eine Änderung der Nutzung ist nicht möglich.
  • Veräußerungsverbot: Eine Veräußerung oder Belastung des Grundstücks ist nicht zulässig.
  • Kontrolle: Die Stiftung verpflichtet sich, der Stadt regelmäßig über die Nutzung, den Zustand des Gebäudes sowie über die wirtschaftliche Situation zu berichten und Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen.

Das vorgeschlagene Stiftungsmodell strebt eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt an. Es bietet das Potenzial, den Haushalt zu entlasten, da Betrieb und Finanzierung eigenständig organisiert werden, während das Gebäude dauerhaft kulturell gebunden bleibt. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie es weitergeht. 

 

Informiert bleiben – Der Newsletter für Wedel.
Abonnieren Sie meinen Newsletter und erhalten Sie fundierte Analysen zur Wedeler Kommunalpolitik direkt in Ihr Postfach.
https://wedel-politik.de/newsletter-abonnieren

Aktuelles zur Straßensperrung im Autal: Antworten der Stadtwerke

Die andauernde Straßensperrung im Autal führt im Alltag vieler Wedelerinnen und Wedeler zu Einschränkungen. Um Klarheit in die Situation zu bringen, haben die CDU Fraktion bei den Stadtwerken Wedel offiziell nach dem aktuellen Sachstand gefragt. Die Antworten liegen nun vor und ich möchte die wesentlichen Fakten hier mit Ihnen teilen.

Wann wird die Sperrung aufgehoben?

Eine schnelle Freigabe der Straße ist laut den Stadtwerken derzeit nicht in Sicht. Die Sicherheit hat hier Vorrang:

  • Die Verkehrseinschränkungen können erst vollständig aufgehoben werden, wenn die Standsicherheit des gesamten Straßenkörpers zweifelsfrei gewährleistet ist.
  • Aktuell führt ein unabhängiger Gutachter vor Ort Messungen und Analysen durch, um die genauen Ursachen für die Probleme zu ermitteln.
  • Auf Basis dieser Ergebnisse müssen dann die notwendigen Sanierungsmaßnahmen definiert werden.

Entstehen zusätzliche Kosten und wer zahlt?

Bei Bauverzögerungen stellt sich unweigerlich die Frage nach den Finanzen. Die Stadtwerke bestätigen, dass durch unvorhergesehene geotechnische Probleme und Zusatzmaßnahmen wie das Monitoring und das Gutachten Mehrkosten entstehen.

  • Höhe der Kosten: Eine genaue Summe lässt sich momentan noch nicht beziffern. Dies hängt vom Umfang der Sanierungsmaßnahmen ab, die das Gutachten empfehlen wird. Die auflaufenden Kosten werden separat erfasst.
  • Kostenübernahme: Wer am Ende die Rechnung zahlt – und ob Kosten auf die ausführende Baufirma abgewälzt werden können – wird aktuell geprüft.
  • Klärung der Verantwortlichkeit: Das beauftragte Gutachten dient dazu, die Ursache der Setzungen objektiv festzustellen. Im Anschluss erfolgt eine juristische und versicherungstechnische Klärung. Voreilige Schuldzuweisungen wären laut Stadtwerken zum jetzigen Zeitpunkt unseriös.

Ausblick und weitere Informationen

Die Stadtwerke Wedel haben versichert, mit Hochdruck an der Klärung zu arbeiten und bedauern die Verzögerungen. Nach heutigem Stand ist davon auszugehen, dass sich die laufenden Untersuchungen und die anschließende Planung der Sanierung noch bis in den Sommer 2026 erstrecken werden.

Quelle: Allris

Informiert bleiben – Der Newsletter für Wedel.

Abonnieren Sie meinen Newsletter und erhalten Sie fundierte Analysen zur Wedeler Kommunalpolitik direkt in Ihr Postfach.

Jetzt Newsletter abonnieren

„Erhebliche Bedenken“ aus Kiel: Warum die Haushaltsgenehmigung für Wedel kein Grund zum Feiern ist.

Die Pressemitteilung aus dem Wedeler Rathaus liest sich wie eine Erfolgsmeldung: Die Bürgermeisterin zeigt sich erfreut über den genehmigten Doppelhaushalt 2026/27. Doch wer den Blick von der optimistischen Rhetorik weg und hin zum sechsseitigen Genehmigungsschreiben des Innenministeriums richtet, erkennt schnell: Die Lage ist alles andere als feierlich. Die Kommunalaufsicht hat die Kredite zwar freigegeben, stellt der Stadtverwaltung jedoch ein erschreckendes Zeugnis aus.

Die „erheblichen Bedenken“ der Aufsichtsbehörde

Während offiziell betont wird, dass die Investitionen nun umgesetzt werden können, spricht das Ministerium eine deutliche Sprache: Die Genehmigung erfolgt lediglich unter „Zurückstellung von erheblichen Bedenken“. Das Ministerium stellt klar, dass die dauernde Leistungsfähigkeit der Stadt Wedel nach der vorliegenden Planung nicht gegeben ist. Dass die Kredite überhaupt genehmigt wurden, liegt nicht an einer soliden Finanzplanung, sondern maßgeblich daran, dass den Investitionen rechtliche und faktische Notwendigkeiten zur Aufrechterhaltung der kommunalen Grundinfrastruktur zugrunde liegen.

Die versteckte Daumenschraube: Die Berichtsauflage

Was in der öffentlichen Darstellung der Stadt gänzlich unerwähnt bleibt: Die Genehmigung ist kein Freibrief, sondern an eine strikte Auflage gebunden. Bis zum 30. Oktober 2026 muss die Stadtverwaltung dem Ministerium über den Stand der noch offenen und aktualisierten Konsolidierungsmaßnahmen aus der „Haushaltssicherung 2028“ berichten. Wedel steht damit unter engmaschiger Beobachtung der Kommunalaufsicht.

Ignoranz gegenüber Sparvorgaben?

Besonders brisant ist die Kritik des Ministeriums an den laufenden Ausgaben. Während der Haushaltserlass empfiehlt, die bereinigten Aufwendungen um maximal 3,5 % gegenüber dem Ist-Ergebnis 2024 zu steigern, plant Wedel mit einem Plus von 6,53 %. Das Ministerium bezeichnet diesen Anstieg vor dem Hintergrund tendenziell rückläufiger Inflationsdaten als „nicht nachvollziehbar“. Hier stellt sich die Frage, warum die Stadtverwaltung die klaren Empfehlungen des Landes so deutlich ignoriert.

Der Weg in die bilanzielle Überschuldung

Die nackten Zahlen aus dem Schreiben zeichnen ein düsteres Bild für die kommenden Jahre:

  • Eigenkapital-Verzehr: Das Eigenkapital der Stadt schmilzt von 26,6 Mio. Euro Ende 2025 auf voraussichtlich minus 9,4 Mio. Euro bis Ende 2030. Das Ministerium nennt diese Entwicklung ausdrücklich „besorgniserregend“.
  • Schuldenberg: Die Gesamtverschuldung pro Kopf soll laut Prognose bis zum Jahr 2030 auf horrende 8.886 Euro ansteigen.
  • Umsetzungsstau: Trotz großer Ankündigungen betrug die Umsetzungsquote bei Investitionsauszahlungen im Jahr 2025 lediglich rund 45 % und lag damit deutlich unter der geforderten Mindestquote von 60 %.

Fazit: PR-Glanz überdeckt finanzielle Sackgasse

Die Kommunikation der Stadt ist ein Paradebeispiel für politisches „Framing“. Wo von Handlungsfähigkeit gesprochen wird, beschreibt das Ministerium eine strukturelle Schieflage, die kaum noch beherrschbar scheint. Die Genehmigung ist kein Erfolg lokaler Politik, sondern ein letzter Warnschuss aus Kiel. Anstatt eine Genehmigung mit „erheblichen Bedenken“ als Erfolg zu verkaufen, sollte die Verwaltung lieber erklären, warum sie die Ausgaben fast doppelt so stark steigert, wie es das Land empfiehlt.

Alarmstufe Rot im Elbestadion: Ernst-Barlach-Schule schlägt wegen massiver Mängel Alarm

In einem deutlichen Brandbrief wendet sich die Sportfachschaft der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG) an die Stadt Wedel. Die Lehrkräfte sehen sich kaum noch in der Lage, den geforderten Sportunterricht sicher und ordnungsgemäß durchzuführen. Der zunehmende Verfall der Anlagen stellt mittlerweile ein erhebliches Verletzungsrisiko dar.

Während die Rasenfläche des Fußballfeldes optisch gepflegt erscheint, zeichnet der Bericht der Sportfachschaft für die restlichen Leichtathletikanlagen ein verheerendes Bild. Trotz der angespannten Haushaltslage der Stadt dürfe der schleichende Verfall nicht dazu führen, dass die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler sowie der Vereinssportler aufs Spiel gesetzt werde.

Die Tartanbahn: Von der Sanierung zur Stolperfalle

Besonders kritisch wird der Zustand der Laufbahn bewertet. Eine vor Jahren in Aussicht gestellte Renovierung blieb bisher aus. Stattdessen belasten die Folgen von Voruntersuchungen den Betrieb:

  • Verletzungsgefahr: Herausgeschnittene Probestücke wurden lediglich mit Splitt aufgefüllt und bilden nun gefährliche Stolperfallen.
  • Mangelhafte Markierungen: Bahnmarkierungen sowie Kennzeichnungen für Hürden, Start und Ziel sind kaum noch erkennbar oder fehlerhaft.
  • Wasserschäden: Bei Regen bilden sich große Pfützen auf der Bahn, zudem treten Risse und Wölbungen im Belag auf.

Mängel am Sportequipment

Nicht nur die bauliche Substanz, auch die Ausstattung des Stadions ist laut EBG in einem bedenklichen Zustand:

  • Hürden: Durch Witterungseinflüsse verrottete Hürdenbretter bergen ein hohes Verletzungsrisiko beim Reißen der Hürde. Der Transportwagen ist aufgrund festgefressener Räder unbrauchbar.
  • Sandgrube: Die Sprunganlage verfügt über keine Abdeckung und wird als „Katzenklo“ zweckentfremdet. Ein hygienischer Sportbetrieb ist kaum möglich; zudem fehlt es an ausreichend Sand.
  • Hochsprunganlage: Die Räder der Abdeckung an der neu angeschafften Anlage sind bereits abgebrochen, wodurch diese nicht mehr bewegt werden kann.
  • Spezialdisziplinen: Die Anlagen für Stabhochsprung, Kugelstoßen und Hindernislauf sind entweder deplatziert, unvollständig oder aufgrund ihres Zustands schlichtweg unbenutzbar.

Sicherheit und Vandalismus

Ein weiteres zentrales Problem ist die mangelnde Kontrolle des Geländes. Das rund um die Uhr geöffnete Stadion und die unkontrollierte Schlüsselvergabe führen vermehrt zu:

  • Vandalismus und Diebstahl von Sportgeräten.
  • Aufgebrochenen Materialschränken und verfallenden Regiegebäuden.

Besonders schwer wiegt der Hinweis der Sportfachschaft auf das Fehlen jeglicher vorschriftsmäßiger Erste-Hilfe-Ausrüstung oder eines Defibrillators auf dem gesamten Gelände.

Appell an die Verantwortlichen

Die Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule appelliert eindringlich an die Stadt Wedel, ihrer Verantwortung als Eigentümerin gerecht zu werden. Es müsse sichergestellt werden, dass sicherheitsrelevante Reparaturen zeitnah erfolgen, um den Bildungsauftrag im Fach Sport weiterhin unbedenklich erfüllen zu können.

Unsere Bürgermeisterin im Gespräch: Julia Fisauli-Aalto über die Realität der Wedeler Kommunalpolitik

Zum Tag des Lokaljournalismus am 5. Mai 2026 veröffentlichte Lars Heider (Hamburger Abendblatt) eine Sonderausgabe seines Podcasts. In dieser Folge ist unsere Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto zu Gast. Für uns Wedeler bietet das Gespräch einen Einblick in die aktuellen Herausforderungen zwischen Haushaltskonsolidierung und Stadtgestaltung.

Vom Ehrenamt an die Stadtspitze

Julia Fisauli-Aalto blickt auf eine 30-jährige Erfahrung in Marketing und Vertrieb zurück, bevor sie den Weg in die hauptamtliche Politik einschlug. Ihr Engagement in Wedel begann jedoch wesentlich früher durch ehrenamtliche Tätigkeiten, unter anderem als Schulelternbeiratsvorsitzende an der Moorwegschule.

  • Parteieintritt: Sie trat im Jahr 2020 in die CDU ein.
  • Fraktionsvorsitz: Im Jahr 2023 übernahm sie den Vorsitz der CDU-Fraktion.
  • Amtsantritt: Seit dem 8. April 2024 ist sie als Bürgermeisterin im Amt, nachdem sie zuvor bereits als Stellvertreterin Verantwortung übernommen hatte.

Die finanzielle Lage und das Konnexitätsprinzip

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Haushaltslage Wedels mit Schulden in Höhe von etwa 136 Millionen Euro. Die Bürgermeisterin verdeutlichte, dass die Handlungsspielräume der Kommune durch externe Vorgaben massiv beeinflusst werden.

  • Fehlfinanzierung: Wedel erbringt laut Fisauli-Aalto zu 28 % Leistungen für das Land, erhält dafür jedoch nur eine Refinanzierung von 16 %.
  • Konnexitätsprinzip: Dieses Prinzip („Wer bestellt, bezahlt“) wird nach ihrer Einschätzung derzeit nicht ausreichend gelebt, was zu einer finanziellen Schieflage führt.
  • Konsolidierung: Im vergangenen Jahr konnten bereits 5,2 Millionen Euro konsolidiert werden, um den Haushalt schrittweise zu stabilisieren.
  • Infrastruktur: Die Stadt unterhält eine soziale Infrastruktur, die laut Beratern eigentlich für eine deutlich größere Kommune ausgelegt ist.

Herausforderungen bei Facebook und der Umgang mit Fake News

Besorgnis äußerte die Bürgermeisterin über die Diskussionskultur in digitalen Kanälen und die Abkehr von klassischen Qualitätsmedien.

  • Facebook-Community: In Wedel existiert eine Gruppe mit rund 9.000 Mitgliedern. Dort werde oft eine Stammtisch-Rhetorik gepflegt, die durch eine kleine Gruppe dominiert werde und Einfluss auf die Mitlesenden habe.
  • Fake News: Es werden vermehrt Falschmeldungen verbreitet, die das gesellschaftliche Klima belasten und den Blick auf die Fakten verzerren.
  • Rechtliche Grenzen: Unterlassungsklagen seien zeitaufwendig und teuer, weshalb der Fokus lieber auf der inhaltlichen Arbeit für die Stadt bleiben soll.
  • Bildung: Die Befähigung von Jugendlichen, verlässliche Quellen zu erkennen, wird als zentrale Aufgabe gesehen. Hierzu passt die Entscheidung, den Politikunterricht in Schleswig-Holstein zu stärken.

Städtische Projekte und Krisenbewältigung

Neben den Finanzen wurden weitere Themen angesprochen, die Wedel direkt betreffen.

  • Der Hafen: Fisauli-Aalto vergleicht den Hafen mit der Hamburger Elbphilharmonie; es handele sich um ein Langzeitprojekt, das eine große Chance für die Identität der Stadt darstelle.
  • Wohnraum: Durch die Nähe zu Hamburg steigen die Preise in Wedel kontinuierlich an, während bezahlbarer Wohnraum knapp bleibt.
  • Krisenmanagement: Als Beispiel für die Zusammenarbeit der Organisationen nannte sie die Evakuierung von 6.000 Haushalten aufgrund eines Bombenfunds während des Sturmtiefs „Elli“ zu Beginn des Jahres.

Trotz der Herausforderungen betont Julia Fisauli-Aalto ihre Zuversicht und die Notwendigkeit, mit Optimismus und guter Argumentation an der Zukunft Wedels zu arbeiten.


Service-Teil

Das vollständige Interview können Sie im Podcast des Hamburger Abendblatts nachhören:

Informationen zu aktuellen Vorlagen der Stadtverwaltung finden Sie im Bürgerinformationssystem der Stadt Wedel.

 

Haushalt genehmigt – trotz kritischer Finanzlage

Die Kommunalaufsicht in Kiel hat den Doppelhaushalt 2026/27 für Wedel freigegeben. Angesichts der aktuellen Zahlen ist das keine Selbstverständlichkeit, sondern eine formale Notwendigkeit unter strengen Auflagen.

Die Zahlen für 2026 im Überblick:

  • Erträge: 114,5 Mio. €
  • Aufwendungen: 123,6 Mio. €
  • Jahresfehlbetrag: -9,1 Mio. €

Das Defizit von über 9 Millionen Euro zeigt deutlich: Wir geben mehr aus, als wir einnehmen. Dennoch sieht der Plan Investitionen in Höhe von 24,5 Mio. € vor. Um diese zu finanzieren, müssen wir Kredite über 20,4 Mio. € aufnehmen. Dass die Kommunalaufsicht diese Neuverschuldung ohne Kürzungen genehmigt hat, ist kein Zeichen für eine gesunde Kasse.

Kiel stellt unmissverständlich fest, dass Wedel aus eigener Kraft aktuell nicht leistungsfähig ist. Die Genehmigung ist lediglich ein Vertrauensvorschuss in unseren Plan zur Haushaltssicherung bis 2028. Wir stehen in der Pflicht, diesen Weg konsequent zu gehen.

Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das: Geplante Projekte können zwar vorerst starten, aber wir finanzieren sie vollständig auf Pump. Die Genehmigung ist kein Anlass zur Entspannung, sondern eine Mahnung zur strikten Haushaltsdisziplin in den kommenden Jahren.

 

Es tut sich etwas an der Elbe: Der Fahrplan für das Heizkraftwerk Wedel

 

Das Ende der Kohle: Der Fahrplan für Wedel

Die Hamburger Energiewerke haben offiziell das Verfahren eingeleitet, um das Heizkraftwerk Wedel stillzulegen. Der entsprechende Antrag wurde Ende März nach dem Energiewirtschaftsgesetz (§13b EnWG) gestellt. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Anlage ab dem 1. Juli 2027 außer Betrieb gehen.

Dieser Schritt ist kein Zufall, sondern eng an den Fortschritt auf der anderen Elbseite gekoppelt. Im zukünftigen „Energiepark Hafen“ auf der Dradenau entsteht derzeit eine moderne Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD), die das Kraftwerk in Wedel ablösen wird. Geplant ist, dass dieses neue System bereits Ende dieses Jahres in Betrieb geht.

Die zwei Stufen des Abschieds

Die Außerbetriebnahme erfolgt nicht durch einen einfachen Knopfdruck, sondern in einem kontrollierten, zweistufigen Prozess:

  • Die Konservierung: Sobald die neue Anlage auf der Dradenau stabil läuft, geht das HKW Wedel in die Konservierung. Das bedeutet: Es wird keine Kohle mehr verbrannt. Es bleibt jedoch als „Back-up“ einsatzbereit und könnte im Notfall innerhalb einiger Wochen wieder hochgefahren werden.
  • Die endgültige Stilllegung: Ab Juli 2027 folgt der irreversible Schritt. Sämtliche Betriebsmittel wie Öle und Chemikalien werden restlos entfernt. Danach kann das Kraftwerk nie wieder angefahren werden.

Worüber wird nun entschieden?

Auch wenn die Hamburger Energiewerke die Stilllegung forcieren, haben sie nicht das letzte Wort allein. Es gibt ein klares, behördliches Prüfverfahren:

  • Prüfung der Systemrelevanz: Die Bundesnetzagentur und der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz müssen nun prüfen, ob das Kraftwerk für die Stabilität des Strom- und Wärmenetzes noch zwingend notwendig ist.
  • Die finale Zustimmung: Erst wenn diese Behörden grünes Licht geben, darf der beschriebene zweistufige Prozess der Außerbetriebnahme offiziell starten.

Ein Blick in die Zukunft: Was passiert mit dem Standort?

Für uns Wedeler Bürgerinnen und Bürger ist die spannendste Frage natürlich: Was kommt nach der Kohle? Während Hamburg das Ziel verfolgt, bis 2030 kohlefrei und bis 2040 klimaneutral zu heizen, wird für das Gelände an unserer Elbfront bereits geplant.

Aktuell erarbeiten die Hamburger Energiewerke ein Nachnutzungskonzept für den Standort Wedel. Ein erster Entwurf hierfür soll bereits Ende dieses Jahres vorgestellt werden. Es bleibt also spannend, welche Impulse und Chancen dieses Projekt für unsere kommunale Entwicklung liefern wird.

Wedel geht bei der „Badebucht“-Förderung anscheinend leer aus

Gute Nachrichten für den Sport im Norden, aber ein herber Dämpfer für unsere Bemühungen in Wedel: Wie der NDR berichtet, hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Weichen für die Verteilung der Bundesmittel aus dem Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) gestellt. Während landesweit Millionen fließen, wurde die Projektskizze für unsere Badebucht in dieser Runde leider nicht berücksichtigt.

Der Bund verteilt 333 Millionen Euro

Im Rahmen der sogenannten „Sportmilliarde“ hat der Bund die Liste der 314 Projekte veröffentlicht, die eine Förderzusage erhalten. Insgesamt werden bundesweit 333 Millionen Euro investiert, um den massiven Sanierungsstau in kommunalen Sporthallen und Schwimmbädern abzubauen.

Für Schleswig-Holstein stehen in dieser Tranche insgesamt rund 14,6 Millionen Euro zur Verfügung. Davon profitieren unter anderem:

  • Lübeck: Rund 4,5 Millionen Euro für die Sanierung der Sportanlage Neuhof.
  • Region Südholstein: Kleinere Projekte in den Nachbarkreisen erhielten Zusagen für energetische Modernisierungen.

Was bedeutet das für Wedel?

Für unsere Stadt ist die Absage aus Berlin eine bittere Nachricht. Die Badebucht bleibt unser wichtigstes Infrastrukturprojekt im Sportbereich, doch die Finanzierung steht ohne die erhofften Bundesmillionen vor noch größeren Herausforderungen.

Die Ablehnung unterstreicht, dass der Wettbewerb um Fördermittel kein Selbstläufer ist. Für die kommunale Politik bedeutet dies, dass nun noch intensiver über alternative Finanzierungswege und die Priorisierung unserer Investitionen im Haushalt beraten werden muss.

Wedels Wirtschaft im Wandel: Zwischen Weltmarktführern und Planungs-Odyssee

Zwei aktuelle Berichte im Hamburger Abendblatt zeigen uns in diesen Tagen sehr deutlich, wie eng wirtschaftlicher Erfolg und die Verfügbarkeit von Flächen in unserer Stadt miteinander verknüpft sind. Es ist eine Geschichte von verpassten Chancen der Vergangenheit, einer zähen Odyssee und einem wichtigen Hoffnungsschimmer am Elbufer.

Ein schmerzhafter Rückblick: Das Beispiel Secumar

Die Firma Secumar (Bernhardt Apparatebau) feiert 2026 ihr 100-jähriges Bestehen. Ein beeindruckendes Jubiläum für ein Familienunternehmen, das mit seinen Rettungswesten weltweit Standards setzt und Leben rettet. Doch während wir gratulieren, schwingt in Wedel auch Wehmut mit.

Bis 2004 war Secumar in der Wedeler ABC-Straße ansässig. Dass das Unternehmen heute im benachbarten Holm produziert, hat einen simplen, aber folgenschweren Grund: In Wedel fehlte der Platz zum Wachsen.

  • Das Problem: Die Räumlichkeiten wurden für das expandierende Unternehmen schlicht zu klein.
  • Die Konsequenz: Der Umzug ins Nachdorf Holm, wo man auf einem Hektar Fläche ein modernes Logistik- und Produktionszentrum errichten konnte.

Für Wedel bedeutete das damals den schmerzhaften Verlust eines "Hidden Champions", von wertvollen Arbeitsplätzen und erheblichen Gewerbesteuereinnahmen. Ein klassisches Beispiel dafür, was passiert, wenn eine Stadt keine Entwicklungsperspektiven für ihre Betriebe bietet.

Lichtblick: Neue Ansiedlungen im BusinessPark

Spulen wir vor ins Jahr 2026. Die Vorzeichen haben sich glücklicherweise geändert. Wie das Abendblatt aktuell berichtet, ziehen nun namhafte Hamburger Traditionsunternehmen nach Wedel, weil ihnen in der Hansestadt genau das passiert, was Secumar einst in Wedel erlebte: Es wird zu eng.

Die Firma Lippold, Spezialist für Hydraulik und Antriebstechnik, plant bis Ende 2029 den Umzug aus dem Hamburger Westen in unseren BusinessPark. Mit einer Investition von bis zu 12 Millionen Euro und rund 100 Arbeitsplätzen ist dies ein starkes Signal für den Standort. Auch die Sicherheitsfirma C.D. Büttner investiert Millionen in einen Neubau am Elbufer, um dort an modernster Drohnen-Technologie zu forschen.

Die Kehrseite: Eine 15-jährige Planungs-Odyssee

Wer heute auf den BusinessPark blickt, sieht trotz dieser Erfolge noch immer sehr viel freie Fläche. Dass 15 Jahre nach dem Erwerb des Geländes durch die Stadt erst ein Bruchteil der rund 180.000 m² vermarktet ist, hat Gründe, die wir kritisch benennen müssen:

  • Juristisches Tauziehen: Der ursprüngliche Bebauungsplan (Nr. 88) wurde 2017 vom OVG Schleswig vorläufig außer Vollzug gesetzt. Rechtsunsicherheit ist der natürliche Feind jeder Investition. Hinzu kam die langwierige Auseinandersetzung mit dem konkurrierenden Hamburger Plan „Rissen 11“.
  • Das Erbe der Industrie: Das Gelände des ehemaligen Mineralölwerks war kein einfaches Bauland, sondern eine ökologische Last. Bodenaustausch bis in 1,80 Meter Tiefe und permanente Grundwasserreinigung waren nötig – eine Mammutaufgabe, die enorme Zeit und Kosten verschlang.
  • Politischer Konflikt & Naturgewalten: Hausgemachte politische Auseinandersetzungen bremsten den Fortschritt. Ereignisse wie die Sturmflut 2021, die frisch hergestellte Infrastruktur beschädigte, sowie eine volatile Weltwirtschaftslage erschwerten die Vermarktung zusätzlich.

Die politische Debatte

Ein Blick in die öffentlichen Quellen zeigt deutlich, wie tief die Gräben in der Wedeler Ratsversammlung bezüglich des B-Plans 88 (BusinessPark) waren:

Die politische Debatte: Wer war dafür, wer dagegen?

Die Kritiker und Ablehner (SPD, Grüne, Die Linke) standen der konkreten Ausgestaltung des B-Plans 88 sehr kritisch gegenüber. Während Die Linke den Plan wegen zu hoher Lärmgrenzen ablehnte und das spätere OVG-Urteil als „schallende Ohrfeige“ bezeichnete, bemängelten die Grünen Lärm, Verkehr und Dichte als „Desaster“. Auch die SPD stimmte in der entscheidenden Sitzung 2015 gegen den Plan und warnte davor, dass aus dem „Sahnestück“ ein „krümeliger Mürbeteig“ werden könnte.

Demgegenüber standen die Parteien, die den B-Plan getragen und verteidigt haben: CDU, FDP und WSI. Die CDU trug den Entwurfs- und Satzungsbeschluss konsequent mit und warb dafür, den BusinessPark geschlossen zu vertreten, um die wirtschaftliche Entwicklung Wedels zu sichern. Gemeinsam mit der FDP und der Wählergemeinschaft WSI bildete sie die Ratsmehrheit, die den B-Plan 88 als das richtige Instrument zur Entwicklung des Areals ansah und trotz der massiven Bedenken der Opposition durchsetzte.

Warum Vorratspolitik alternativlos bleibt

Trotz der berechtigten Kritik an der Dauer und den Kosten: Ohne den BusinessPark Elbufer stünde Wedel heute mit leeren Händen da. Wir könnten Firmen wie Lippold oder Büttner schlichtweg nichts anbieten.

Status Quo BusinessPark Zahlen & Fakten
Gesamtfläche (Bauland) ca. 180.000 m²
Bisher verkauft/belegt ca. 20.000 m²
In konkreter Verhandlung ca. 15.000 m²
Investitionsvolumen Lippold 9 - 12 Mio. €
"Gewerbeflächen sind kein Selbstzweck. Sie sind der Garant dafür, dass Wedel keine reine Schlafstadt wird, sondern ein Ort, an dem gearbeitet, geforscht und investiert wird."

Die Geschichte von Secumar lehrt uns, was passiert, wenn man keine Flächen hat. Die Geschichte des BusinessParks lehrt uns wiederum, dass wir in Zukunft schneller, einiger und rechtssicherer planen müssen, damit aus 15 Jahren Entwicklung keine 30 werden.

Mein Fazit: Gewerbeflächen sind die Existenzgrundlage unserer Stadt. Wir müssen die Vermarktung jetzt mit aller Kraft vorantreiben, bürokratische Hürden abbauen und zeigen, dass Wedel ein verlässlicher Partner für die Wirtschaft ist. Der "Sog" aus Hamburg ist da – wir müssen ihn nur endlich konsequent nutzen.

Neue Straßenreinigungsgebühren: Grundsatzentscheidung für Wedel steht bevor

Im kommenden Haupt- und Finanzausschuss berät die Wedeler Politik über das weitere Vorgehen bei der Straßenreinigungs- und Gebührensatzung. Da das Oberverwaltungsgericht die bisherige Satzung für unwirksam erklärt hat, müssen nun zeitnah rechtssichere Grundlagen für die Erhebung der Gebühren geschaffen werden. Die Verwaltung schlägt hierfür eine neue Satzung vor, die rückwirkend zum 1. Juli 2023 in Kraft treten soll.

Ein zentraler Punkt der anstehenden Beratungen ist die Ausgestaltung des sogenannten Schlechterstellungsgebots für das Jahr 2026. Hier muss entschieden werden, ob eine technisch aufwendige zeitanteilige Berechnung erfolgt oder eine verwaltungsfreundlichere ganzjährige Lösung gewählt wird, um Verzögerungen bei der Bescheiderstellung zu vermeiden. 

[Zum vollständigen Artikel]

Image

über Politik Wedel